Edgar Lamparter vom Landwirtschaftsamt Donaueschingen ist Fachmann in Bezug auf Gartenbau. Die Landfrauen der Raumschaft Triberg luden ihn daher zur Weiterbildung ins Vesperhäusle des Reinertonishofes ein.

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Franziska Scherzinger-Nagel vom Vorstandsteam der Landfrauen freute sich bei der Begrüßung über ein „volles Haus“. Erwartungsvoll richteten sich mehr als 40 Augenpaare auf den Referenten, der mit einem Bildervortrag den Nachmittag gestaltete.

Gewächshaus oder Freilandgarten

Vor allem biologischer Pflanzenschutz lag Edgar Lamparter am Herzen. „Wenn Sie ein kleines Gewächshaus haben, dann empfehlen sich gegen Schädlinge vor allem Marienkäfer, Schlupfwespen, Gallmücken und Raubmilben“, wusste der Referent. Aber er ging davon aus, dass die Landfrauen in der Regel im Freilandgarten arbeiten, was diese auch bestätigten.

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Darum legte der Garten-Experte seinen Schwerpunkt auf die Arbeit im Grünen. „Hier müssen Laufkäfer, Eidechsen, Ohrwürmer, Igel, Spinnen, Wildbienen und Marienkäfer als biologische Waffe gegen Schädlinge gefördert werden“, sagte Lamparter. Es gebe auch bestimmte Vogelarten, die Schädlinge ausrotten können. Die Tiere, die Schäden an Blumen und Kräutern anrichten, wurden ebenfalls klar benannt.

Blattlaussuche mit der Lupe

„Die Bestände müssen regelmäßig kontrolliert werden, denn Blattläuse zum Beispiel können nur mit einer Lupe entdeckt werden“, informierte der Garten-Fachmann. Bis zu 100 Eier legen die Blattlaus-Weibchen in kurzer Zeit ab, aber auch die Spinnenmilben und die weißen Fliegen vermehren sich in ähnlicher Geschwindigkeit, wie zu erfahren war. Besonders müssen sich Gärtnerinnen vor den Schnecken schützen. Am besten sei es, wenn die erste Generation komplett abgesammelt werde.

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Das Publikum stellte viele Fragen, auf die der Referent ausführlich einging. Für seine Informationen wurde Edgar Lamparter mit Beifall bedacht.

Auf Gärten kommen neue Gefahren zu

Zum Schluss kamen noch künftige tierische Bedrohungen für die heimische Flora zur Sprache.

  • Essigfliege: Sie stammt aus dem asiatischen Raum und breitet sich seit zehn Jahren in Deutschland aus. Sie ist eine große Gefahr für die Obstkulturen und den Weinanbau. Ihre Bekämpfung stelle die Wissenschaftler vor große Probleme, weil sich die Fliege rasend schnell vermehre.
  • Buchsbaumzünsler: Ebenfalls aus Asien ist die Raupe vor etwa 15 Jahren eingewandert. Die dicken Raupen fressen nicht nur die Blätter der Buchsbäume, sondern knabbern sogar die Rinde an. „Doch das Auftreten dieses Schädlings, der vorwiegend in Tälern vorkommt, kann mit biologischen Mitteln bekämpft werden“, machte Edgar Lamparter den Anwesenden Mut.
  • Kastanien-Miniermotte: Dieser winzige Schmetterling wird nur einen halben Zentimeter groß. Seinen Namen trägt er, weil seine Larven die Rosskastanien schädigen. „In den Grünanlagen der Städte kann man die Auswirkungen daran erkennen, dass die Bäume schon im August ihre beschädigten Blätter verlieren und dann völlig kahl sind“, bedauerte der Referent.