Hätte man sämtliche Narren, die an der „Museums-Fasnet 2018“ im Schwarzwaldmuseum in Triberg teilnahmen, in der offiziellen Museumstatistik erfasst, wäre eine kaum für möglich gehaltene Steigerung der Besucherzahlen zu verzeichnen gewesen. Museumsleiterin Angelika Offenburger hätte daran ihre wahre Freude gehabt.

Die von Stadtmarketingleiter Nick Arnold 2015 ins Leben gerufene Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit dem Team des Schwarzwaldmuseums organisiert wird, erwies sich wieder als der Renner. Es war eine Veranstaltung der Superlative und viele prominente Gäste, darunter die Gemeinderäte ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen. Auch die Narrenzunft Triberg und die Narrengemeinde Oberstadt sowie Abordnungen der Zünfte aus Nußbach, Gremmelsbach und Schonach, waren dabei.

Stimmt zum Mitsingen an: der König von Mallorca (Wolfgang Guth).
Stimmt zum Mitsingen an: der König von Mallorca (Wolfgang Guth).

Für allerbeste musikalische Unterhaltung und Bombenstimmung sorgte ein Konglomerat aus spielfreudigen Kapellen aus Triberg, Nußbach, Gremmelsbach und Schonach. Um es auf den Punkt zu bringen: Die Museumsfasnet ist aus dem närrischen Geschehen in Triberg nicht mehr wegzudenken. Natürlich wurde wieder ein tolles Programm auf die Beine gestellt. Und so durften sich die Gäste auf viele kurzweilige und humorige Beiträge freuen.

Nikolaus Arnold und Angelika Offenburger hießen die Gäste willkommen und eröffneten mit einem Gedicht den humorvollen Reigen, bevor Matthias Klausmann alias „Pfiffer III“ mit exzellenten Reimen, deren letzte Verszeilen von den Gästen ergänzt werden mussten, die Stimmung anheizte. Danach stieg Gerd Kienzler mit seiner Posaune in die imaginäre Bütt und holte sich als Verstärkung Schonachs Narrenboss Jonny Kienzler, dem er zuvor ein T-Shirt aus Triberg übergestreift hatte.

Auch die sangesfreudigen Gemeinderäte unterhielten die Gäste bestens als „Stadt-Taglöhner“ mit Gesang und perfekt Gereimten. Arnold zog einen auswärtigen Interpreten, Wolfgang Guth aus Donaueschinge, als As aus dem Ärmel. Guth präsentierte sich dem Volk als „König von Mallorca“, mit einem Eimer Sangria und langen Trinkröhrchen ausgestattet. Leider wurden seine Witze im Trubel akustisch nicht immer verstanden, doch mit seinem Schlusslied „Ein Bett im Kornfeld“ von Jürgen Drews brachte der Interpret das närrische Volk in Ekstase. Gitarrist Daniel Offenburger berichtete über die Sorgen und Nöte, aber auch die vielen Vorteile eines Mannes über 40.

Mit einem etwas leicht erotisch interpretierten Insektenlied „Biene Majas Blumenwiese“ hatte das Museumsteam (Daniel und Angelika Offenburger und Claudia Schneider) die Lacher auf seiner Seite. Auch Bürgermeister Strobel wurde nicht vergessen. Die Stadträtinnen Beate Adam, Ute Meier und Susanne Muschal stimmten ein etwas ironisches gereimtes Loblied auf den alten und neuen Schultes an. Und da Schadenfreude die schönste Art der Freude ist, wurde auch dieses Lied von den Narren begeistert aufgenommen. Der Einzug der „Samschdig-Spättle“ bildete ein weiteres Highlight und den Abschluss dieser Veranstaltung. Wie im vergangenen Jahr wurden Getränke, Brezeln, Hefezopf und geräucherte Bratwürste angeboten. Kassiert wurde nicht. Deshalb waren auf den Tischen kleine Sparschweine für die „Spenden“ aufgestellt. „Mit dieser Handhabung sind wir im vergangenen Jahr bestens gefahren. Wir hatten sogar einen Erlös von 500 Euro erwirtschaftet, den wir dem Schwarzwaldmuseum übergeben konnten“, sagte Arnold.

Nach dem Programm wurde eine Stollen-Polonaise organisiert und so zog sich ein nicht enden wollender Wurm durch das enge Labyrinth. Gegen 14 Uhr machte sich mit musikalischer Begleitung ein kleiner Umzug auf den Weg in Richtung Marktplatz.