Der Pfarrgemeinderat (PGR) der Pfarrgemeinde „Maria in der Tanne“ blickte in seiner jüngsten Sitzung in die Zukunft. Aus Seelsorgeeinheiten sollen Großpfarreien werden. Die PGR-Wahlen am 22. März 2020 werden trotzdem noch für eine Amtsperiode von fünf Jahren geplant.

Die besinnliche Einstimmung in der jüngsten Sitzung des Pfarrgemeinderats übernahm Rosa Dieterle mit dem Gebet „Dein Wort ist Licht für meine Pfade“ in Anlehnung an den Psalm 119. Nicht nur ihre zahlreichen Ratskollegen und das Seelsorgeteam hörten aufmerksam zu, sondern auch die Gäste, die sich für die öffentliche Sitzung interessierten.

Anja Finkbeiner (rechts) informiert die Ratskollegen und das Seelsorgeteam über den Flügel, der dem Kirchenchor gehört. Links von ihr sitzen Rosa Dieterle und Hubert Waldvogel.
Anja Finkbeiner (rechts) informiert die Ratskollegen und das Seelsorgeteam über den Flügel, der dem Kirchenchor gehört. Links von ihr sitzen Rosa Dieterle und Hubert Waldvogel. | Bild: Maria Kienzler

Der Vorsitzende Gerald Sandner stellte den Zeitplan für die PGR-Wahlen am 22. März 2020 vor. Schon Ende September muss die Anzahl der Sitze und der Stimmbezirke im künftigen PGR feststehen.

Bewährte Stimmbezirke

Pfarrer Andreas Treuer plädierte für die bisherige Praxis in der Seelsorgeeinheit (SE) „Maria in der Tanne“. „Die fünf Stimmbezirke mit jeweils vier Sitzen haben sich bei uns bewährt“, zeigte er sich überzeugt. Alle Pfarreien in der SE hätten auf diese Weise genau gleich viele Vertreter und daher die gleichen Chancen, das sei eine faire Lösung.

Auch andere Rechengrößen möglich

Der Pfarrer wies auch noch auf die andere Möglichkeit hin, bei der die Zahl der Pfarrgemeinderäte anteilsmäßig an der Katholikenzahl der jeweiligen Pfarrei ausgerichtet werden. Die nächste Legislaturperiode sei die letzte Phase für die SE „Maria in der Tanne“, danach muss der PGR die Wahlen für weit größere Einheiten auf den Weg bringen, wie es weiter hieß.

Gerald Sandner betonte, wie wichtig die Kandidatur von eingearbeiteten Ratsmitgliedern für die nächste Wahl sei. Daraufhin äußerten sich alle Räte nacheinander über ihre eventuelle weitere Tätigkeit im PGR. Viele wollten sich jedoch noch nicht festlegen, während es neben einigen Absagen auch mehrere Zusagen gab.

Ab 2030 nur noch Großpfarreien

„Ab dem Jahr 2030 ist nicht mehr von Seelsorgeeinheiten die Rede, dann gibt es nur noch Großpfarreien“, blickte Pfarrer Treuer in die Zukunft. Die Umstrukturierung beginne schon viel früher, denn in elf Jahren müsse die Einteilung abgeschlossen sein.

Pfarrei so groß wie heutiges Dekanat

„Unsere Pfarrei wird etwa so groß werden wie das derzeitige Dekanat Schwarzwald-Baar“, ergänzte Diakon Klaus-Dieter Sembach. „Von Blumberg bis Schonach“, sinnierte er vor sich hin. Um dann darauf hinzuweisen, dass die Katholiken von Triberg und Schonach vielleicht auch ans Kinzigtal angeschlossen werden, so wie es früher einmal war.

Etliche Gemeindemitglieder interessieren sich für die öffentliche Pfarrgemeinderatssitzung im Triberger Pfarrsaal und verfolgen aufmerksam die Diskussionen.
Etliche Gemeindemitglieder interessieren sich für die öffentliche Pfarrgemeinderatssitzung im Triberger Pfarrsaal und verfolgen aufmerksam die Diskussionen. | Bild: Maria Kienzler

Der Diakon nannte auch konkrete Zahlen. In einer Großpfarrei arbeiten etwa fünf Priester und einer von ihnen sei Leiter der riesengroßen Pfarrei.

Teams für Wortgottesdienste bilden

Andreas Treuer machte darauf aufmerksam, dass dann deutlich weniger Eucharistiefeiern gefeiert werden können. Vor allem aber müssten Teams gebildet werden, die regelmäßig Wortgottesdienste anbieten. „Alle Christen haben teil am allgemeinen Priestertum“, zitierte er ein Bibelwort und erinnerte daran, dass von der Erzdiözese Freiburg diesbezügliche Fortbildungen angeboten werden.

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Alternativen für Kranke

„Wenn das so ist, wird sicher der Fernsehgottesdienst das Medium der Zukunft“, warf Thomas Mertens ein. Doch Treuer stellte klar, dass dies nur bei Krankheit eine Alternative sei.

Schonacher Kirchenchor löst sich auf

Der Kirchenchor von Schonach löste sich bekanntlich im Januar auf. Doch der Flügel, der dem Chor gehört, steht immer noch im Schonacher Pfarrzentrum. Daher stellte Anja Finkbeiner den Antrag, dass er von der Pfarrei St. Urban übernommen wird. Nach längerer Diskussion wurde mit 18 Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen für die preiswerte Übernahme votiert.

Pfarrsaal wird nicht mehr an private Gruppen vermietet

Aus dem Stiftungsrat berichtete Gerald Sandner. Neben einigen Reparaturen und geplanten Investitionen wurde ein früherer Beschluss in Bezug auf den Triberger Pfarrsaal wieder erneuert. Danach wird der Saal nicht mehr an private Gruppen vermietet, weil es immer wieder Probleme gibt. Nur Vereine und Kirchenmitarbeiter können künftig den Saal mieten, um dort ihre Feste zu feiern.

Glocken-Anlage braucht eine Sanierung

Die Glocken-Anlage der Stadtkirche muss dringend renoviert werden und für das Schonacher Pfarrzentrum wird eine neue Geschirrspülmaschine gekauft. Die Räumlichkeiten des Kindergartens in Nußbach soll in Zukunft nur für Kinder zur Verfügung stehen, denn wahrscheinlich werden dort sogar zwei Kleinkind-Gruppen eingerichtet. Ortsvorsteher Heinz Hettich hat deshalb im Rathaus einen Raum für das Pfarrbüro angeboten. Auch die PGR-Mitglieder können sich dort treffen. Die Stadtverwaltung Triberg hat darüber hinaus mitgeteilt, dass demnächst der Weg von der Schulstraße bis zur Stadtkirche hinauf mit einem Geländer versehen wird.