Rund 650 Höhenmeter überwindet die badische Schwarzwaldbahn auf einer Gesamtstrecke von 150 Kilometern. Dass die Gebirgsstrecke gerade auch im Winter viele Bahnfans und Touristen begeistert, zeigte sich bei den Weihnachtsfahrten mit dem Dampfsonderzug. Vier Fahrten mit einer historischen Dampflok standen auf dem Fahrplan. An vier Tagen boten die Eisenbahnfreunde Zollernbahn gemeinsam mit der Stadt jeweils eine gut dreieinhalbstündige Fahrt von der Wasserfallstadt nach Hausach an.

Zufrieden mit der Nachfrage zeigt sich Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold auf Anfrage. „Wir hatten dieses Jahr ein Durchschnittsjahr, was die Nachfrage an den Tunnelfahrten betrifft“, erläutert Arnold. Dennoch sei er sehr zufrieden mit den Weihnachtsfahrten. Bis zu 250 Karten seien pro Fahrt verkauft worden, sodass sogar ein zusätzlicher Wagen an den Zug angehängt wurde, um alle Fahrgäste unterzubringen. Zwischen 800 und 900 Interessierte hätten so über die Weihnachtstage an den Tunnelfahrten teilgenommen, schätzt der Stadtmarketingleiter. Arnold ist sich sicher, dass auch der Weihnachtszauber dazu beiträgt. Die Eisenbahnfreunde Zollernbahn starteten von Rottweil aus und brächten von dort schon Besucher mit zum Triberger Weihnachtszauber. „Die Stadt organisiert nach den Zugfahrten auch Shuttlebusse, die zum Weihnachtszauber fahren“, schildert Arnold weiter.

Bereits seit 2003 gebe es die Fahrten mit einer Dampflok. „Im Laufe der Jahre haben wir das Angebot aber aufgestockt, weil die Nachfrage so groß war, dass wir sie zum Teil nicht mehr stemmen konnten“, weiß er zu berichten. So können Interessierte und Fans seit drei Jahren zusätzlich zu den Oster-, Weihnachts- und Frühlingsfahrten jeden Sonntag im Juli und August das Kooperationsangebot zwischen der Stadt Triberg und den Eisenbahnfreunden Zollernbahn wahrnehmen. Auch die Termine für das kommende Jahr stünden bereits, verriet Arnold.

Kommentare zur Strecke

Philipp Saier moderiert im dritten Jahr die Sonderfahrten mit der Dampflok. Der 17-jährige Gymnasiast wies die Mitfahrer nicht nur auf landschaftliche Besonderheiten hin, sondern hatte auch Hintergrundinfos zur Geschichte der Schwarzwaldbahn parat. Er wechsle sich mit Gottfried Philipp aus Schonach ab, der schon jahrelange Erfahrung beim Kommentieren der besonderen Zugfahrten habe. Vom Bahnhof der Wasserfallstadt ging es zunächst nach St. Georgen. Dieses tunnelreiche Stück der Schwarzwaldbahn wolle man den Besuchern nicht vorenthalten.

Philipp Saier ist bei der Moderation der Zugfahrten auf der Schwarzwaldbahn ganz in seinem Element.
Philipp Saier ist bei der Moderation der Zugfahrten auf der Schwarzwaldbahn ganz in seinem Element. | Bild: Lukas Nagel

„Ganze 18 Tunnel gibt es auf diesem kurzen Streckenabschnitt“, informiert Saier. In der benachbarten Bergstadt werde die Lok dann umgekoppelt, erläutert er. „So verschneit habe auch ich die Bahnstrecke noch nie gesehen“, meinte Saier. Sichtlich begeistert von der gepuderten Landschaft und der qualmenden Lok zeigten sich auch viele der Passagiere. An der Strecke warteten etliche Fotografen auf das beste Fotomotiv. „Die stehen zwar immer da, doch im Winter ist es sicherlich noch mal etwas Besonderes“, lacht der Schüler.

Doch nicht nur er hatte während der Fahrt einiges zu tun. Auch Zugführer Markus Schmidt von den Eisenbahnfreunden Zollernbahn und sein Team sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Genauso wie Schmidt sind auch der Lokführer, Heizer und das Bewirtungsteam ehrenamtlich für den Verein tätig. Von St. Georgen ging es nach Hausach, von wo der Zug wieder die Heimfahrt nach Triberg antrat.