Am 20. Februar dieses Jahres war das Thema Einrichtung einer neuen Kleinkind-Gruppe für Kinder von zwei bis drei Jahren im Nußbacher Kindergarten besprochen worden. Nach Begehung mit dem Landesjugendamt wurde die Möglichkeit eingeräumt, insgesamt 1,5 Krippengruppen im Erdgeschoss zu ermöglichen.

Nachdem zunächst der Gedanke, eine Krippengruppe zu eröffnen, verworfen worden war, soll nun sogar eine komplette Krippengruppe mit zehn Kindern von einem bis zu drei Jahren (mit zwei Erzieherinnen) sowie eine halbe Gruppe im gleichen Alter (eine Erzieherin und eine Hilfsperson) eingerichtet werden. Eine Gruppe mit bis zu 25 Ü3-Kindern könnten letztlich in St. Sebastian in Nußbach betreut werden.

Zeitversetzte Einrichtung vorgesehen

Wegen der Verteilung der Anfragen in den Kindergärten St. Anna und St. Sebastian sei eine zeitversetzte Einrichtung der beiden neuen Gruppen die beste Lösung. So könne die erste (komplette) Krippengruppe im Januar, die halbe Gruppe ab Mai 2020 eröffnet werden, hieß es in der Triberger Gemeinderatssitzung am Mittwochabend.

Altersgemischte Gruppe zieht um ins Obergeschoss

Durch die Einrichtung der Krippengruppen müsse die bestehende altersgemischte Regelgruppe ausgelagert werden in den ersten Stock, so Bürgermeister Gallus Strobel. Allerdings müsse dann das dort noch bestehende Pfarrbüro in andere Räume ziehen – hierfür sei bereits ein Raum in der Ortsverwaltung vorgeschlagen.

Katholische Trägerin zahlt zehn Prozent der Umbaukosten

Die Umbaukosten beliefen sich nach aktueller Schätzung auf 170  000 Euro. Davon wolle die Trägerin, die Katholische Kirchengemeinde, einen Anteil von zehn Prozent tragen. Das Land werde für die Schaffung neuer Krippenplätze voraussichtlich mindestens 20  000 Euro bezahlen – im Haushalt der Stadt sind 150  000 Euro eingestellt, was somit ausreichen würde.

Kleine Kinder laut Strobel „am besten bei der Mutter aufgehoben“

Für das Jahr 2020 lägen die Personalkosten voraussichtlich bei 170  000 Euro, für ein volles Jahr kämen insgesamt etwa 200  000 Euro zusammen für die neuen Gruppen. „Wobei ich nach wie vor der Meinung bin, dass Kinder bis zu drei Jahren bei der Mutter am besten aufgehoben sind“, konnte sich Strobel einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen. Zudem machte er erneut auf ein Prinzip aufmerksam: Wer bestellt, bezahlt. „Es wird Zeit, dass Bund und Land endlich erhöhte Zuschussmittel für den Betrieb von Kindertageseinrichtungen fließen lassen“, so der Schultes.

Besseres Angebot für Kinder über drei Jahren

57 Kinder unter einem Jahr kämen für einen Platz in Frage, zwischen einem und zwei Jahren sind es bereits 69 und dieser Zahl standen bis dato lediglich 25 Plätze gegenüber, was sich nun deutlich verbessern dürfte. Besser sieht es derzeit bei den Ü3-Kindern aus: 132 Kinder verteilen sich auf insgesamt 166 Plätze, hier bestehe durchaus noch Kapazität. Im Mariengarten werde man wohl eine Ganztagsgruppe einrichten, der Trend sei vorhanden.

Kindergartenbeiträge steigen

Die Kindergartenbeiträge würden für das neue Kindergartenjahr analog zu den Vorschlägen von Städte- und Gemeindetag sowie des Diözesanverbands entwickeln. Die Änderung wurde eher moderat erhöht: Für die Kinder in den Krippengruppen lautete der Vorschlag 407 Euro. Die Stadt hat sich mit dem Kindergarten-Kuratorium auf eine Erhöhung um zehn Prozent entschieden, von 350 auf 385 Euro. Das sei ein deutlich moderaterer Sprung für betroffene Eltern.

„Besorgnis erregende Kosten“

Es sei sicher schön, dass mehr Kinder kämen – das sei schließlich die Zukunft der Stadt, befand Klaus Wangler (CDU). Mehr Kinder bedeuteten aber auch, dass enorme Folgekosten auf die Stadt zukämen, man rechne also für 2020 mit fast einer Million Zuschussbedarf. „Es kann nicht sein, dass Bund und Land immer mehr auf den Kommunen abladen und die dann zahlen dürfen.“ Man trage das mit, sehe aber die Besorgnis erregend hohen Kosten. Dem schloss sich auch Friedhelm Weber (SPD) an. Er stelle erfreut fest, dass man im Kuratorium zwar durchaus hart diskutiere, am Ende aber meist ein einstimmiger Beschluss stehe.

Allerdings sehe er die Steigerungsraten bei den Kosten der vergangenen Jahre als besorgniserregend an. Man müsse Bund und Länder endlich in die Pflicht nehmen.

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