Das Trio Artillerie Lourde war bereits zum zweiten Mal in der Cafeteria der Asklepios-Klinik zu Gast. Waren im März nur wenige Besucher anwesend, so wollten zu diesem neuerlichen Auftritt mehr als 40 Patienten und Interessierte den Abend mit den Musikern verbringen. Unter ihnen war beispielsweise Franz Eigel aus St. Georgen, der Swing und Jazz liebt. Er sagte zu dem Konzert: „Wann hört man schon so tolle Musik.“

Das Ensemble befasst sich ausgiebig mit Django Reinhardt. Deshalb war es naheliegend, einen dazu passenden Bandnamen zu kreieren. Artillerie Lourde bedeutet schwere Artillerie und ist der Name einer Django-Reinhardt-Komposition. Dieser schrieb sie, um seine Freude über die Befreiung von Paris durch die Alliierten auszudrücken.

Gitarrist Eric Fricke wusste auch, dass bei dem im Jahr 1910 geborenen Reinhardt durch schwere Verbrennungen dessen linke Hand verkrüppelt war. Er hat aus diesem Manko seinen eigenen Stil entwickelt. Er besaß das absolute Musikgehör und konnte Stücke nach zweimaligem Hören nachspielen. Als er bei Duke Ellington zu Besuch war, sagte der Franzose Reinhardt mit wenigen ihm bekannten englischen Worten zu ihm: „You play, I follow.“ (Du spielst und ich folge).

Und auch heute noch springt der Funke dieser Musik über. In der Klinik wippten die Besucher gleich zu Beginn des zweistündigen Konzertes mit ihren Füßen mit.

Sehr zu Herzen ging „Bei Dir war es immer so schön“, gesungen von Fricke. Er sagte die jeweiligen Musiktitel an und wusste immer Interessantes darüber zu berichten. Heinz Jäger spielte ebenfalls Gitarre und Wolfgang Dippel zupfte und strich den Bass.

Bei Cherokee und Djangology gingen die Besucher richtig mit und so manches Bein wurde unter dem Tisch dazu bewegt. Vielleicht hätte der eine oder andere Zuhörer auch gerne getanzt, was aber bei den herrschenden tropischen Temperaturen ausblieb und ein passendes Getränk zur Abkühlung begehrter war.

Vor der kurzen Pause kam Peter Kreuders „Ich brauche keine Millionen“ zu Ehren, das von Marika Rökk damals gesungen wurde. Mit Nuages hatte der Sinti Reinhardt Ersatz geschaffen für die im Krieg verbotene französische Nationalhymne.

Den ganzen Abend war eine Leichtigkeit in der Cafeteria zu spüren. Das Trio hat es prächtig verstanden, nicht nur durch sein Spiel, sondern auch durch die Informationen die Zuhörer zu begeistern. Dafür erhielten sie am Ende nochmals kräftigen Applaus. Als Zugabe entließen die Musiker ihr wohl-gesonnenes Publikum mit Mr. Sandmann sowie Sweet Georgia Brown in den Abend.