Nikolaus Arnold ist begeistert: Die Spendenaktion zugunsten des Kinder-Hilfsprojekts Mali der Stadt Triberg hat schon nach kurzer Zeit eine „enorme Dynamik“ entwickelt. „Von überall her laufen Spenden ein“, berichtet der Stadtmarketingleiter erfreut.

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Auf der vierseitigen Broschüre des Kinder-Hilfsprojekts Mali steht: „Die Triberger Bevölkerung unterstützt ihre Patenbatterie der Bundeswehr bei ihrem Auslandseinsatz.“ Zudem sind auf Farbfotos zwei schlafende Kleinkinder zu sehen – einmal abends um 18.30 Uhr in Triberg im Schwarzwald und einmal in Mali in Afrika. Dazwischen steht: „Zufrieden, satt und müde …“ und darunter der Appell: „Helfen Sie, dass es so bleibt! Mit Ihrer Spende!“

Neben Hunger sind Kinderhandel und Kinderarbeit Probleme und tägliche Begleiter der in Mali in Afrika lebenden Mädchen und Jungen.
Neben Hunger sind Kinderhandel und Kinderarbeit Probleme und tägliche Begleiter der in Mali in Afrika lebenden Mädchen und Jungen. | Bild: privat

Der Grund für die Hilfsaktion: „Diese Kinder haben nicht mal nix“, wie Soldaten der Patenbatterie betonen. Diese Aussage berührte Nikolaus Arnold, selbst Vater von drei Kindern, sehr. Sie brachte ihn zum Nachdenken und Handeln. Denn die Menschen in Mali leiden unter häufigen Dürren, anhaltender Armut und gewaltsamen Konflikten.

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„Kinder unter 14 Jahren machen in etwa die Hälfte der Bevölkerung aus. Tausende Mädchen und Jungen wachsen ohne Eltern auf, haben Hunger oder müssen arbeiten. Auch Kinderhandel ist ein Problem“, erklärt Arnold ergriffen: „Ohne Hilfe von außen haben viele dort lebende Kinder keine Chance. Sie zählen zu den Ärmsten der Welt.“

Schwester Janeth, ihre Helfer und die Kinder in Koulikoro freuen sich über die Hilfe von Herzen aus Triberg.
Schwester Janeth, ihre Helfer und die Kinder in Koulikoro freuen sich über die Hilfe von Herzen aus Triberg. | Bild: privat

Das vierte Artilleriebataillon 295 der Bundeswehr in Stetten am kalten Markt, zu dem Triberg seit 1971 eine intensive Patenschaft pflegt, war von September 2018 bis Mai 2019 im Rahmen der europäischen Ausbildungsmission European Training Mission (EUTM) in Mali in Koulikoro in der Nähe der Hauptstadt Bamako eingesetzt. „Dies mit dem Ziel, die malischen Streitkräfte zu befähigen, Malis territoriale Integrität zu gewährleisten und ein sicheres Umfeld zu garantieren. Die dortigen Soldaten sollten hierbei lernen, selbst Verantwortung für die Sicherheit ihres Landes zu übernehmen“, weiß Arnold von den Soldaten der Patenbatterie.

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In direkter Nachbarschaft zu deren Standort in Koulikoro gibt es das Kloster „Sours Franciscaines“. Dieses leiten Franziskaner-Schwestern aus Frankreich und Kolumbien. Ein Bild von der segensreichen Arbeit der dortigen Schwestern konnten sich Soldaten der Patenbatterie bei einem Besuch vor Ort machen. Die Soldaten berichteten Arnold vom derzeitigen Aufbau einer Kleinkinderstation, in der Mädchen und Jungen, unabhängig von ihrer Hautfarbe, Religion und Herkunft betreut werden. „Über den dort tätigen Militärpfarrer Harald Aschenbrenner ist der Kontakt zum Kloster entstanden“, informiert Arnold. „Seither gibt es einen regelmäßigen E-Mail-Kontakt zur Leiterin des Klosters, Schwester Janeth. Sie berichtet uns vom Stand der Arbeiten und dem Alltag der Kinder“, so Arnold. „Mit dem ins Leben gerufenen Kinder-Hilfsprojekt wollen wir zur Linderung der Not der Kinder in Mali beitragen. Darüber hinaus soll die Aktion auch die Soldaten unserer Patenbatterie bei ihrer Mission unterstützen und dazu beitragen, dass die Arbeit von der heimischen Bevölkerung in Mali noch mehr geschätzt wird“, erläutert Arnold.

Testüberweisung

„Quasi als Test haben wir bereits im Frühjahr 200 Euro an das Kloster überwiesen. Nachdem uns Schwester Janeth den Eingang bestätigte, überwiesen wir eine weitere Geldspende. Inzwischen sind dort über 1000 Euro angekommen.

