Der kaufmännische Leiter der Triberger Asklepios-Klinik, Stefan Bartmer-Freund, hat sich aus aktuellem Anlass, der Corona-Krise, mit einer Pressemitteilung des Bundes Deutscher Privatkliniken an unsere Zeitung gewandt.

Gesetzentwurf schürt Befürchtungen

Der Hintergrund: Der kürzlich vom Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte Entwurf des Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetzes schürte mitten in der Corona-Krise massive Existenzängste der Krankenhausbetreiber. Er sei nicht geeignet, alle Behandlungskapazitäten auf die Bekämpfung der Krise auszurichten.

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„Zu aufwändig und zu bürokratisch“

Die versprochene pauschale Vergütung der freigeräumten Krankenhausbetten im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt sei wesentlich zu aufwändig und bürokratisch und bei weitem nicht kostendeckend. Der höhere Pflegeentgeltwert sei nach Vereinbarung des Pflegebudgets von den Kliniken zurückzuzahlen. Die vorgesehene Einbindung der Vorsorge- und Rehabilitationskliniken in die Patientenversorgung geschehe nur halbherzig und führe die Kliniken wegen fehlender finanzieller Absicherung innerhalb weniger Tage in die Insolvenz.

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Angst vor Insolvenzen

Die Kanzlerin habe in ihrer Fernsehansprache unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass die Corona-Krise die vermutlich größte Herausforderung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ist. Ihre Worte, „es ist ernst, nehmen Sie es auch ernst“, hätten bei der Analyse des Gesetzentwurfs zynisch geklungen. Denn der zunächst vorgelegte Gesetzentwurf hätte den Krankenhäusern und Rehabilitationskliniken, die sich zur Bewältigung der Krise bereit erklärt hatten, systematisch die Finanzierungsgrundlage entzogen und die Kliniken mitten in der Krise in die Insolvenz getrieben. Die Folge wären Kurzarbeit und vielleicht auch Entlassungen von Ärzten und Pflegekräften gewesen.

Bilder aus Italien als Schock

Geschockt habe man täglich die exponentiell steigenden Patientenzahlen gesehen und die Zahl der an Covid-19 verstorbenen Patienten. „Niemand möchte in Deutschland Bilder wie die aus Italien sehen: Militärlastwagen, die Särge in benachbarte Krematorien bringen, frustriertes und total erschöpftes Klinikpersonal und Patienten, die in Turnhallen und Zelten versterben“, so der Sprecher des BDPK.

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Forderung nach einer gemeinsamen Kraftanstrengung

Dies in Deutschland möglichst zu verhindern bedürfe einer besonderen gemeinsamen Kraftanstrengung und einer klaren Politik, die alle Behandlungsmöglichkeiten in zugelassenen Krankenhäusern, Vorsorge- und Rehabilitationskliniken und privaten Kliniken bündle. Konkret bedeute dies, dass alle diese Kliniken nicht mehr ihre bisherigen Leistungen erbrächten, um andere Patienten versorgen zu können.

Reha-Kliniken könnten ab sofort keine Einkünfte mehr erzielen

Damit aber fiele für diese Kliniken die wirtschaftliche Grundlage weg. Das heiße wiederum, dass Krankenhäuser, die keine normalen elektiven Leistungen erbrächten, Rehabilitationskliniken, die keine Reha-Patienten mehr behandeln, mit sofortiger Wirkung keine Abrechnungen mehr stellen und somit keine Einkünfte mehr erzielen könnten.

Kreisweite Koordinierung

„Wir waren dazu zu einem Termin im Landratsamt zur Koordinierung der Maßnahmen im Schwarzwald-Baar-Kreis eingeladen. Wir haben uns bereits im Vorfeld im Team der Asklepios-Klinik Triberg umfassend Gedanken gemacht, wie wir am sinnvollsten Unterstützung leisten können“, betonte Bartmer-Freund im Gespräch mit unserer Zeitung.

Froh über Rettungsschirm

Dass nun der Rettungsschirm auch für die Krankenhäuser und Reha-Kliniken gelte, erleichtere ihm als Verantwortlichen in Sachen Finanzierung ungemein, vor allem da man trotz aller Maßnahmen erleben müsse, wie das Haus sich langsam leere, heißt es.

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