Die Wasserfallstadt wird immer sicherer, wie der Leiter des Polizeireviers St. Georgen, der Erste Polizeihauptkommissar Udo Littwin, den Stadträten in der Sitzung am Mittwochabend mitteilen konnte. Udo Littwin zitierte bei der Vorstellung der Kriminalitätsstatistik seinen obersten Chef, den baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl, der betont hatte, dass das „Musterländle“ das sicherste der 16 Bundesländer sei. Mit einer Häufigkeitsziffer (Verbrechen je 100  000 Einwohner) von 5599 hat sich diese Lage gegenüber dem Vorjahr sogar noch verbessert.

Dennoch, so Littwin, der gemeinsam mit dem Triberger Postenführer, Polizeihauptkommissar Gunter Feis, gekommen war, liege zwar der Index des Regierungspräsidiums Freiburg höher (6433 Straftaten je 100  000 Einwohner), jedoch sei der Schwarzwald-Baar-Kreis mit 4311 Straftaten und das Präsidium Tuttlingen (3927) deutlich sicherer.

Triberg liege zwar innerhalb des Polizeireviers St. Georgen noch immer an erster Stelle, zeige jedoch eine deutlich verbesserte Statistik auf 4282 Fallzahlen gegenüber 4812 im Vorjahr. Das seien in „echten Zahlen“ 205 Straftaten. Besonders stolz ist Gunter Feis auf die Aufklärungsquote von 66,3 Prozent. Erschüttert zeigte sich Udo Littwin dagegen über zwei Fälle – Gewalt gegen Polizeibeamte. Dagegen seien die Sexualdelikte von drei im Vorjahr auf nunmehr „Null“ zurück gegangen.

Neu sei die „Meier-Statistik“, die im Vorjahr von Gemeinderatsmitglied Ute Meier (SPD) gewünscht worden war: Tatverdächtige unter 21 Jahren. Es stellte sich heraus, dass die tatverdächtigen Kinder mit fünf Straftaten gleich geblieben war, die von Jugendlichen von sechs im Vorjahr auf 17 im Berichtsahr geradezu explodiert sei, dafür die der Heranwachsenden von 18 auf zwölf zurück gegangen sei.

„Das heißt aber auch, dass wir ein Auge auf die Jugendarbeit haben müssen“, stellte Klaus Wangler (CDU) unisono mit den weiteren Stadträten fest. Ansonsten zeigten sich sowohl Wangler als auch Thomas Reiser (FWV) und Ute Meier sehr zufrieden mit den neuesten Zahlen. Die SPD-Gemeinderätin zeigte sich überrascht wegen der hohen Zahl an tatverdächtigen Asylbewerbern (Triberg: 19, St. Georgen, wo sehr viele Asylbewerber lebten, dagegen nur 17), was Littwin etwas relativierte. Denn das seien sehr häufig Verstöße gegen das Aufenthaltsrecht, also nicht zwangsweise „echte“ Straftaten. Tageseinbrüche habe es im Revier St. Georgen 16 gegeben, vier davon in Triberg. Rückläufig waren auch die Unfallzahlen, sowohl im gesamten Revier als auch in Triberg. Lediglich 19 Unfälle mit ebenso vielen Leichtverletzten lautete die Bilanz der Wasserfallstadt – keine Verkehrstoten, keine Schwerverletzten.

Schockiert hatte Littwin die Stadträte mit seinen einleitenden Worten: „Wir sind mit etwas Wehmut hier, weil es voraussichtlich das letzte Mal sein wird“, erklärte der Polizeibeamte. Um dann aber schmunzelnd zu erklären, dass damit die Zugehörigkeit zum Polizeipräsidium Tuttlingen gemeint sei.

Sehr wahrscheinlich sei, dass die beiden künftig als Angehörige des Präsidiums Konstanz kommen werden. „Das Polizeirevier St. Georgen und der Polizeiposten Triberg bleiben als Fels in der Brandung bestehen“, nannte er zumindest vorläufige Fakten.

SPD-Stadtrat Fritz Maier fragte an, ob man denn nicht Präventionsveranstaltungen zum Thema Einbruchssicherheit anbieten könnte. „Wenn das gewünscht wird, können wir so etwas veranlassen“, betonte Littwin.