Die Gästezahlen bei der neuen Attraktion Tribergs, Deutschlands größtem Greifvogel- und Eulenpark, konnte sich nach Angaben des Betreibers, Stephan Keidel, auf rund 30 bis 50 Tagesgäste entwickeln. Das solle aber noch deutlich mehr werden.

Nachdem es bereits im vergangenen Jahr Flugvorführungen bei laufenden Bauarbeiten im Greifvogelpark gab, konnte das Parkgelände am 9. Juni eröffnet werden. Seither ist der rund zwei Kilometer lange Rundweg entlang der 40 Volieren zugänglich. 31 der Volieren sind mittlerweile mit verschiedenen Greifvogel- und Eulenarten besetzt.

Bei der täglichen Eulenführung gibt Falkner Daniel Luchsberg (links) den Zuhörern Einblicke in das Leben der Vögel.
Bei der täglichen Eulenführung gibt Falkner Daniel Luchsberg (links) den Zuhörern Einblicke in das Leben der Vögel. | Bild: Markus Reutter

Doch noch sind die Bauarbeiten nicht abgeschlossen, verweist Keidel auf den Innenausbau des Hauptgebäudes, über den künftig der Zugang zum Park, auch barrierefrei, gewährleistet werden soll.

Ursprünglich sei die Fertigstellung des großen, im Schwarzwaldstil errichteten Gebäudes, auf August oder September anvisiert gewesen. Doch es gab Verzögerungen. Als Beispiel nennt Keidel, dass einer der beiden Aufzüge falsch, nämlich seitenverkehrt, geliefert worden sei und deshalb nicht eingebaut werden köonnte.

Neuer Termin für die Fertigstellung des Gebäudes sei nun im November, also in der Winterpause des Parks. Ab 21. Oktober sei der Park über die kalte Jahreszeit hinweg geschlossen.

Das Hauptgebäude sei nach der Winterpause, also ab Dienstag, 2. April 2019, frei zugänglich. Es beherbergt unter anderem die sanitären Einrichtungen für die Parkbesucher. Bei einem Rundgang vorab zeigt Keidel im WC-Bereich auf großformatige Kacheln mit Greifvogel- und Eulenbildern. Es handelt sich um Fotografien, die er in professioneller Manier von den Vögeln im Park geschossen hat und so, an ungewöhnlicher Stelle, den Besuchern einen Eindruck von den Erlebnissen auf dem Gelände gibt. Auch sonst würden im Gebäude etliche Informationen zu Greifvögeln, Eulen und Park gegeben.

Der Rundgang entlang der Volieren vermittelt einen interessanten Einblick in die verschiedenen Größen der Greifvögel, vom kleinen Falken bis zum mächtigen Seeadler.

Beim Rundgang mit einem Pressevertreter ist plötzlich ein Junge im Alter von etwa 13 Jahren zu sehen, der eine kurze steile Böschung hoch zur Voliere des Steinadlers steigt und ans Volierengitter greift, möglicherweise auch daran rüttelt. Der Vogel reagiert und fliegt in der Voliere hin und her. Der Junge lässt ab und steigt die Böschung wieder hinab auf den asphaltierten Weg. Keidel appelliert, die Vögel sollten vom Weg aus beobachtet werden. Es handle sich um Wildtiere, zu denen ein gewisser Abstand eingehalten werden solle.

Die Voliere des Steinadlers stehe erhöht und vom Weg abgesetzt. Auch das solle für die passende Distanz zwischen Mensch und Tier sorgen. Beim Rundgang ist zu erkennen, dass die Vögel in der Regel interessiert die Besucher anschauen und sich auch nicht verstecken. Keidel meint, die Vögel seien neugierig.

Falknerin Jennifer Gängel säubert die Tränke des Steinadlers. Währenddessen bleibt der Adler ruhig auf seiner Stange sitzen.
Falknerin Jennifer Gängel säubert die Tränke des Steinadlers. Währenddessen bleibt der Adler ruhig auf seiner Stange sitzen. | Bild: Markus Reutter

Dass die Tiere ein Vertrauensverhältnis zu den Falknern aufbauen, mit denen sie einen täglichen Umgang haben, zeigt die anschließende Episode, als Jennifer Gängel die Tränke des Steinadlers reinigt und hierzu in die Voliere zu dem Tier geht. Der Adler bleibt ruhig auf seiner Stange sitzen. Die Falknerin bürstet währenddessen das Gefäß aus, füllt es mit Wasser und verlässt die Voliere wieder.

Etwa zur gleichen Zeit ist Falknerkollege Daniel Luchsberg mit einer Gruppe Besucher bei den Eulenvolieren unterwegs und gibt den Zuhörern bei der täglichen Eulenführung ab 14 Uhr interessante Einblicke in das Leben dieser Tiere.

Den Besuchern wird einiges geboten, weist Keidel außerdem auf die beiden täglichen Flugvorführungen um 11.30 und um 16 Uhr hin. Für die zwölf Euro Eintritt für Erwachsene, Kinder bis 18 Jahre zahlen acht Euro, bis Zweijährige nichts, erhalten die Besucher einen Tagesbändel ums Handgelenk, mit dem sie den Tag über in den Park hinein-, ihn aber auch wieder verlassen können, um vielleicht noch den Wasserfall oder etwas anderes in Triberg anzuschauen, bevor sie eventuell gegen 16 Uhr die Flugvorführung im Park erleben möchten. Der Preis werde sich auch nicht erhöhen, wenn dann im nächsten Jahr das Hauptgebäude eröffne, so Keidel.

Gelegentlich komme es vor, gerade bei Falken, dass ein Tier „ausbüxt“ und plötzlich außer Sichtweite ist. Deshalb hätten die Vögel einen kleinen Sender am Nackengefieder, mit dessen Hilfe sie leichter wiedergefunden werden können.

Der Park komme gut an, weiß Keidel von Reaktionen der Besucher. „Das ist toll, super Programm“, zitiert er Stimmen der Gäste.