Unglaublich ist das historische Interesse der Kinder, die zur Ferienbetreuung angemeldet wurden. Beim Besuch des Schwarzwaldmuseums gab es für den Nachwuchs der Wasserfallstadt keine Langeweile. Staunend standen die Kindergartenkinder und Schüler vor dem kunstvollen Diorama der Schwarzwaldbahn mit dem Dreibahnenblick. „Guck, jetzt kommt der Zug von dort“, riefen sie einander zu, wenn die Mini-Eisenbahn wieder aus einem Tunnel herausfuhr. Die ausgestellten Mini-Züge im Glasschrank nebenan wurden besonders von den Jungen genauestens unter die Lupe genommen und mit fachmännischen Kommentaren bedacht.

Aber am wohlsten fühlten sich die Kleinen unter der Erde. Kaum hatten sie den Bergwerk-Stollen entdeckt, waren sie nicht mehr zu halten. Fasziniert blickten sie auf die Mineralien, die in leuchtenden Nischen am Wegesrand präsentiert wurden und wenn sie alles bewundert hatten, begannen sie ihren Rundgang von neuem. „Ich geh noch einmal durch den Stollen, ich habe noch gar nicht alles gesehen“, hieß der Standard-Satz, den die Kinder und Jugendlichen ihren beiden Betreuerinnen zuriefen. Aufmerksam wurde in dem dämmerigen Tunnelgang ein Bergwerksarbeiter hinter einer Glasscheibe beobachtet, der naturgetreu nachgebildet war. „Ist der echt oder ist das eine Figur“, fragten die jungen Besucher und atmeten erleichtert auf, als ihnen erklärt wurde, dass kein lebendiger Arbeiter im Museum eingesperrt wird. „Mir gefallen besonders die leuchtenden Kristalle“, freute sich der siebenjährige Nick, während die meisten Kinder ihre Begeisterung mit einfach cool ausdrückten. Auch für die Drehorgeln und Trachten interessierten sich alle. „Die Kleider sind aber ein wenig altmodisch“, meinte ein Junge, während andere vor allem für die Kopfbedeckungen der Mädchen und Frauen schwärmten.

Zwischen den Drehorgeln und Orchestrien lassen sich (von links) Tara, Mahnat und Hannes nieder, um Musik zu hören.
Zwischen den Drehorgeln und Orchestrien lassen sich (von links) Tara, Mahnat und Hannes nieder, um Musik zu hören. | Bild: Maria Kienzler

Den Höhepunkt des Museumsbesuches aber bildete die Schwarzwälder Musikkapelle. Als Mona Dold, die Leiterin der Ferienbetreuung, ein Zwei-Euro-Stück in den Automaten warf, setzten sich die Figuren in Bewegung und die Instrumente ließen ihre Musik erklingen, während die kleinen Besucher mit großen Augen die Szene verfolgten.

Zum Schluss gab es noch eine Überraschung, denn die Museums-Mitarbeiterin Angelika Offenburger stellte sich mit einem Körbchen an den Ausgang und jedes Kind durfte einen Diamanten aussuchen und mit nach Hause nehmen. Doch zuerst ging es wieder in die Grundschule zurück, wo die Ferienbetreuung ihren Ausgangspunkt hatte.

„Wir haben schon viel unternommen“, verriet die Tribergerin Mona Dold, die seit einigen Tagen von Emilie Dold aus Schonach unterstützt wird. Mona Dold ist Kinderpflegerin und zurzeit in der Familienphase, während ihre Helferin noch die Realschule besucht. Die Kinder waren bei dem schönen Wetter oft im Schulhof und turnten auf dem neuen Klettergerüst herum oder sie spielten Fußball in der Jahnhalle, wie zu erfahren war. Was den Mädchen und Buben zwischen drei und elf Jahren am meisten zusagte, fanden auch die Betreuerinnen super. „Insgesamt wurden für die sechs Ferienwochen 32 Kinder angemeldet“, informierte Werner Breig vom Rathaus.

Pro Woche seien jeweils zwischen 13 und 16 gekommen, manche hätten mehrere Wochen gebucht. Er ist sehr stolz, dass man genügend Fachpersonal verpflichten konnte.