Bereits seit dem Rathaussturm haben die Narren in der Wasserfallstadt das Zepter fest in der Hand. Am Donnerstag erreichte die fünfte Jahreszeit mit gleich zwei Umzügen ihren ersten Höhepunkt. Am Mittag des Schmutzigen Donnerstags zeigten sich vor allem die jüngsten Narren nach der Befreiung aus den Kindergärten und Schulen von ihrer kreativen Seite beim Katzenmusikumzug.

Trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt säumten auch etliche Zuschauer die Straßen, bis schließlich der Umzug in Sicht kam – angeführt von Narrenpolizist Rainer Buderath sowie den Radautrommlern – lautstark zu sehen und zu hören. Viel Einfallsreichtum war in den einzelnen Kostümen der verschiedenen Gruppen zu erkennen und die Zuschauer jubelten den Umzugsteilnehmern freudig zu.

Zunftmeister Volker Fleig von der Narrenzunft (links) und Bürgermeister der Narrengemeinde Oberstadt, Pfiffer III alias Matthias Klausmann mit Sohn Henry.
Zunftmeister Volker Fleig von der Narrenzunft (links) und Bürgermeister der Narrengemeinde Oberstadt, Pfiffer III alias Matthias Klausmann mit Sohn Henry.

Große Aufmerksamkeit zog ein gezimmerter Reisebus auf sich, der immer wieder anhielt, um den Touristen – die ihrer Kleidung nach aus allen Teilen der Erde kamen – die Möglichkeit zu geben, die Sehenswürdigkeiten der Wasserfallstadt mitsamt ihrer Ortsteile zu fotografieren. „Internationale Busreisen – Triberg, Nußbach, Gremmelsbach“, hatte die kreative Gruppe um Ralf Barth auf den Bus aus Pappe geschrieben, um das touristische Geschehen in der Wasserfallstadt auf die Schippe zu nehmen.

Neben den Kindern des Marienkindergartens, die den „Karneval der Tiere“ zum Leben erweckten, waren auch Kinder aus dem St.-Anna-Kindergarten beim Umzug mit von der Partie, genauso wie die Narren der Narrengemeinde Oberstadt, die als Indianer die Blicke der Zuschauer auf sich zogen. Die Gremmelsbacher Holzschuhklepfer mit ihrem Narrenrat hatten sogar eine eigene Musikkapelle mitgebracht, die unter Gerd Kienzler unter anderem den Gremmelsbacher Narrenmarsch zum Besten gab.

Bei den Gremmelsbacher Holzschuehklepfern zieht es auch die jüngsten Hästräger am Schmutzigen Donnerstag auf die Straße. Bilder: Lukas Nagel
Bei den Gremmelsbacher Holzschuehklepfern zieht es auch die jüngsten Hästräger am Schmutzigen Donnerstag auf die Straße. Bilder: Lukas Nagel

Mit vielen jungen Gut­seleschleckern war neben den Hästrägern der Narrenzunft auch die Stabhalterei Freiamt beim Umzug dabei, die am Samstag ihren 150. Geburtstag mit einem großen Jubiläumsabend im Kurhaus feiert. Moderiert wurde das Umzugsgeschehen von den Narrenräten Eva Kammerer und Sven Ketterer, die vom Fenster des holzgeschnitzten Rathaussaals einen einwandfreien Blick auf das närrische Geschehen hatten.

Mit Narrensprüchen, kräftigen Narri-Narro-Rufen und Anmerkungen brachten sie das Brauchtum näher. Kräftig heizten auch Stadt- und Kurkapelle sowie der Fanfarenzug ein, die Unterstützung von den Musikern aus Gremmelsbach fanden. Nach dem Umzug zogen die Musiker weiter in die Wirtshäuser und für die jungen Umzugsteilnehmer gab es zum Abschluss von der Narrenzunft Brezeln, Schokolade und Getränke auf dem Marktplatz.