Das war wieder einmal ein vielfältiges Aufgabengebiet, das die Mitglieder der Feuerwehrabteilung Nußbach erwartete. In der Herbsthauptprobe am Samstag war nahtloses Ineinandergreifen der Feuerwehrleute wichtig. Dieses mal stand nicht das Löschen, sondern das Retten im Mittelpunkt. Zur Übung trafen auch drei Feuerwehrangehörige aus Triberg mit dem Rüstwagen RW2 ein.

Feuerwehrkameraden helfen mit Requisiten

Die Übungsannahme hatte Teilortskommandant Erhard Haberstroh vorbereitet. Dabei unterstrich er die Hilfe seiner Feuerwehrkameraden, sie stellten die benötigten Fahrzeuge bereit wie ein kaputtes Auto und einen Traktor mit beladenem Hänger. Er kommentierte den Verlauf den zahlreichen Zuschauern zur besseren Einsicht in die einzelnen Maßnahmen.

Erhard Haberstroh erläuterte letztmals als Feuerwehrkommandant den Ablauf der Hauptprobe.
Erhard Haberstroh erläuterte letztmals als Feuerwehrkommandant den Ablauf der Hauptprobe. | Bild: Dold, Priska
  • Übungsannahme: Ein Holztransport mit Rückewagen kommt von der Alten Straße und möchte in die Hintertalstraße einbiegen. Derzeit sind in diesem Bereich Straßenbauarbeiten im Gange. Dadurch muss der Fahrer sein Fahrzeug durch zwei Absperrungen lenken. Aus dem Hintertal kommend taucht plötzlich ein Mofafahrer auf. Er versucht, dem Holzfahrzeug auszuweichen, stürzt und gerät unter den Traktor. Auch der Fahrer des Holztransporters bremst spontan, sodass seine Ladung verrutscht. Diese ist schlecht gesichert, einige Stämme fallen herunter und ein Stamm trifft ein an der Seite parkendes Auto. Hier sitzt der Fahrer noch im Auto. Er wird durch das eingedrückte Dach verletzt, Türen und Fenster lassen sich an dem Fahrzeug nicht mehr öffnen.
Es ist gar nicht so einfach, die neue Öl- und Wassersperre im Vordertalbach anzubringen. Die Strömung ist sehr stark, doch auch das gehört zur Übung.
Es ist gar nicht so einfach, die neue Öl- und Wassersperre im Vordertalbach anzubringen. Die Strömung ist sehr stark, doch auch das gehört zur Übung. | Bild: Dold, Priska
  • Probenablauf: Alsbald traf nach Alarmierung die Feuerwehr am Unglücksort ein. Die Mitglieder stellten nicht nur einen Unfall mit verletzten Personen fest, sondern es war auch schon durch beschädigte Leitungen Öl und Kraftstoff ausgelaufen. Bei diesen anstehenden Aufgaben war gute Zusammenarbeit erforderlich, die einzelnen Trupps erkundeten die Sachlage, denn Übersicht war wichtig: Der Traktor wurde angehoben, um den verletzten Mofafahrer zu befreien. Ebenfalls befreit werden musste unter größten Vorsichtsmaßnahmen der Fahrer des Kleinwagens. Hier galt es zunächst, die heruntergefallenen Baumstämme zu entfernen und die Ladung zu sichern. Der Regenwasserschacht musste abgedichtet werden und ein Trupp errichtete im Bach eine Ölsperre.
Ganz vorsichtig muss der Baumstamm vom Dach des beteiligten Unfallautos abgehoben werden, um den Verletzten nicht weiter zu gefährden.
Ganz vorsichtig muss der Baumstamm vom Dach des beteiligten Unfallautos abgehoben werden, um den Verletzten nicht weiter zu gefährden. | Bild: Dold, Priska

Da dieses Jahr das DRK an der Übung nicht teilnehmen konnte, übernahmen die Mitglieder der Feuerwehr zunächst die Betreuung der Verletzten, auch diese sind für eine solche Aufgabe geschult. Erhard Haberstroh erläuterte die Vorgänge anschaulich, sodass die Zuschauer die Arbeiten der Wehrleute übersichtlich verfolgen konnten.

Altersgrenze erreicht

„Das war meine letzte Herbsthauptprobe“, überraschte Haberstroh die Zuschauer zum Schluss, „wegen Erreichung der Altersgrenze darf ich im kommenden Herbst keinen aktiven Feuerwehrdienst mehr leisten“. Haberstroh ist nun seit 25 Jahren Teilortskommandant. Seine erste sich ausgedachte Übung vor 24 Jahren ähnelte sehr der diesjährigen, nur sind die Fahrzeuge und die Ausrüstung der Wehr der Zeit angepasst.

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Zuschauer sehr beeindruckt

Nach der Übung ging es ans Aufräumen. Währenddessen diskutierten die Zuschauer über den Übungsverlauf und zeigten sich sehr beeindruckt.

Viele Dankesworte

Nach getaner Arbeit trafen sich die Mitglieder der Teilortswehr und die Trachtenkapelle Nußbach beim Feuerwehrhaus. Mit Marschmusik ging‘s gemeinsam in den Pfarrsaal, um dem über 100-jährigen Brauch gerecht zu werden und einen Kameradschaftsabend zu veranstalten. Eine kurze Übungsbesprechung musste allerdings noch sein, dabei gab es viele Dankesworte an die Wehrkräfte, auch von Gesamtkommandant Jens Wallishauser, der die Übung verfolgt hatte.