Nußbach – 125 Jahre alt und kein bisschen leise, so präsentiert sich der Musikverein Trachtenkapelle Nußbach anlässlich seines Jubiläumsfestes. Nach dem Festgottesdienst folgte das bunte Programm unter dem Motto „Strohhut trifft Zylinder“. Keine Kosten und Mühen gescheut haben dabei die Musiker um die Vorsitzende Annette Haberstroh und den Dirigenten Wolfgang Borho. Zahlreiche musikalische Gäste, teils aus der Raumschaft und aus dem weiten Umkreis, prägten die ersten Festtage, die bis auf ein Gewitter am Samsta auch bei Petrus auf Gegenliebe stießen.

Hinzu kam eine geradezu professionelle Organisation, bei der ein Rädchen ins andere griff und alle stets jeder Situation gewachsen waren. „Ohne unsere Freunde aus allen Vereinen im Dorf wäre ein so großes Fest wohl nicht möglich“, sagte eine sichtlich entspannte Vorsitzende am Sonntagnachmittag.

Nach dem begeisternden Auftritt der Froschenkapelle aus Radolfzell am Samstagabend bestritten am Sonntag die Musiker aus der Raumschaft das Programm. Weder Losglück noch ein Programm bestimmten die Reihenfolge der Auftritte. Da hatten sich die Veranstalter etwas einfallen lassen. In verschiedenen Spielen wurde jeweils ein Gewinner ermittelt, der spielen durfte – und wenn ein Gewinner mehrfach zum Zuge kam, durfte er bestimmen, wer als nächstes die Bühne betritt. Zusätzlich gab es Anreize, sich anzustrengen, denn der Verein mit den meisten Punkten durfte sich auf Vesper und Getränke freuen. Den Tagessieg bei den Spielen trug Gremmelsbach nach Hause.

Den Reigen eröffneten die Musiker aus Gremmelsbach um Dirigent Slawomir Moleta, charmant moderiert von Daniela Dieterle. Sie bestimmten nach dem zweiten Sieg, dass die Schonacher Kurkapelle spielen sollte. Hierbei übernahm Joachim Müller das Wort und er gratulierte auch im Namen des Verbands. Nicht verschont blieben indes die Musiker der Stadtkapelle Triberg und der Kurkapelle Schönwald – auch sie kamen an die Reihe.

In den Pausen trat die Tanzformation Le Cepoun Fréjuren aus Fréjus auf, die traditionelle Tänze vorführte und sich damit viel Applaus einhandelte. Der benötigte Platz war schnell gefunden – draußen auf dem großen Vorplatz bewiesen die Freunde aus der Partnerstadt an der Côte d’Azur, dass sie ein großes Repertoire mit sehr viel Können beherrschen.

Der Abend gehörte wieder Gästen: Die Bauernkapelle Mindersdorf hatte einen etwas ungewöhnlichen Aufbau: Das Schlagzeug stand vorn in der Mitte der Bühne, da Schlagzeuger Michael Steiert zugleich die musikalische Leitung innehat. Wie die Froschenkapelle kommen die Mindersdorfer mit den Sängern Frank Wissler, Diana Wissler und Nico Fetscher aus dem Kreis Kon­stanz.

Am Jubiläumsgottesdienst der Trachtenkapelle nahmen zahlreiche Gläubige teil. Der Wortgottesdienst von Pastoralreferentin Birgit Kurzbach verfehlte nicht die Wirkung auf die Besucher, zumal auch in Lesung und Ansprache der Bezug zum Jubiläum zum Ausdruck gebracht wurde. Die Lesungen trugen die Musikerinnen Kornelia Peter und Anna Welke vor, die Fürbitten sprach Vorsitzende Annette Haberstroh. Viele Gedanken, so betonte sie, gingen an den kürzlich tödlich verunglückten Musikerkollegen. Er sei bei allen Musikern im Herzen noch anwesend.

Die Tanzgruppe aus Fréjus zeigte nach dem Gottesdienst vor dem Festzelt einen Tanz mit christlichem Charakter. Das Verbrennen einer verbrauchten Rebwurzel durch die Vorsitzende der Trachtenkapelle Nußbach, Annette Haberstroh, und den Vorsitzenden der Tanzgruppe, Christian Jammer, versinnbildlicht die Bitte um eine neue, gute Ernte.