Stramm schreitet Triberg voran, wenn die Stadt anziehender für Touristen gemacht werden soll. Bürgermeister Gallus Strobel legte nun die Änderungen für den Flächennutzungsplan mit dem Titel Naturerlebnis Triberg nach Eingang der Stellungnahmen vor.

Es sei eine Verringerung der vorgesehenen Fläche der Waldumwandlung in Absprach mit dem Forst erfolgt. Vor allem seien es zwei große Grünflächen zwischen den Kehren der B 500, die entfielen. Der Flächennutzungsplan bliebe erhalten, es würden lediglich die Waldflächen wieder eingebracht. Geschützte Naturdenkmale bleiben erhalten, wie Strobel versicherte.

Natürlich gebe es immer wieder Punkte, bei denen man nicht immer einer Meinung sein müsse, wusste Reinhard Storz (CDU) zu den Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange. Im Großen und Ganzen sehe er jedoch eine positive Einstellung auch des Naturschutzes. „Wir stehen hinter diesem Projekt“, übermittelte er die Gedanken seiner Fraktion. Klaus Nagel (FWV) hakte dann noch einmal nach wegen der Naturdenkmale, zeigte jedoch ebenso auf, dass die Freien Wähler „unterm Strich“ nichts dagegen einzuwenden haben.

Zum Thema Ausgleichsmaßnahmen wollte sich Susanne Muschal (SPD) aufgeklärt wissen. Da sei schon eine Menge geschehen, wobei es hier vor allem um Auslichtungsmaßnahmen gegangen sei, so Strobel. Die Ausgleichsmaßnahmen laufen aber über einen Zeitraum von rund zehn Jahren. „Natürlich wissen wir, dass die Meinungen zum Thema Wildtier-Zoo-Haltung sehr konträr gesehen werden“, machte Muschal deutlich. Auch im Gemeindeverwaltungsverband (GVV) wird dieser Plan demnächst eine Rolle spielen, denn auch dieser muss dem Vorhaben zustimmen – was aber als gesichert gilt.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurde die Planung dann sehr konkret: Der Investor stellte den Bauantrag für insgesamt 25 Volieren, die im Bereich der künftigen Greifvogel- und Eulenwarte entstehen sollen. Als logische Folge der Aufstellung des Flächennutzungsplans gab es dazu keine Einwände.

Die kurze Aussage zum Thema Zoohaltung von Wildtieren bezog sich auf die einzige wirklich negative Stellungnahme, nämlich die des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg, die im Auftrag des Naturschutzbundes (NABU) Deutschlands erfolgte. Dieser hat eine ganz eindeutige Haltung zur Errichtung des Greifvogel- und Eulenparks: Er lehnt sie kategorisch ab. „Seit 50 Jahren versucht unsere Arbeitsgemeinschaft Wanderfalkenschutz im NABU, die längst nicht mehr zeitgemäße neue Einrichtung solcher Stationen zu verhindern“, sagt das Gutachten. Es werde auch gar nicht der Versuch unternommen, den Schein zu erwecken, es handele sich um ein Unternehmen für den Natur- oder Tierschutz. Vielmehr handle es sich um rein kommerzielle Einrichtungen, bei denen die Tiere zu Schauzwecken missbraucht würden und die sicher nicht wissenschaftlichen oder pädagogischen Zielen dienten.

Es sei nicht vertretbar, wenn Wildtiere aus kommerziellen Gründen ein Leben lang in Gefangenschaft leben müssten. Dazu würden auch frei lebende Wanderfalken durch die Freiflüge irritiert.

Gleich mehrere Seiten lang stellt sich der Landesnaturschutzverband vehement gegen die Einrichtung des Parks. Eine entlastende Darstellung seitens der Stadt unterblieb weitgehend.