Seit einiger Zeit wurde der Abbruch des Gasthauses „Berghof“ in Gremmelsbach erwartet. Anfang August war es soweit, dass damit begonnen werden konnte. Schweres Gerät steht bereit. Damit gehört das Schicksal des Gebäudes und seiner Bewohner endgültig der Geschichte an.

Schwere Schicksale gesehen

Im Volksmund hieß das Anwesen „Waldhas“, mit großer Wahrscheinlichkeit nach einem ehemaligen Besitzer mit Familienname „Haas“, der in früheren Jahrhunderten in Gremmelsbach sehr häufig war. In Erinnerung ist, dass vor fünf Generationen dort eine Löffelschmiede betrieben wurde. Das Haus sah schwere Schicksale, Kinderlosigkeit und Kinderreichtum. Ein Brand ließ es in Schutt und Asche sinken.

Zweites Gästehaus etabliert

Als Gasthof „Berghof“ bauten es Ursula und Johann Schwer wieder auf. Es gelang ihnen sogar, ein zweites Gästehaus daneben zu erstellen. Für viele war es Jahr für Jahr das Ferienparadies, schon wegen seiner schönen, bequemen Lage, nahe am Höhenweg Lahr-Rottweil mit seinen unendlichen Wandermöglichkeiten im Brunnholz, auf der Benz-Ebene, zum Rappenfelsen.

Stammlokal für Vereine und Familienfeiern

Es war auch das Lokal für einheimische Vereine, für Familienfeiern, überhaupt für Gäste, die die Atmosphäre des Hauses schätzten. Die Gremmelsbacher Senioren fanden sich hier regelmäßig zusammen, der katholische Kirchenchor hielt bei seinem Mitglied Ursula die Hauptversammlung ab. So entbehrt der Abschied von dieser Stätte nicht einer gewissen Wehmut. Denn viele frohe, gemeinsame Stunden bleiben in Erinnerung.

Weggezogen an die Ostsee

Nach dem Tod von Johann Schwer verkauften Ursula und Sohn Norbert das Anwesen an Mike Philipp und fanden an der Ostsee eine neue Heimat.

Restaurieren viel zu teuer

Der neue Besitzer aus Ettenheim kam mit eigenen Plänen und stellte sich neuen Aufgaben. Am Anfang stand die Feststellung, dass das ältere Haus abgebrochen werden musste. Nach dem Urteil aller Fachleute lohnte sich wegen riesiger Kosten das Restaurieren nicht. Dieses Unternehmen ist freilich keine Sache von wenigen Stunden. Nach den Baubestimmungen müssen die Materialien (Holz, Glas, Eternit, Eisen) einzeln sortiert werden.

Weiter ein Ort der Erholung und Gastlichkeit

Wo das Glöcklein in Zukunft läuten wird, weiß Mike Philipp derzeit noch nicht. Das Grundstück wird wieder begrünt. Ein Ort der Erholung und Gastlichkeit mit allen Annehmlichkeiten wird das verbliebene zweite Haus weiterhin bleiben. Großes Gewicht legt der neue Besitzer darauf, dass die Ruhe in der Umgebung nicht gestört wird, so ist es auch der Wunsch der Nachbarn.

Heizen mit Hackschnitzeln

Das Haus wird wie bisher mit Hackschnitzeln beheizt. Der bisherige Raum dafür bleibt erhalten. Bessere Erholungsgelegenheiten als im Erdgeschoss mit Aufenthaltsraum, Diele, Gästezimmer, Speiseraum, Duschen Wellness, Sauna, und Balkon sind nicht mehr denkbar.

Geänderte Nutzung im Blick

Nach den Vorstellungen Philipps sollen hier Selbstversorger-Gruppen zusammenkommen können. Verstreut wohnende Familien finden hier die Gelegenheit, gemeinsam geruhsame, friedliche Tage zu erleben, beieinander zu sein, sich selbst zu versorgen. Zudem ist beispielsweise auch Fachgruppen die Möglichkeit gegeben, Seminare, Fortbildungskurse und dergleichen abzuhalten. Alles in kleinem Rahmen.

Die Zustimmung des Ortschaftsrats Gremmelsbach, des Gemeinderats Triberg und des Landratsamts Villingen-Schwenningen liegt seit längerer Zeit vor.

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