Bild: privat

„Eine ungeheure Summe in Mali“, sagt Arnold und zeigt den Ausdruck einer E-Mail vom 20. Mai von Schwester Janeth: „Mit dieser Summe werden wir einige Kinder unterstützen, um für sie die Schule zu bezahlen. Und dann werden einige Säuglinge Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel bekommen, um sich besser zu erholen und gesund aufzuwachsen.“

Zwei Monate auf dem Weg

Arnold: „Als zweiten Schritt haben wir ein großes, knapp 40 Kilogramm schweres Paket mit Kinderfolgemilchnahrung, Kleidung und Spielsachen nach Mali geschickt. Es kam dort nach zwei Monaten an.“ Schwester Janeth schrieb hierauf am 7. Oktober: „Vorgestern haben wir das Paket erhalten … Welch eine Freude, mein Gott! Gestern haben wir es geöffnet und wir haben die vielen Überraschungen für die Kinder entdeckt … Danke Ihnen allen sehr. Ich bin sehr glücklich in der Hoffnung unsere Zusammenarbeit zu halten.“ Das wollen auch Arnold und seine Unterstützer, zu denen auch seine Frau Sandra zählt. Sie planen weitere Aktionen und laden dazu weitere Helfer ein.

Plüsch und Milchpulver

Gesucht sind selbstredend weitere Geldspenden. Diese können über das Konto der Stadt Triberg eingehen. Auch Sachspenden wie gebrauchtes, intaktes und vollständiges Spielzeug, vor allem Spielsachen für Kleinkinder wie neuwertige, gereinigte Plüschtiere, sind willkommen. Was im Kloster ebenfalls für die Kleinkindstation gebraucht wird, ist Milchpulver wie Kinderfolgenahrung. Hier können noch vollständig verschlossene Packungen mit langer Ablauffrist gespendet werden. Bedarf an Kleidung und Schuhen besteht ebenfalls, allerdings nur in gewissem Umfang und „unbedingt nach vorheriger Absprache“, sagt Arnold.

Gebasteltes ist auch gefragt

Gefragt sind zudem ideelle Spenden. „Das könnten beispielsweise Gemälde von Kindergartenkindern und Schülern sein oder etwas Gebastelte wie Armbänder. Jeder, so wie er kann und möchte“, sagt Arnold. Spender könnten ihrer Sachspende gerne Fotos von sich beifügen. Arnold hofft, dass das Kinder-Hilfsprojekt Mali viele Unterstützer findet und betont, dass die Spenden auf direktem Weg bei den bedürftigen Kindern in Mali ankommen.

CDU-Stadtverbandsvorsitzender Georg Wiengarn (von links), Oberstabsfeldwebel Maik Arend von der Triberger Patenbatterie, Carina Arnold – sie kümmert sich um die Abwicklung der Sachspenden –, CDU-Landtagsfraktionsvorsitzender Wolfgang Reinhart, Major und Batteriechef Jan Brandes, Kultusministerin Susanne Eisenmann, Minister der Justiz und für Europa Guido Wolf, Albrecht Schütte von der CDU-Arbeitsgruppe Entwicklungszusammenarbeit und Landtagsabgeordneter Karl Rombach sowie Hilfsprojekt-Initiator Nikolaus Arnold bei der Spendenübergabe im Stuttgarter Landtag dabei.
CDU-Stadtverbandsvorsitzender Georg Wiengarn (von links), Oberstabsfeldwebel Maik Arend von der Triberger Patenbatterie, Carina Arnold – sie kümmert sich um die Abwicklung der Sachspenden –, CDU-Landtagsfraktionsvorsitzender Wolfgang Reinhart, Major und Batteriechef Jan Brandes, Kultusministerin Susanne Eisenmann, Minister der Justiz und für Europa Guido Wolf, Albrecht Schütte von der CDU-Arbeitsgruppe Entwicklungszusammenarbeit und Landtagsabgeordneter Karl Rombach sowie Hilfsprojekt-Initiator Nikolaus Arnold bei der Spendenübergabe im Stuttgarter Landtag dabei. | Bild: Stadtverwaltung

Mehr als 3500 Euro haben die Mitglieder der CDU-Landtagsfraktion privat an das Projekt gespendet. Auf Vorschlag des Landtagsabgeordneten Karl Rombach aus Schonach hatte das Mali-Kinder-Hilfsprojekt der Stadt Triberg Aufnahme in die Weihnachtsaktion der CDU-Landtagsfraktion gefunden. „Mit dieser Aktion wird auch das Bewusstsein für die wertvolle Arbeit der Soldaten der Patenbatterie bei ihrem Einsatz in dem krisengeschüttelten afrikanischen Land gestärkt“, betont Rombach. Besonders habe er sich gefreut, dass am 18. Dezember Vertreter der Aktion mit Arnold zusammen direkt den Landtag in Stuttgart besucht hatten, um die Hilfsaktion vorzustellen.

Alle spenden mit

Weiteren Grund zur Freude hatte Arnold bereits nach dem Weihnachtskonzert der Stadt- und Kurkapelle Triberg, als ihm von den Musikern ein Spendencheck über 1000 Euro für das Hilfsprojekt feierlich überreicht wurde.

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Auch der Gemeinderat der Stadt Triberg überraschte den Initiator und Stadtmarketingleiter in der letzten Sitzung des Jahres. Ratsmitglied Klaus Nagel von den Freien Wählern sprach eine Initiative des gesamten Gremiums an: Auf das Sitzungsgeld der letzten Ratssitzung werde verzichtet und dieses vollumfänglich für die Arbeit der Franziskaner-Schwestern in Mali gespendet.