1600 Kilometer weit entfernt, in der schwedischen Hauptstadt Stockholm, hat alles ganz klein begonnen. Doch der Klimastreik von Greta Thunberg breitete sich schnell aus und wurde zur umstrittenen politischen Bewegung junger Menschen, die mit dem Namen „Fridays for Future“ Schlagzeilen gemacht hat.

Die Wasserfallstadt macht mit

Jetzt soll sie auch in der Wasserfallstadt ankommen. Zumindest wenn es nach Anne Mönckert geht. Die junge Tribergerin macht 2019 ihr Abitur. Sie hat mit drei weiteren Schülerinnen aus der Umgebung für Freitag, 28. Juni, offiziell eine Demonstration angemeldet, wie sie im Gespräch bestätigte. „Es geht uns vor allem darum, zu zeigen, dass es auch in der Raumschaft Triberg Jugendliche gibt, die sich für den Klimaschutz engagieren“, erklärt sie.

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Die Anliegen der Bewegung seien nicht nur in größeren Städten präsent. Deshalb wird am kommenden Freitag ab 11.30 Uhr auch für eine Zeit lang die Bundesstraße 500 ab dem Busparkplatz einseitig in Richtung Unterstadt gesperrt sein. Denn oberhalb des Schwarzwald-Museums soll der Demonstrationszug starten. Von dort aus werden die Teilnehmer vor das Kurhaus ziehen, wo es kurze Redebeiträge von Schülern geben soll.

Kreide auf dem Boden

In der Schulstraße wird sich die demonstrierende Gruppe eine Zeit lang aufhalten. Nach dem Ende des Unterrichts um 12.15 Uhr wird an der Grundschule der Schulhof für eine Die-In-Aktion beschlagnahmt. Dabei werfen sich die Demonstranten auf ein Signal hin plötzlich wie tot zu Boden. Die Umrisse einiger Teilnehmer sollen mit Kreide auf den Boden gezeichnet werden.

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„Damit wollen wir deutlich machen, was passiert, wenn nicht endlich etwas gegen den Klimawandel getan wird“, begründet die Organisatorin. Gleichzeitig sollen damit die Grundschüler zum Nachdenken angeregt werden. Den Abschluss der Veranstaltung soll auf dem Marktplatz ein Tanz bilden.

Forderungen stehen noch aus

Konkrete Forderungen an Gemeinderat und Bürgermeister habe die Gruppe bisher nicht. „Wir wollen in erster Linie Menschen zum Umdenken bewegen. Es geht um nachhaltiges Leben.“ Hier sei neben der Politik auch jeder Einzelne gefragt, zeigt sich die Abiturientin überzeugt, die sich deshalb auch bei Greenpeace engagiert und ihre Seminararbeit vor dem Abitur über die menschlichen Einflüsse auf den Klimawandel geschrieben hat.

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Dass der Streik während der Schulzeit stattfindet und die Teilnehmer zum Schwänzen zwingt, findet Anne Mönckert richtig. „Wir beginnen aber erst um 11.30 Uhr, damit alle die ersten vier Unterrichtsstunden nicht verpassen“, versucht sie zu beschwichtigen. Die Aktivistin rechnet am Freitag mit 80 Teilnehmern, denn auch aus St. Georgen und Villingen hat sie bereits Zusagen von Mitschülern bekommen.

Schulleiter entscheiden selbst

Geworben wird für die Aktion in sozialen Netzwerken wie Instagram und mit einer offenen WhatsApp-Gruppe, der Mönckert zufolge über 100 Schüler beigetreten sind. Welche Konsequenzen die Teilnahme am Streik für die Schüler der Raumschaft haben wird, ist noch nicht überall abzusehen. Denn eine einheitliche Regelung gibt es nicht: Das Kultusministerium hat die Zuständigkeit an die Schulleiter abgeschoben, weil nach dem Schulgesetz für Baden-Württemberg den jeweiligen Schulen ausreichende Befugnisse zur Verfügung stünden, um auf die Verletzung der Schulbesuchspflicht angemessen zu reagieren, wie es beispielsweise in einer Stellungnahme des Ministeriums vom 28. Mai heißt.

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Am Triberger Schwarzwald-Gymnasium hat man grundsätzlich Verständnis für das Anliegen der Schüler und freut sich, wenn sich Jugendliche gesellschaftlich einbringen, wie Rektor Oliver Kiefer auf Nachfrage betont. In welchem Maß sich seine Schüler am Freitag am Streik beteiligen werden, kann der Oberstudiendirektor nicht abschätzen. „Es gibt keine offizielle Vorgabe, ist aber in der Region unter den gymnasialen Schulleitern, mit denen ich über das Thema gesprochen habe, Konsens, dass die Schüler, die dem Unterricht fernbleiben, den verpassten Stoff nachholen müssen“, erklärt Kiefer das Vorgehen im Hinblick auf Teilnehmer am Klima-Streik.