Margarete und Anton Retzbach sind bekannt dafür, dass sie in ihren Kronenlichtspielen in Triberg auch schon mal sogenannte Non-Profit-Filme zeigen – einfach deswegen, weil sie gut gemacht sind und – wie im Falle des Villinger Filmemachers Klaus Peter Karger – viel Lokalkolorit beschreiben.

Karger schon öfter zu Gast im Triberger Kino

Bereits mehrfach war der ehemalige SWR-Redakteur Karger im kleinen Triberger Lichtspielhaus zu sehen, so mit dem Film über das Schwenninger Moos oder über den Schuhmacher Herr Felde. „Dokumentarfilme haben normalerweise ein recht stringentes Drehbuch. Das ist bei meinen Filmen anders, sie entwickeln sich während der Dreharbeiten“, antwortete Karger auf Nachfrage aus dem leider etwas spärlichen Publikum.

Er freue sich, dass die Retzbachs seine Dokumentation direkt zum Kinostart zeigen, so Karger. Denn bis dato war der Film „Die Spaßmacher“ nur im Villinger Guckloch-Kino zu sehen.

So kennt man sie: Ferdinand (Uwe Spille) und Beppo (Roland Kurz) sind die Spaßmacher des Clowntheaters Kakerlaki.
So kennt man sie: Ferdinand (Uwe Spille) und Beppo (Roland Kurz) sind die Spaßmacher des Clowntheaters Kakerlaki. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Jahre mit mehr als 200 Auftritten

„Die Spaßmacher“, das sind Beppo und Ferdinand vom Kakerlaki Clowntheater, die seit mittlerweile mehr als 30 Jahren durch die Lande touren. „Wir hatten Jahre, in denen wir mehr als 200 Auftritte hatten“, erzählt Uwe Spille dem Triberger Publikum. Denn zur Überraschung des Regisseurs hatten sich Uwe Spille, der den Ferdinand spielt, und Roland Kurz, auch als Beppo bekannt, ebenfalls zur Kinopremiere eingefunden.

Drei Jahre um die Welt gereist

Roland Kurz ist Jahrgang 1960, geht mithin stramm auf die 60 zu. Der studierte Sozialarbeiter hat sich in seinen jungen Jahren eine Auszeit genommen, in denen er drei Jahre lang die Welt bereiste. Heute ist er mit einer 50-Prozent-Stelle in der Suchtberatung tätig und ist somit finanziell unabhängiger von seinen Nebentätigkeiten.

Bekannt auch durch „Dementieren zwecklos“

Ein Jahr jünger ist der bekennende Buddhist Uwe Spille, der im Film auch in dieser Hinsicht gezeigt wird. „Im ersten Augenblick war mir das nicht sehr angenehm. Aber es war richtig, denn das bin ich einfach“, bekannte er. Einem breiteren älteren Publikum dürfte er bekannter sein als Autor und Darsteller des Stückes „Dementieren zwecklos“, das den Weg ins Vergessen aufzeigt.

Immer freischaffend unterwegs

Spille hat sich nie ins Korsett einer nichtselbstständigen Tätigkeit drängen lassen, war immer freischaffend, obwohl er geprüfter Wirtschaftsassistent ist. Heute, wie seit 30 Jahren, arbeitet er als selbstständiger Autor und Künstler. „Als meine Familie gewachsen ist, hatte ich manchmal schon Bauchweh“, beschreibt er die Probleme, ohne geregeltes, festes Einkommen zu leben.

Fünf Programme bis heute im Repertoire

Der Film zeigt Szenen aus den 30 Jahren Kakerlaki Clowntheater. Fünf Programme haben sie, die sie noch heute spielen – auch wenn die Mutter eines zweieinhalbjährigen Kindes sich beschwert habe, dass ihre Tochter jetzt Angst vor Monstern im Kinderzimmer habe, seit sie gemeinsam das Stück „Heimlich – Unheimlich“ angeschaut hätten.

„Wie ein altes Ehepaar“

Sehr sympathisch und authentisch kommen die Charaktere heraus. „Wir sind manchmal wie ein altes Ehepaar, was nach 30 Jahren nicht verwunderlich ist. Und wir sind immer noch zusammen, was sehr verwunderlich ist“, sagt Beppo im Rückblick auf die vielen Auftritte im Film. Und – wie ein altes Ehepaar hatten sie sich einige Jahre lang privat nichts mehr zu sagen, gestehen sie. Was aber den Auftritten keinen Abbruch getan habe.

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Heute, im 31. Jahr ihrer Zusammenarbeit, stellen sie fest, dass sie zwar einzeln gebucht werden können, zu zweit aber deutlich mehr als die Summe aus beiden seien. „Wenn es nach mir geht, kommen wir auch noch auf 40 Jahre“, betonte Spille vor etlichen Zeugen – und Roland Kurz stimmt dem durchaus zu.

Der Film läuft noch bis Sonntag in den Kronenlichtspielen Triberg. Am Samstag, 24. August, läuft die Dokumentation ab 20 Uhr, am Sonntag, 25. August, beginnt der rund 90-minütige Streifen bereits um 19 Uhr.