Tierfreunde meiden solche Vogelparks

Zum Artikel „Aufwind für den Vogelpark" vom 13. Mai schreibt ein Leser:

Es gibt in Baden-Württemberg zu viele Schaustellerbetriebe mit Greifvögeln. Bei ihnen stimmt nur der finanzielle Gewinn, aber sie haben keinen pädagogischen oder naturschützerischen Sinn. Was kann man von gefesselten, unter Hungerstress fliegenden und nur deshalb zurückkehrenden Tieren lernen? Sie haben kein natürliches Verhalten. Tierschutzkriterien für gute Haltung erfüllen sie auch nicht: Solche Greifvögel pflanzen sich nicht ohne Zwang fort und zeigen kein entspanntes Verhalten bei Hunger und Streicheln. Selbst die zur Rechtfertigung vorgetragene Pflege von Bussarden, Turmfalken und Waldkäuzen ist für einzelnen Tiere vielleicht schön, für die Natur aber unnötig. Wahre Tierfreunde meiden solche Vogelparks.

Rudolf Lühl, Freiburg

Das Erlebnis sind missbrauchte Tiere

Zum gleichen Artikel schreibt ein weiterer Leser:

Dem Triberger Gemeinderat lag im Vorfeld zur Beratung über den Bebauungsplan „Naturerlebnis Triberg“ ein über 50-seitiger Umweltbericht des Büros Eberhard + Partner vor. Meines Erachtens ist dieser Bericht ein überaus lesenswertes Dokument: In gründlichster und detaillierter Weise werden verschiedenste Aspekte des Projekts betrachtet und bewertet. Unter anderem geht es um folgende Themen: „Schutzgut Boden“, „Schutzgut Oberflächengewässer“, „Schutzgut Luft„, „Schutzgut Mensch“, „Schutzgut Kulturgüter und Sachgüter“ und so weiter. Aber: Ein wichtiges Thema findet sich in dem Bericht nicht: das „Schutzgut Eulen und Greifvögel“ fehlt.

Diese sollen ja auch nicht geschützt, sondern benützt werden. Der Umweltbericht ist immerhin so ehrlich, dass er den Verwendungszweck der Tiere offen benennt: „Mit der Einrichtung des Naturerlebnis Triberg, ehemals Erlebniswelt Triberg, soll der stadtnah liegende bewaldete Hangbereich zwischen Wasserfall und Bergsee touristisch aufgewertet werden, mit dem Ziel, die stark gesunkenen Besucherzahlen in Triberg wieder auf eine Größenordnung früherer Jahre zu steigern.“ Also: Eulen und Greifvögel als touristische Einnahmequelle. Daher wäre es ebenso ehrlich, wenn die Stadt Triberg beim ursprünglichen Namen „Erlebniswelt“ bleiben würde. Von „Naturerlebnis“ kann ja keine Rede mehr sein, wenn es um die Zurschaustellung von Wildtieren in Käfigen beziehungsweise Volieren und um Showspektakel geht. Zugegeben, man erlebt in dem geplanten Park wirklich etwas. Aber nicht Natur, sondern missbrauchte Tiere. Im Rahmen der Debatte würde mich außerdem sehr interessieren, ob die Stadtverwaltung auch ein Gutachten vom „Deutschen Falkenorden“ eingeholt hat und wie das Urteil dieser Organisation zu dem Vorhaben lautet. Der Verein ist der größte Falknerverband in Deutschland, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit nach Paragraf 3 UmwRG als Naturschutzverband anerkannt.

Peter Jakubow, Dettenhausen

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