Im Rahmen einer Kuratoriumssitzung in Triberg wurde festgestellt, dass die Kinderzahlen außergewöhnlich stark gestiegen seien, was zu einer Anmeldeflut in den Kindergärten führte. Vor allem die Zahl der sogenannten U3-Plätze für Kinder unter drei Jahren sei exorbitant gestiegen, die Nachfrage könne nicht befriedigt werden.

Verbindlicher Rechtsanspruch schon seit sechs Jahren

Werner Breig, zuständig für die Kindergartenlandschaft der Wasserfallstadt, trug die Beschlüsse vor: Seit 2013 bestehe ein verbindlicher Rechtsanspruch auf Plätze für Kinder unter drei Jahren, davor hatten erst Kinder ab dem dritten Lebensjahr einen Anspruch auf einen Platz. Um nun den seit inzwischen sechs Jahren bestehenden Rechtsanspruch wie auch die allgemein gestiegenen Anfragen erfüllen zu können, schlage die Verwaltung eine Reihe von Maßnahmen vor.

Neue Gruppe für Kinder ab erstem Lebensjahr

Zunächst soll der Nußbacher Kindergarten in einer neuen Gruppe Plätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr erhalten. Hier bestehe erheblicher Bedarf, die anderen Kindergärten seien nicht erweiterbar. Da die Wohnung im Obergeschoss des Gebäudes leer steht, wäre genügend Platz vorhanden. Die Kirche werde zehn Prozent der Kosten für den Umbau (180  000 Euro) übernehmen.

Bautechniker arbeitet ehrenamtlich

Bautechniker Sven Ketterer sei bereit, Planung und Überwachung des Umbaus zu übernehmen – und das ehrenamtlich. Dadurch könnten die Kosten auf rund 150 000 Euro gesenkt werden, inklusive dem zweiten Rettungsweg, neuen Türen, Küche und sogar der Umbau der Toiletten im Untergeschoss. Die Planung sieht nämlich vor, den neuen Raum für die altersgemischte Regelgruppe zu nutzen. Die Krippengruppe soll dann im Untergeschoss Raum finden.

Pfarramtsräume als weitere Option

Zusätzlich werde der Kommunalverband für Jugend und Soziales prüfen, ob in den Räumen des Pfarramts ein weiterer Gruppenraum installiert werden könne – was dann mit geringen Mitteln weitere Plätze ermöglichen würde, so der Bedarf weiter zunehme.

Geld für Umbau schon im Haushalt reserviert

Bis Januar 2020 sei die Fertigstellung geplant, die dann anstehenden zusätzlichen Personalkosten von rund 100 000 Euro würden somit erst dann anfallen. Für den Umbau sind entsprechende Mittel im Haushalt eingestellt.

Enorm steigende Kosten stehen im Raum

Beate Adam (CDU) fand die Entwicklung generell sehr erfreulich, auch wenn dauerhaft weiter enorm steigende Kosten im Raum stünden. Die vorgeschlagenen Lösungen seien vernünftig. Allerdings habe sie ein Problem: Die Kirche wolle sich in großem Umfang von Gebäuden trennen – „was passiert, wenn auch der Kindergarten betroffen ist?“. Zudem empfand sie es als unzumutbar, dass die Beschlüsse ganz oben gefasst würden, bezahlen dürften letztlich die Kommunen. „Wir warten hier auf ein eindeutiges politisches Signal“, betonte sie.

Kritik an der Bundespolitik

Strobel erklärte, sollte sich die Kirche von den betreffenden Gebäuden trennen wollen, stehe die Stadt bereit. Schmunzelnd sprach er über das kommende „Gute-Kita-Gesetz“, das auf dem Weg sei und vielleicht viele Dinge kläre.

Ehrenamtliche Bürde zu groß?

Auch Klaus Nagel (FWV) sprach sich positiv über die Maßnahmen aus. Allerdings sei es dreist, „was der Bund uns da an Kosten aufbürdet“. Friedhelm Weber (SPD) freute sich über die ausführliche Vorlage, die für jedermann verständlich sei. Allerdings empfand er die ehrenamtliche Bürde für Sven Ketterer zu groß. „Die Arbeit sollte mit Überstunden ausgestattet werden“, schlug er vor. Zudem würde er aus der Krippen- eine Kleinkind-Gruppe machen, Krippe signalisiere noch kleinere Kinder.

Kindergärten sollten kostenfrei sein

Fraktionskollegin Ute Meier zeigte die Entwicklung auf – das Elterngeld werde nurmehr für ein Jahr bezahlt, da müssten viele Mütter direkt danach wieder in Arbeit. Zudem wies sie darauf hin, dass auch die Kindergärten, mittlerweile Bildungsstätten, auch beim Kultusministerium angesiedelt seien. „Bildung ist in Deutschland kostenfrei, daher müssen auf Dauer auch die Kindergärten kostenfrei sein.“

Kammerer stimmt dagegen

Rafael Kammerer (CDU) stimmte wie schon im Ortschaftsrat Nußbach dagegen – er will noch immer den Kindergarten im Schulhaus sehen.

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