Die Raumschaft Triberg erhielt schon vor vielen hundert Jahren eine ganz besondere Prägung. Durch das Uhrmacher-Handwerk und die Erfindung der Schwarzwälder Kuckucksuhr entstand eine völlig eigene Handarbeit – die Holzschnitzerei.

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  • Neue Geschäftsfelder: Nachdem vielerorts die handgefertigten Schnitzarbeiten auf den bekannten Uhren schlicht zu teuer wurden, geriet auch das Handwerk der Holzschnitzer immer mehr in den Hintergrund. Dennoch, gibt es sie heute noch, die Schnitzer im Schwarzwald. Beim traditionellen Uhrmacherhandwerk lassen die Aufträge zwar immer mehr nach, doch die talentierten und kreativen Köpfe unter den Schnitzern haben längst andere Geschäftsfelder für sich entdeckt, beispielsweise das Schnitzen von Fastnachtsmasken.
Aufgrund seiner Höhe von über vier Metern wird der von Holzbildhauermeister Samuel Kammerer geschnitzte Schwarzwälder Uhrenträger als der weltgrößte Uhrenträger beworben.
Aufgrund seiner Höhe von über vier Metern wird der von Holzbildhauermeister Samuel Kammerer geschnitzte Schwarzwälder Uhrenträger als der weltgrößte Uhrenträger beworben. | Bild: Christel Börsig-Kienzler
  • Riesiger Uhrenträger: Auch in Nußbach gibt es einen ausgezeichneten Schnitzer, der unter anderem Furore machte durch ein ganz besonderes Meisterwerk: Er schuf einen Uhrenträger in Normalgröße, der heute am Haupteingang zum Triberger Wasserfall steht. Praktisch das exakte Ebenbild dieses Uhrenträgers steht im Park des Hotels Wehrle, allerdings blickt dieser aus der stolzen Höhe von über vier Metern auf seine Betrachter hinunter. Diese Stücke stammen von Samuel Kammerer, der ein Ladengeschäft in Triberg betreibt.
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  • Atelier in Nußbach: In seinem Laden in der Stadtmitte ist Samuel Kammerer mitunter viele Wochen lang nicht zu sehen, denn seine Werkstatt, sein Atelier, liegt tief in den Außenbereichen Nußbachs in der Tannholzstraße. Hier habe er die nötige Ruhe, um seinem Handwerk, seinem Beruf beziehungsweise seiner Berufung nachzugehen. Unter aderem stellt er hochwertige Schnitzereien für die Schwarzwälder Kuckucksuhr her.
Der Himmel im Nußbacher Atelier von Samuel Kammerer hängt  voller Fasnetmasken, die auf die Weiterverarbeitung warten.
Der Himmel im Nußbacher Atelier von Samuel Kammerer hängt voller Fasnetmasken, die auf die Weiterverarbeitung warten. | Bild: Hans-Jürgen Kommert
  • Werdegang: „Mein Vater ist gelernter Schreiner. Durch ihn entdeckte ich schon früh eine tiefe Liebe zum Werkstoff Holz“, erzählte er im Gespräch. So absolvierte er von 1980 bis 1983 eine Lehre als Holzbildhauer. „Schon 1989 legte ich die Meisterprüfung ab und eröffnete kurz darauf meine eigene Holzbildhauerwerkstatt“, schilderte er seinen Werdegang.
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  • Fastnachts-Masken: Als Mitglied der Narrenzunft Nußbach begann er auch für diese Masken herzustellen. Mittlerweile hat er sich einen Namen gemacht. „Für über 30 Narrenzünfte aus dem Schwarzwald schnitze ich Fastnachts-Masken“, so der Holzbildhauermeister. Ein ganz berühmtes Beispiel ist der Villinger Narro, für den er sogar den berühmten hölzernen Säbel gestaltet. Dazu sind es Zünfte aus Tennenbronn, Fischbach oder Schramberg, die auf den Nußbacher Holzschnitzer vertrauen, aber auch viele Zünfte aus dem eher schwäbischen Bereich.
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  • Maler bringt letzten Schliff: Die Arbeit des Holzschnitzers sei auch heute noch reine Handarbeit. Und da Schnitzereien lebendiger wirken, wenn sie auch farblich richtig gestaltet sind, erhalten diese in der Malerwerkstätte, mit der er zusammenarbeitet, sozusagen den letzten Schliff – wie der riesige Uhrenträger beweist.