Für die Muslime hat mit dem 5. Mai eine besondere Zeit begonnen: Mit dem Fastenmonat Ramadan wird nach islamischen Glauben mit dem neunten Monat des Mondkalenders die Herabsendung des Koran gefeiert – einer der fünf Säulen des Islam zugleich. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang wird gefastet. Da sich die islamische Kalenderrechnung an den Mondkalender hält, „wandert“ der Fastenmonat.

Es gibt nur wenige Ausnahmen, denn „Wer nun von euch während des Monats anwesend ist, soll in ihm fasten.“ Was aber auch bedeutet, dass derjenige, der auf Reisen ist, vom Fasten befreit ist. Zum anderen seien, da sind sich die Mitglieder der Kuba Camii der Islamischen Gemeinde Triberg einig, Kinder vom Fasten ausgenommen.

Einer der höchsten Feiertage

Ein gläubiger Moslem aber wird bis zum letzten Tag im Monat Ramadan ab etwa fünf Uhr morgens fasten – bis die Sonne untergeht, also etwa gegen 21.30 Uhr. In dieser Zeit wird weder gegessen noch getrunken, nicht einmal Wasser, erläuterte der Vorsitzende der islamischen Gemeinde Triberg, Erdal Daglar, gegenüber unserer Zeitung. In diesem Jahr ist der letzte Tag der Fastenzeit der 4. Juni. Dann beginnt einer der höchsten Feiertage, das Zuckerfest Ramazan Bayrami.

Auch in diesem Jahr hatte die islamische Gemeinde zum gemeinsamen Fastenbrechen sowohl Bürgermeister Gallus Strobel als auch den evangelischen Pfarrer Markus Ockert und seinen katholischen Amtsbruder Andreas Treuer geladen. Gekommen waren neben den beiden Gottesmännern auch die Bürgermeister-Sekretärin Sabine Kobek. Dazu hatte sich Gemeinderat Fritz Maier eingefunden, der sich als profunder Kenner des Islam und des Nahen Ostens herausstellte.

Gespräche über den Glauben führten die beiden Pfarrer mit mehreren Gemeindemitgliedern und – mit Übersetzung, auch mit dem Imam Nevzat Balci. Sabine Kobek befand sich bei den Frauen. Sie bekannte am Ende, durchaus hochinteressante Gespräche geführt zu haben.

Recht optimistisch hatten die Mitglieder der Gemeinde neben der Moschee ein Pavillonzelt aufgebaut – durchaus sportlich-frisch. Dann begann gegen 21 Uhr, mithin nach Sonnenuntergang, das Fastenbrechen. Nach einem Gebet, das der Imam anstimmte, wurde zunächst Wasser getrunken und eine Dattel gegessen – das übliche Ritual. Doch im Vorfeld wurden an einem großen Buffet die Teller gefüllt. Auffallend ist dabei stets die strikte Trennung der Geschlechter – ausschließlich Männer waren beim Fastenbrechen anwesend, die Frauen waren in separaten Räumen, nachdem sie das Buffet aufgebaut hatten.

Gemeinsamkeiten festgestellt

Während und nach dem Essen wurde mehrfach gebetet und es gab weitere interessante Gespräche, bei denen festgestellt wurde, dass Islam und das Christentum gar nicht so weit auseinander lägen – zumindest besäßen sie gemeinsame Wurzeln im Alten Testament. Gegen 22 Uhr zogen sich die Gemeindemitglieder in die Gebetsräume der Moschee zurück.

Anfang Juni werden die Muslime einen ihrer wenigen sehr wichtigen Feiertage begehen: Das Fastenbrechen, das den Fastenmonat beendet. Nach dem Opferfest, an dem vier Tage lang Abrahams gedacht wird, der bereit war, seinen Sohn zu opfern, ist dies der zweithöchste Feiertag.