Es war nicht nur das schöne Wetter, das die Festbesucher anregte, zum Imkerfest in den Lindengrund zu kommen; es ist längst Tradition, an sich diesem Tag einige schöne Stunden in der Natur zu gönnen, wo einst sogar ein Gasthaus stand.

Honigeis und Honigapfelküchle

Am Feldweg beim Bienenlehrstand hatte sich um die Mittagszeit eine lange Reihe Autos gebildet, viele legten den Weg aber auch zu Fuß zurück. Die Tische im schützenden Zelt waren gut gefüllt, das Bedienungspersonal musste wuseln. Außer konventionellen Speisen – wie an solchen Festen zum Mittagstisch üblich – konnte der Bezirksimkerverein Triberg mit Honigeis und Honigapfelküchle aufwarten. Überall sah man Menschen in freundschaftlichen Gesprächen einander zugetan.

Teilnehmer haben viele Fragen

Auf großes Interesse stießen die Führungen im Bienenhaus und an den Ausstellungstafeln im Freien von den Vorstandsmitgliedern Helmut Finkbeiner und Mario Ferdani. Das wurde besonders deutlich durch die vielen Fragen, die die Teilnehmer an die Fachleute richteten.

Wie die Schleudermaschine funktioniert, interessiert die Besucher.
Wie die Schleudermaschine funktioniert, interessiert die Besucher. | Bild: Karl Volk

Diese erklärten das Leben im Bienenstock, der Bienenwohnung in der Neuzeit. In erdgeschichtlichen Dimensionen dienten 60 Millionen Jahre lang Höhlungen in alten Bäumen als Unterkunft, also lange bevor Menschen ihre Pflege übernehmen konnten. Die Sorge um die Überwinterung nehmen die Imker heute durch Fütterung und Einengung des Raumes den Bienen ab.

Große Bedeutung der Bienen

Ein Thema war die Fortpflanzung der Bienen durch die Begattung der Königin. Ein anderes ist die Bedeutung der Bienen für die Bestäubung der Pflanzen, ebenso das Problem der Monokulturen, das plötzliche Abernten von Feldern, was den Bienen innerhalb von Stunden die Nahrung nimmt.

Was ist Biohonig?

Fragen wurden zuhauf gestellt, am interessiertesten die, was Biohonig bedeutet. Antworten: schon die Verwendung von Holz statt Kunststoff für die Beuten, die Wahl von entsprechendem Zucker für die Fütterung, die Vermeidung von schädlichen Stoffen zur Bekämpfung der Varroa-Milbe, schließlich eine angemessene Entfernung des Bienenstandes von Feldern, die mit Glyphosat behandelt werden.

„Nicht drücken – sonst stechen sie!“

Als über die Lebensdauer der Bienen im Sommer und im Winter gesprochen wurde, konnte ein Vierjähriger sein Wissen nicht mehr zurückhalten. Sein Zwischenruf: „Bienen darf man nicht drücken, sonst stechen sie!“

Echte Bienenkönigin zu sehen

An der Schautafel bekamen die Kinder eine echte Bienenkönigin zu sehen und konnten feststellen, dass im Innern eine Temperatur von 36 Grad herrscht, wie sie Bienen brauchen. Ungeteiltes Interesse der zahlreichen Kinder galt aber der Praxis: Sie haben für die Wunder im Kleinen ein besonders feines Empfinden. Wie man an einer Honigwabe mit einer speziellen Gabel die verschlossenen Zellen öffnet, wie die Schleudermaschine funktioniert, die Zentrifugalkraft wirkt und als Höhepunkt: wie der Honig aus dem Hähnchen herausläuft. Das war für sie das spannende Erlebnis.

Köstlicher Honig aus der Schleuder

Helmut Finkbeiner besorgte Kaffeelöffel, die durften sie unter den Honigstrahl halten und dann schlecken: eine feine Sache! Hätte man die Kinder gefragt. „Wollt ihr einmal Imker werden?“ Sie hätten sicher alle im Chor gerufen: „Ja! Was sonst?“

Das könnte Sie auch interessieren