Bis weit in die 1960er- Jahre fuhren auf dieser höchst anspruchsvollen Strecke vor allem Dampflokomotiven – im Sommer wie im Winter. Die Strecke musste damals wegen der Brandgefahr von Bäumen und Büschen freigehalten werden, was heute aus Lärmschutz- und Umweltgründen ebenso abgelehnt wird wie aus rein finanziellen Erwägungen.

Doch genau deshalb dürfen aus Brandschutzgründen solche Fahrten nur in Zeiten stattfinden, in denen die Brandgefahr nicht so hoch ist. Die Eisenbahnfreunde Zollernbahn boten nun eine solche Fahrt am allerletzten Tag der Pfingstferien an. Gezogen wurden die historischen Waggons ausnahmsweise von der Dampflok 50 2988. „Unsere Leute und unsere 01 sind leihweise im Norden“, erzählte Schaffner Hans-Dieter Lämmle. Daher nutze man die Lok der Baureihe 50.

Die Fahrt, die in Zusammenarbeit mit Tourist-Info und Stadtmarketing Triberg stattfand, begann eigentlich bereits in Rottweil, da die ersten Gäste schon dort einstiegen. Sie führte zunächst nach St. Georgen, und dann über Triberg nach Hausach.

Für die Heizerin Petra Mihailovici war das zunächst relativ entspannt – bergab ist die Arbeit für Heizer wie auch Lok einfacher – was auf dem Rückweg anders aussah. Das war dann für sie und auch für Lokführer Christian Löffler eine Herausforderung.

Vor allem die Heizerin musste sich mächtig ins Zeug legen. Eng war es im Führerstand, denn da der Lokführer keine Streckenkenntnisse besaß, war zusätzlich ein Lotse an Bord, dazu ein Ersatz für die Heizerin. Mit insgesamt rund 15 Helfern waren die Eisenbahnfreunde im Einsatz, allerdings wurde im Zug und vor allem im Speisewagen auch bewirtet.

Am Bergstadt-Bahnhof war die Lok umgespannt worden, so dass die Fahrt mit rückwärts ziehender Lok in Richtung Triberg führte. Man arbeite immer mit ziehender Lok, dabei sei es gleichgültig, ob diese in Fahrtrichtung vorwärts oder rückwärts ziehe, war zu erfahren.

Die Fahrt wurde moderiert. Seit einiger Zeit wird die Moderation durch den erst 17-jährigen Philipp Saier erledigt, der sich mit Gottlieb Philipp abwechselt. Der junge Mann gilt als „wandelndes Schwarzwaldbahn-Lexikon“. Er moderierte angesichts vieler ausländischer Fahrgäste in Deutsch und Englisch.

Die Schwarzwaldbahn gehört mit ihren Tunnels und den beiden Kehrschleifen zu den wohl schönsten Bahnstrecken Europas. Zwischen den Tunnels eröffnen sich immer wieder großartige Ausblicke auf das Schwarzwaldpanorama.