Der BLHV-Ortsverein Nußbach hatte zum traditionellen Heugaus-Fest eingeladen. Gäste aus der ganzen Raumschaft, darunter auch der Landtagsabgeordnete Karl Rombach mit Ehefrau, waren gekommen, um zuerst einen Dank-Gottesdienst zu feiern und dann gemütlich beieinander zu sitzen.

Den Dank-Gottesdienst hielt ein treuer Bekannter des BHLVs, Pater Ulrich Schrapp, der einige Jahre am Don-Bosco-Heim in Furtwangen tätig war und nun in der Nähe von Ulm heimisch ist. Zum Heugaus in Nußbach komme er schon seit vielen Jahren, so Pater Schrapp, und das sehr gerne. Er freue sich jedes Jahr über die Einladung und vor allem das Wiedersehen mit alten Bekannten, eröffnete er den Dank-Gottesdienst. Diesen hielt er selbstverständlich ganz in Bezug auf Saat und Ernte, verglich die Landwirtschaft mit dem Reich Gottes. Bei beiden Themen müsse man sich in Geduld üben, so Pater Schrapp.

Pater Ulrich Schrapp aus Ulm wirkte früher im Don-Bosco-Heim in Furtwangen.
Pater Ulrich Schrapp aus Ulm wirkte früher im Don-Bosco-Heim in Furtwangen. | Bild: Eberl Claudius

Nach dem Gottesdienst zog der Vorsitzende des BHLV Bilanz zur bisherigen Ernte. Bernhard Kienzler sprach von einer bisher durchwachsenen Saison. Der erste Schnitt sei sehr positiv gewesen, quantitativ und qualitativ. Dann allerdings setzte die Trockenheit ein, aktuell sei die Lage kritisch. Grünfutter wachse aufgrund des fehlenden Regens kaum nach und das dringend benötigte Nass von oben lasse auch weiterhin auf sich warten.

Nicht nur die Heuernte habe darunter zu leiden, wusste Kienzler, die Landwirte halten ihre Tiere im Sommer hauptsächlich in der Weidewirtschaft. Doch da eben kaum was nachwachse, müsse man wohl schon bald darüber nachdenken, die Wintervorräte anzugreifen. Das aber wiederum zieht Folgen nach: Verfüttert man nun die Wintervorräte, bleibt nichts mehr für die kalte Jahreszeit übrig, man müsse Futter zukaufen. Das aber sei ja überall knapp, entsprechend würden die Preise steigen, wie Kienzler resümierte.

Selbst wenn nun Regen einsetzt, wäre die Situation nur teilweise entschärft: „Bis sich die Wiesen und Weiden wieder erholt haben, wird es wohl nächstes Jahr werden“, sagte Kienzler.

Wenn auch die Viehwirtschaft das wichtigste Standbein der örtlichen Landwirte ist, spielt auch die Waldwirtschaft eine große Rolle. Und auch da, so Kienzler bereitet die Trockenheit riesengroße Probleme. Der Borkenkäfer liebt die trockene Witterung, breitet sich großflächig aus. Und die Bäume, die der Käfer nicht befällt, laufen Gefahr zu vertrocknen.

Der Musikverein Trachtenkapelle Nußbach sorgt für die musikalische Unterhaltung der Gläubigen.
Der Musikverein Trachtenkapelle Nußbach sorgt für die musikalische Unterhaltung der Gläubigen. | Bild: Eberl Claudius

Am Sonntag vergaßen die Besucher aber für kurze Zeit die Sorge um den fehlenden Regen und genossen die das Heugaus-Fest bei der Nushurt-Kapelle. Für Mittagstisch war seitens des BHLV gesorgt, wenn auch mit frischen Brat- und Kesselwürsten nicht mehr ganz so üppig wie in vergangenen Tage. „Wir können nicht mehr so großauftischen, uns fehlen einfach die Helfer“, wie Kienzler verriet. Zehn bis zwölf Mitglieder des BHLV waren es am Sonntag, die die Gäste bewirteten.

Für musikalische Unterhaltung war ebenfalls gesorgt. Der Musikverein Trachtenkapelle Nußbach spielte zum Dank-Gottesdienst und zum Frühschoppenkonzert zur Freude der Besucher auf.