Die Kindergartenlandschaft und die Schulen beschäftigten den Gemeinderat Triberg in der jüngsten Sitzung. Erfreulich sei die Entwicklung der Kinderzahlen, allerdings koste sie die Stadt auch viel Geld.

Umwandlung in andere Gruppenform

Die Krippengruppe in St. Anna ist stets voll belegt, Anfragen könne kaum entsprochen werden. Daher soll hier eine Regelgruppe in eine altersgemischte Gruppe für Kinder ab zwei Jahren mit verlängerten Öffnungszeiten umgewandelt werden. Dies würde aber die Gruppenstärke von 24 auf 22 Kinder herabsetzen, da Kinder unter drei Jahren (U3) jeweils zwei Plätze belegen. So könnten aber fünf U3-Kinder aufgenommen werden.

Nur minimale Umbaukosten

Lediglich minimale Umbaukosten würden dabei anfallen – Verdunkelungen im Schlafraum und zusätzliche Matratzen wären notwendig. Allerdings müsste der Stellenschlüssel um 0,26 Stellen erhöht werden, was für die Stadt rund 11  400 Euro Mehraufwand bedeuten würde, im aktuellen Jahr aber nur 8500 Euro, da die Umstellung zum 1. April erfolgen sollte.

Höherer Vertretungsanteil

Im selben Kindergarten soll der Vertretungsanteil erhöht werden. Bis dato wurden beim Personalschlüssel immer acht Prozent eingespart, da davon Vertretungspersonal im Rahmen der Übungsleiterpauschale beschäftigt wurde. Dies wurde aber immer problematischer.

Hohe Flexibilität verlangt

Immerhin verlangte man hohe Flexibilität, im Krankheitsfall umgehend im Kindergarten zu erscheinen. Dies musste aber gewährleistet sein, um Gruppenschließungen abzuwenden. Nun sollen diese acht Prozent vorhandenen Teilzeitkräften zugeschlagen werden, die dann als Vertretungskräfte eingesetzt werden können.

Neue Aufteilung auf ein bis zwei Erzieherinnen

Das Kindergartenkuratorium schlage nun vor, so Bürgermeister Gallus Strobel, diese acht Prozent, die 0,29 Stellen beträfen, auf ein bis zwei Erzieherinnen aufzuteilen, damit die Vertretung im Krankheitsfall gesichert sei. Die Kosten für die Stadt betragen pro Jahr etwa 12 700 Euro, für das laufende Jahr rund 9500 Euro, da die Maßnahme ab dem 1. April umgesetzt werden soll.

Hauswirtschaftskraft braucht mehr Stunden

Ebenfalls höhere Ausgaben kommen auf die Stadt wegen der Aufstockung des Stundenanteils der Hauswirtschaftskraft im Kindergarten St. Anna zu, vor allem wegen der Umwandlung der Regelgruppe in eine „VÖ-Gruppe“. Denn dadurch kann eine zusätzliche Gruppe am Mittagstisch teilnehmen.

Speisesaal zu klein

Da die Größe des Speisesaals nicht ausreicht, um allen Kindern ein gemeinsames Mittagessen zu ermöglichen, müssen die einzelnen Gruppen künftig in Etappen essen. Dazwischen müssen die Tische gereinigt und neu eingedeckt werden, was beim derzeitigen Stundenumfang nicht drin sei.

Möglicherweise neue Aufstockung nötig

Um 30 Minuten täglich soll daher die Arbeitszeit aufgestockt werden. Bisher helfe zusätzlich eine FSJ-Kraft (Freiwilliges Soziales Jahr). Sollte zum neuen Kindergarten ab September keine neue FSJ-Kraft gefunden werden, müsse über eine erneute Aufstockung gesprochen werden. Der jährliche Kostenaufwand für die Stadt liege laut Berechnungen bei rund 1900 Euro.

Hoffen auf Gute-Kita-Gesetz

Obwohl lediglich der Ausbau des Kindergartens St. Sebastian in Nußbach über den Haushalt abgesichert ist, empfahl Strobel, alle Positionen wie vorgeschlagen durchzuführen. Zwar seien die starken Geburtenzahlen keineswegs vorhersehbar gewesen, dennoch seien sie erfreulich, so auch die Mitglieder der einzelnen Fraktionen. Dennoch stellten sie fest, dass man nun im nächsten Jahr rund eine Million Euro aufwenden müsse. „Wir hoffen da auf das angekündigte Gute-Kita-Gesetz“, erklärte Bürgermeister Gallus Strobel schmunzelnd.

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