Ein lang gehegter Wunsch ging für die Narrenzunft Schonach am Wochenende so richtig in Erfüllung: mit der offiziellen Eröffnung und Einweihung der ersten vereinseigenen Räume in der Hermann-Burger-Straße.

3000 Arbeitsstunden stecken im Projekt

Sieben Jahre Bauzeit und über 3000 Arbeitsstunden investierte die Narrenzunft in die Räumlichkeiten, wie Ozumei Jonny Kienzler bei der Einweihungsfeier des „Geißenstalls“ für geladene Gäste, Freunde und Gönner der Zunft am Freitagabend wusste.

Gekommen waren viele Festgäste: Bürgermeister Jörg Frey, Pfarrer Andreas Treuer, viele Batzenwecken-Ordensträger, Ehrenmitglieder, Helfer, Spender und Gönner des Vereins.

Dank an Gemeinde und private Spender

Dank zollte Kienzler nicht nur seinen Narrenratskollegen, die so manches Wochenende mit Arbeiten im „Geißenstall“ verbrachten, sondern auch dem aktuell noch amtierenden Gemeinderat und Bürgermeister Frey, denn die hatten beschlossen, die Zunft mit einem Drittel der Kaufsumme für das Gebäude zu unterstützen.

Oberzunftmeister Jonny Kienzler, erster Zunftmeister Hartmut Burger und zweiter Zunftmeister Martin Schmidt (von links) freuen sich riesig über die Eröffnung des „Geißenstalls“.
Oberzunftmeister Jonny Kienzler, erster Zunftmeister Hartmut Burger und zweiter Zunftmeister Martin Schmidt (von links) freuen sich riesig über die Eröffnung des „Geißenstalls“. | Bild: Claudius Eberl

Aber nicht nur die Gemeinde unterstützte, auch viele private Spender und Firmen gaben Geld, Material und handwerkliche Hilfe, damit aus dem alten Gebäude das nun bestehende Schmuckstück werden konnte.

Gutes Geschäft für Narren und Volksbank

Gekauft wurde das Gebäude noch von der Volksbank Triberg, „Ein guter Deal für alle: Ihr wurdet das Gebäude los, wir konnten es zu einem guten Preis erwerben“, stellte Kienzler in Richtung der anwesenden Vertreter der heutigen Volksbank Mittlerer Schwarzwald, Vorstandsvorsitzender Martin Heinzmann und Peter Klausmann von der Filiale Schonach, schmunzelnd fest.

Endlich reichlich Platz

Schon seit Jahrzehnten sei es Anliegen der Zunft gewesen, eigene Räume zu haben, Verschiedene Anläufe wurden gestartet, nun habe es endlich geklappt, freute sich der Ozumei. Platz sei nun reichlich vorhanden um Utensilien, Kostüme, Bühnendekoration, vor allem historische Unterlagen oder Bilder trocken und sicher aufzubewahren.

Keine Konkurrenz für Schonacher Wirtschaften

Den Aufenthaltsraum mit Theke will die Zunft künftig für interne Versammlungen und Besprechungen nutzen. „Vermieten werden wir die Räume nicht, wir wollen hier kein Festtourismus“, stellte Kienzler klar. Und in Richtung Schonacher Gastronomie sagte er: „Wir werden natürlich auch künftig Versammlungen und vor allem die Fasnet in den Schonacher Lokalen abhalten, der ,Geißenstall' soll keine Konkurrenz zu den Wirtschaften sein.“

Bilderwand als Herzenssache

Etliche historische Bilder, Belege, Urkunden, Orden und vieles mehr hängen schon im Aufenthaltsraum. Ganz besonders am Herzen lag ihm persönlich, so Kienzler, die Bilderwand hinter der Theke. Dort hängen schon einige Fotos verstorbener Originale der Narrenzunft. „So sind unsere Vorgänger immer mitten unter uns, wenn wir nach an einer Sitzung noch ein Bier an der Theke trinken“, freute sich Kienzler.

Den kirchlichen Segen erhält das neue Vereinsheim der Schonacher Geißenmeckerer- und -mägde von Pfarrer Andreas Treuer.
Den kirchlichen Segen erhält das neue Vereinsheim der Schonacher Geißenmeckerer- und -mägde von Pfarrer Andreas Treuer. | Bild: Claudius Eberl

Bürgermeister gratuliert und Pfarrer weiht ein

Bürgermeister Jörg Frey gratulierte der Narrenzunft auch im Namen des Gemeinderats zum neuen Domizil. „Meiner Meinung nach ist es sehr gelungen.“ Seitens der Gemeinde habe man gerne unterstützt, wie man überhaupt nach Möglichkeit alle Vereine unterstützt, seien diese doch immens wichtig für die Dorfgemeinschaft. Er wünschte viele schöne Stunden in den neuen Räumen und überreichte als Gastgeschenk einen kleinen Scheck. Der katholische Pfarrer Andreas Treuer segnete die Räumlichkeiten.

Eine Ehrung wird Narrenrat Uwe Kammerer zuteil.
Eine Ehrung wird Narrenrat Uwe Kammerer zuteil. | Bild: Claudius Eberl

Ehrung für Uwe Kammer nachgeholt

Schließlich gab es am Freitag noch eine Überraschung, die dem Ozumei allerdings „ziemlich peinlich“ war, wie er bemerkte. Hatte er doch tatsächlich vergessen, am Zunftabend eine Ehrung durchzuführen. Immerhin, so Kienzler, war die Eröffnung des "Geißenstalls" aber nun doch noch eine schöne Gelegenheit, diese nachzuholen. So ehrte er Uwe Kammerer für 25 Jahre Mitgliedschaft im Narrenrat.

Geißenmagd feiert 2020 ihr 50. Jubiläum

Martin Schmidt hatte zur Eröffnung aus seinen Unterlagen zwei Dokumente für die Narrenstube mitgebracht: Eine Rechnung, die seine Mutter einst von der Narrenzunft im Jahre 1970 erhielt und zwar in Höhe von 340 D-Mark für eine der ersten Geißenmagd-Masken überhaupt. Apropos Geißenmagd: Diese feiert im kommenden Jahr ihren 50. Geburtstag. Der Ozumei kündigte an, dass man das feiern werde und zwar mit einer Lady’s Night im Haus des Gastes. „Weitere Infos dazu gibt es im Laufe des Jahres“, so Kienzler.

Großes Lob für Jonny Kienzler

Bevor es zum gemütlich Teil überging, dankte Zunftmeister Hartmut Burger dem Ozumei noch für seine Bemühungen um den "Geißenstall". „Es braucht immer einen, der voranmacht – und das warst in dem Fall Du“, merkte er an. Im Anschluss waren die Gäste zu einem Imbiss und zur Besichtigung der Räume eingeladen.

Feiern bis spät in die Nacht

Für zünftige Stimmungsmusik im „Geißenstall“ sorgten zu später Stunde noch die Kurkapelle Schonach unter der Leitung von Markus Kammerer und der vereinseigene DJ Uwe Kammerer. Letzterer unterhielt auch am Samstag beim Tag der offenen Tür die zahlreichen Gäste musikalisch. Ab 15 Uhr bis spät in die Nacht hinein feierten Mitglieder, Besucher und Freunde der Narrenzunft Schonach die Eröffnung des „Geißenstalls“.

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