Der Triberger Gemeinderat hat den Haushaltsplan 2019 unter Dach und Fach gebracht. In vielen nichtöffentlichen Sitzungen hatten die Mitglieder von Gemeinderat und Finanzausschuss intensiv um das Zahlenwerk gerungen. Noch immer gab es aber den einen oder anderen Punkt, an dem noch gefeilt wurde.

  • Überschuss: Zugute kämen dem sehr ambitionierten Haushaltsplan sicher das sehr gute Ergebnis 2017 und das voraussichtlich ebenfalls positive Jahr 2018, die für eine gut gefüllte Rücklage sorgten. Steuern, allgemeine Zuweisungen sowie Umlagen ergäben einen Überschuss von 1,1 Millionen Euro, so Klaus Wangler (CDU). Dass die Gewerbesteuer 2018 voraussichtlich ein deutliches Plus erbringe, habe Kämmerin Christin Rinnus sicherheitshalber völlig außen vor gelassen und die höheren Werte auch beim Ansatz nicht berücksichtigt. Allerdings wisse auch der Gemeinderat, dass von der Gewerbesteuer für die Kommune letztlich nur ein Viertel bleibe.
  • Schulden: Allergrößte Sparsamkeit sei wegen der großen Vorhaben angezeigt, so Wangler. Zwar werde die volle Schuldentilgung von 752 000 Euro erbracht, doch der Schuldenstand werde zum Jahresende 9,4 Millionen Euro betragen, wodurch die Pro-Kopf-Verschuldung bei 1958 Euro liegt, davon allein im Hoheitsbereich bei 1362 Euro. Vergleichbar große Kommunen liegen bei 632 Euro Gesamtverschuldung.
  • Investitionen: Markant seien die Ausgaben für die Realschule (eine Million Euro), Breitbandausbau und Straßenbereich (1,6 Millionen Euro), Zuschussbedarf Kinderbetreuung (750 000 Euro) Ausbau Kindergarten mit 150 000 Euro sowie viele weitere Posten.
  • Fraktionen einig: Wie in den Vorjahren stehe ein Waldverkauf auf der Einnahmeseite, diesmal mit 665 000 Euro so hoch wie nie. „Wie im Vorjahr, stellen wir den Antrag auf Sperrvermerk“, forderte Wangler – die beiden weiteren Fraktionen sahen das ebenso. Auch weitere Anträge wie die Verbesserung der Situation des wenig einladenden Burggartens (könnte der Bauhof übernehmen) sowie „kleinere Instandsetzungsmaßnahmen“ an der Aussegnungshalle kamen von allen Fraktionen.
  • Erneute Kreditaufnahme: Auch Klaus Nagel (FWV) sah die erneute Kreditaufnahme von 841 000 Euro als problematisch an, allerdings könne man beim derzeitigen Zinsniveau damit leben. Er reflektierte auch die anstehenden Ausgaben in Sachen Feuerwehrgerätehaus, sah die Notwendigkeit, 742 000 Euro in die Wasserversorgung zu investieren.
  • Friedhof/Waldsportbad: Eher knapp angesetzt sieht Nagel die Investition für den Triberger Friedhof – hier sollte zunächst die Aussegnungshalle neu gestrichen werden, um „wenigstens einen einigermaßen würdevollen Zustand zu schaffen“, so seine Einlassung. Sorge bereite der Fraktion nach wie vor das Waldsportbad. Insgesamt sehe er dennoch einen realistischen, zukunftsweisenden Haushaltsplan.
  • Sicherheit geht vor: In Sachen Aussegnungshalle sieht die SPD-Fraktion zwar ebenfalls Bedarf, allerdings meinte Susanne Muschal, dass eine Sanierung sinnvoller sei, dazu einige gestalterische Maßnahmen – wichtiger sei die Herstellung der Sicherheit der Treppen und der übrigen Anlage.
  • Weitere Themen: Die Standortfrage für das neue Feuerwehrhaus will Muschal noch einmal diskutieren, da ihrer Meinung nach eine neue Situation entstanden sei. Erneut wies sie auf Möglichkeiten der Energieeinsparung hin durch den Einsatz erneuerbarer Energien, LED-Beleuchtung und Ähnliches. Dringend sah sie den Bedarf einer Sozialfachkraft in der Grundschule.
  • Einstimmig beschlossen: Die Anträge seien akzeptiert, versprach der Bürgermeister, auch die gewünschten Vor-Ort-Termine beim Friedhof sowie beim Feuerwehrgerätehaus seien kein Problem. Der Haushalt, zu dem die Genehmigungsbehörde bereits ein Ja signalisiert habe, wurde somit einstimmig auf den Weg gebracht.