Die Tourismuszahlen in Triberg zeigen seit einigen Jahren deutlich nach oben. Eine Prognose für dieses Jahr fällt dem städtischen Marketingleiter Nikolaus Arnold trotzdem schwer.

Ein Blick auf die vergangenen fünf Jahre belegt, dass immer mehr Besucher nach Triberg kommen. Wenn es im Jahr 2013 noch 360  330 Personen am Wasserfall waren, erreichte deren Zahl im vergangenen Jahr 413  973 Gäste an der Wasserfallkasse.

Ob das laufende Jahr mit einer erneuten Steigerung aufwarten kann, darauf will sich Arnold jedoch nicht festlegen. Obwohl ihm der August „sehr gut gefällt“. „Im Moment haben wir sehr viele Leute.“ Wobei er vermutet, dass die Hitze der vergangenen Wochen den einen oder anderen Besucher eher abgehalten hat, sich ins Auto zu setzen und von seiner Ferienwohnung nach Triberg an die Wasserfälle zu fahren. Stattdessen werde vielleicht in einem Freibad Abkühlung gesucht. Erschwerend komme hinzu, dass die Parkplatzsituation in Triberg „im Moment nicht optimal ist“, weist Arnold auf laufende Bauarbeiten für das neue Edeka-Gebäude hin, wodurch Parkflächen vorübergehend entfallen, ebenso am Parkplatz Badinsel, wo ein Parkhaus entstehe.

Trotz dieser Widrigkeiten sind die Besucherzahlen aktuell auf Vorjahresniveau, freut sich der Marketingleiter. Wie es jedoch zum Jahresende sein wird und ob die 413  973 Wasserfallbesucher übertroffen werden, darauf wollte er sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht festlegen. Einen steigenden Bedarf an Parkfläche sieht Arnold für die Wohnmobilisten, die zunehmend nach Triberg kämen. Die hierfür ausgewiesenen Parkplätze seien „sehr gut besucht“.

Vor allem über die Sommersaison hinweg präsentiert sich Triberg international. Zwei Drittel der Wasserfallbesucher seien derzeit Ausländer. Deren Anteil nehme generell zu. Besonders Asiaten kämen immer häufiger nach Triberg, sowohl als Tages- wie auch als Übernachtungsgäste. Bei den ausländischen Touristen seien die Chinesen auf Platz zehn, also unter den Top Ten angelangt. Der chinesische Markt biete angesichts seiner Größe ein „Riesenpotenzial“. Und die Chancen stünden nicht schlecht, dass deren Zahl unter den Gästen weiter steige.

Am häufigsten sind es aber immer noch die Deutschen, und hier vor allem Menschen aus Baden-Württemberg, die sich die Wasserfallstadt anschauen. Auf den weiteren Plätzen rangieren Gäste aus dem benachbarten Ausland, dem Elsass, Norditalien sowie der Schweiz. Die Schweizer würden vom günstigen Wechselkurs profitieren, und sie „mögen Uhren und lieben gutes Essen“. Aber auch Spanier interessierten sich für den Schwarzwald. Die Liste der Nationen sei lang. Kürzlich sei er in der neuen Attraktion Tribergs, der Eisenbahnmodelllandschaft Triberg-Land, sogar auf fünf tibetische Mönche getroffen.

Bei den Übernachtungsgästen aus dem Ausland hätten die Beneluxstaaten eine Spitzenposition, mit den Holländer an erster Stelle. Aber auch aus Belgien und Luxemburg kommen Gäste. An erster Stelle stünden auch bei den Übernachtungsgästen die Deutschen, die sich in Triberg ein Zimmer nähmen. Arnold erinnert sich an Besucher aus Freiburg, die im Sommer den etwas kühleren Schwarzwald dem Oberrheingebiet vorziehen.

Bei den Übernachtungen ist ähnlich wie im Tagestourismus ein Aufwärtstrend erkennbar. Wenn es im Jahr 2013 noch 123  528 Übernachtungen in Tribergs Unterkünften waren, stiegen sie seither auf 173 778 Übernachtungen im vergangenen Jahr.

In der Nebensaison kommen laut Arnold verstärkt Touristen nach Triberg. „Früher konnte man den November abhaken.“ Doch manche ausländische Gäste schätzten gerade diese feuchtkühle Jahreszeit. Arnold erwähnt israelischen Gäste, die sich an Regen freuen, weil es in ihrer Heimat wenig Niederschläge gebe.

Auf den steigenden Anteil ausländischer Gäste geht das Stadtmarketing ein. Es würden nun auch Prospekte in chinesischer, japanischer oder russischer Sprache aufgelegt. Er weiß auch von einem Geschäft, dass ganz bewusst einen chinesisch sprechenden Mitarbeiter beschäftigt, um Kunden aus Fernost noch besser bedienen zu können. „Man muss sich mit deren Kultur beschäftigen“, gibt Arnold einen Einblick für ein erfolgreiches Tourismuskonzept. Bei den Chinesen sei es beispielsweise Sitte, dass beim Essen jeder von jedem probiere. Deshalb böten nun einige Lokale Drehteller an, auf denen die verschiedenen Speisen platziert werden könnten, um dieser Vorliebe entgegen zu kommen.

Welche weiteren Schritte geht der Tourismus? Auf diese Frage gibt sich Arnold eher zurückhaltend und verweist auf neue Attraktionen wie den Vogelpark und das Triberg-Land, die sich im Angebot der Wasserfallstadt etablierten. Ideen für Zusätzliches gebe es schon. Aber es müsse auch passen und wirtschaftlich darstellbar sein.