Rechnungsamtsleiterin Christin Rinnus hat in der jüngsten Sitzung des Triberger Gemeinderats den Rechenschaftsbericht 2017 vorgelegt. Dabei konnte auch Bürgermeister Gallus Strobel wieder lächeln. Insgesamt wurde der Rechenschaftsbericht wie vorgelegt einstimmig angenommen, mit den vorliegenden enormen Haushaltsresten.

Ärger im Gemeinderat 2017

Dabei war die Vorgeschichte schwierig. Viel Zähneknirschen hatte es 2017 beim Gemeinderat und der Verwaltung der Wasserfallstadt gegeben: Ein sicher geglaubter guter Haushalt wurde in kürzester Zeit desaströs, als eine Gewerbesteuer-Rückzahlung von 1,5 Millionen Euro anstand. Man hatte es Bürgermeister Gallus Strobel seinerzeit angesehen, diese Entwicklung hatte ihn stinksauer gemacht.

Lächeln konnte er nun wieder, weil das Rechnungsergebnis bei der Vorlegung deutlich besser aussah, als letztlich erwartet. „Wir sind ja schon bereit zu sparen. Aber nicht, um Schulden zurückzuzahlen. Sondern für vernünftige Investitionen“, verdeutlichte Strobel seine Intentionen.

Pro-Kopf-Verschuldung verringert

„Dabei hatte die Kommune selbstredend alle finanziellen Verpflichtungen hinsichtlich Schuldentilgung vollumfänglich erfüllt“, stellte er klar. Daher sei auch die Pro-Kopf-Verschuldung von 906 auf 813 Euro (im Hoheitsbereich, also im eigentlichen Stadthaushalt) zurück gegangen. Dazu kommen allerdings bei den Tourismusbetrieben 427 (Vorjahr 440) Euro sowie bei der Wasserversorgung weitere 156 (Vorjahr 161) Euro, so dass die Gesamtverschuldung Ende 2017 bei 1396 Euro pro Einwohner lag.

Andere Kommunen stehen aber besser da

Im Landesdurchschnitt vergleichbar großer Gemeinden liegt die Verschuldung im Hoheitsbereich allerdings noch tiefer, nämlch bei 368 Euro, in der Gesamtverschuldung bei 634 Euro je Einwohner. Mithin ist die Verschuldung in Triberg also mehr als doppelt so hoch wie im Landesschnitt.

Die Soll-Einnahmen im Verwaltungshaushalt betrugen 12,46 Millionen Euro, im Vermögenshaushalt 2,12 Millionen, das Gesamtvolumen mithin knapp 14,58 Millionen Euro. Neue Einnahme-Haushaltsreste im Vermögenshaushalt stehen mit 3,69 Millionen Euro an. Die Soll-Ausgaben im Verwaltungshaushalt lagen bei 12,3 Millionen bei Ausgaberesten von 217  460 Euro.

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Im Vermögenshaushalt standen Sollausgaben von 2,34 Millionen bei Ausgaberesten von rund 5,31 Millionen Euro. Bereinigt um die Ausgabereste des Vorjahres betrugen die Ausgaben im Vermögenshaushalt letztlich 4,27 Millionen Euro.

Vermögenshaushalt steht besser da als gedacht

Wichtig dabei war die gegenüber der Planung deutlich verbesserte Zuführung an den Vermögenshaushalt. Die geplante Zuführung von 564  350 Euro wäre nahezu komplett für Tilgungen verwendet worden, lediglich 31  550 Euro wären für Investitionen frei gewesen.

Die Jahresrechnung ergab eine Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt in Höhe von 1,23 Millionen Euro, Tilgungen gingen ab in Höhe von knapp 448  000 Euro, sodass die Netto-Investitionsrate 779  538 betrug – somit die Verbesserung rund 663  000 Euro.

Die Entnahme aus der Allgemeinen Rücklage konnte von 700  000 auf 250  000 Euro reduziert werden, so dass nach Abzug der Mindestrücklage Ende 2017 noch 1,49 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Auch 2018 ist eine Entnahme aus der Rücklage geplant mit 300 000 Euro, daher stünden für den Haushalt 2019 theoretisch rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung. „Ich bin mir recht sicher, dass wir auch für 2018 besser dastehen als geplant“, lehnte sich Strobel aus dem Fenster. Im Tourismusbetrieb wurde ein Verlust von etwa 183  500 Euro eingefahren – nochmals eine leichte Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, im Eigenbetrieb Wasserversorgung entstand ein kleiner Gewinn von 40  800 Euro.

Lob von Gemeinderäten

Ratsmitglied Klaus Wangler von der CDU bescheinigte der Rechnungsamtsleiterin eine „sehr gute Arbeit“, mahnte aber an, mit dem Geld vernünftig umzugehen. Immerhin habe man sich für 2019 die Handlungsfähigkeit bewahrt. Erfreulich sei auch der verringerte Verlust im Tourismusbereich. Insgesamt sehe er die Stadt auf einem guten Weg. Klaus Nagel (FWV) konnte in einer Stellungnahme ein Aufatmen feststellen – und auch Susanne Muschal (SPD) fand anerkennende Worte – sie mahnte allerdings an, den Haushalt 2019 eher konservativ anzugehen.