Zahlreiche Interessierte können die Veranstalter der dritten Schwarzwaldbahn-Tage verbuchen, die am Wochenende an den Triberger Bahnhof kamen. Dort zogen relativ neue und viele ältere Schienenfahrzeuge die Blicke an.

Ein herzliches Willkommen spricht Bürgermeister Gallus Strobel den Gästen aus Erstfeld in der Schweiz aus. Gemeindepräsidentin Pia ...
Ein herzliches Willkommen spricht Bürgermeister Gallus Strobel den Gästen aus Erstfeld in der Schweiz aus. Gemeindepräsidentin Pia Tresch-Walker (dritte von rechts) hat ihren gesamten Gemeinderat mitgebracht. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Viele Nostalgiefans zogen nicht nur an den Bahnhof, vielmehr säumten sie mit Kameras an herausragenden Blicken die Strecken nach Hornberg und St. Georgen nach Hornberg fuhr der Dampfsonderzug, gezogen von der schweren Dampflok 50 298, in Gegenrichtung war es der Schienenbus, der vor allem durch seine Rundumsicht überzeugte. Vor allem der Blick in den letzten und mit 1697 Metern längsten Tunnel war erstaunlich: Man sah bei der Einfahrt den Lichtpunkt der Tunnel-Ausfahrt auf der Sommerau, an dem die Schwarzwaldbahn dann auch ihren höchsten Punkt (832 Meter) erreicht.

Loks aus verschiedenen Epochen können auf Gleis 3 besichtigt werden.
Loks aus verschiedenen Epochen können auf Gleis 3 besichtigt werden. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Auf große Resonanz stießen die Bahntage aber auch bei offiziellen Stellen. So ließ sich beispielsweise der Landtagsabgeordnete Karl Rombach mit Frau Rita die besondere Veranstaltung nicht entgehen, viele Bahn-Mitarbeiter und ebenso Bürgermeister Gallus Strobel mit vielen Mitgliedern seines Gemeinderats ebenfalls nicht. Ferner gekommen war Gemeindepräsidentin Pia Tresch-Walker mit dem kompletten Gemeinderat der schweizerischen Gemeinde Erstfeld, dem Einstieg in die Gotthard-Bahn, bei der wie auch bei der Schwarzwaldbahn Robert Gerwig maßgeblich beteiligt war.

Für die musikalische Umrahmung ist die Stadt- und Kurkapelle unter der Leitung von Hansjörg Hilser (rechts) zuständig.
Für die musikalische Umrahmung ist die Stadt- und Kurkapelle unter der Leitung von Hansjörg Hilser (rechts) zuständig. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Mit dem Leiter der Regionalnetze Baden-Württemberg der Deutschen Bahn, Konstantin Brümmer, Karl Bolli Bezirksleiter Netz auf der Schwarzwaldbahn sowie weiteren hochrangigen Vertretern der Deutschen Bahn konnte der Triberger Verwaltungsleiter viele weitere Freunde beim dritten Bahnhofsfest begrüßen, die hinter der Stadt stehen und auch dem Bahnfest sehr positiv gegenüberstehen. „Ohne die enge Kooperation mit der Bahn wäre das Fest in diesem Ausmaß nicht möglich“, gab Strobel zu bedenken.

Allzeit bereit: Der FC Triberg bewirtet die Gäste bei den Bahntagen 2018.
Allzeit bereit: Der FC Triberg bewirtet die Gäste bei den Bahntagen 2018. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Tribergs Bürgermeister begrüßte auch die Eisenbahnfreunde Zollernbahn, die seit 2004 auf der Schwarzwaldbahn mit zentralem Punkt Triberg ihre Sonderfahrten mit dem Dampfsonderzug durchführen. Die Moderation zu den Tunnelfahrten sei dazu bei Philipp Saier und Gottfried Philipp in besten Händen. Dazu kamen Mitarbeiter des Bahnmuseums, die mit diversen Lokomotiven die Geschichte der Triebfahrzeuge auf der Schwarzwaldbahn aufzeigten.

Er bedaure es sehr, dass die Gäste aus der Schweiz auch diesmal das berühmte „Krokodil“, eine der spektakulärsten E-Lokomotiven Europas, daheim gelassen hätten. Viele weitere hätten mitgeholfen, diese Bahntage zu organisieren, beispielsweise Nikolaus Arnold als Stadtmarketing-Leiter.

„Leistungsfähigste Bahn im Land“

Letzterer erwähnte auch den Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad, der 2012 in Betrieb ging, dazu gebe es eine enge Verzahnung mit den Kollegen aus der Schweiz. Eisenbahnfans aus aller Welt würden durch die berühmten Gebirgsbahnen und die Bahnpfade angelockt, wusste er. Als Vertreter der Bahn sprach Konstantin Brümmer. Er erlebe die Bahntage zum zweiten „aber sicher nicht zum letzten Mal“. Er lobte die gedeihliche Zusammenarbeit mit der Stadt Triberg und betonte, wie sehr man „die Leidenschaft dahinter“ verspüre. Seit 1873 sei die Schwarzwaldbahn komplett befahrbar und habe seither nie an Bedeutung verloren. Die 1977 komplett abgeschlossene Elektrifizierung habe der Bahn neuen Schub gegeben. „Sie ist die leistungsfähigste Bahn in Baden-Württemberg, was sie anlässlich der Strecken-Havarie bei Rastatt erneut beweisen habe.“ Daher setze die Bahn hier auch Zeichen, indem in den nächsten Jahren 85 Millionen Euro investiert würden. Als einzige Gebirgsbahn Deutschlands habe sie aber auch Schattenseiten, was der Wintersturm „Burglind“ auch in diesem Jahr wieder gezeigt habe. „An dieser Stelle danke ich den Feuerwehren an der Strecke, die uns enorm unterstützt haben“, beendete Brümmer seine Rede.

Werner Brohammer fertigt zur Freude der Besucher der Schwarzwaldbahn-Tage Holzskulpturen mit Kettensägen an.
Werner Brohammer fertigt zur Freude der Besucher der Schwarzwaldbahn-Tage Holzskulpturen mit Kettensägen an. | Bild: Hans-Jürgen Kommert

Musikalisch umrahmt wurde der offizielle Teil von der Stadt- und Kurkapelle Triberg, die mit unterhaltsamen Weisen zum Gelingen beitrug. Für die Bewirtung sorgte der FC Triberg, der am Sonntag mit heißem Schinken und Kartoffelsalat punkten konnte. Auch wenn es nicht immer so aussah, als ob es viele Besucher gab, täuschte das gewaltig, denn diese verstreuten sich auf dem gesamten Bahngelände – und die stets voll ausgebuchten Sonderfahrten bewiesen es eindrücklich.