Der trocken-heiße Sommer hat auch die Wassermenge von Deutschlands höchsten Wasserfällen weniger werden lassen. Aber der städtische Marketingleiter Nikolaus Arnold ist sich sicher: „In der Gutach fließt immer Wasser“ – und der ewige Quell sorgt eben auch für gute Umsätze in der Tourismusbranche.

Um die Attraktion Tribergs braucht einem nach Meinung Arnolds keine Bange zu sein. Die Gutach werde in diesem Bereich immer Wasser führen. Der Marketingleiter verweist auf den Ursprung der Gutach bei der Hubertuskapelle in Schönwald. Es handle sich um ein Hochmoorgebiet. „Von dort kommt immer Wasser“, ist Arnold zuversichtlich. Doch er räumt ein, dass die Wassermenge Schwankungen unterliege, je nach Intensität der Niederschläge und Länge der Trockenperiode. Nach drei Tagen Regen donnert die Gutach über die Felsformationen zu Tal. Aktuell sei es etwas weniger Wasser. Aber ein Besuch des Wasserfalls lohne sich allemal, auch wegen der „tollen Naturkulisse“.

Davon machen auch viele Besucher Tribergs Gebrauch. Allein im vergangenen Jahr waren es 413  973 Gäste, die an der Wasserfallkasse registriert wurden. Damit erweist sich das dortige Naturschauspiel als die Hauptattraktion, die von der Stadt auch regelmäßig gepflegt wird. Arnold erinnert an die Besucherplattform, in die vor ein paar Jahren investiert wurde, „damit die Leute noch näher an den Wasserfall kommen“. Immer wieder werde auch Geld für die Instandhaltung der Wege ausgegeben. Die Kassenhäuschen seien mittlerweile alle mit Strom ausgestattet.

Ein Ziel sei es noch, freies W-LAN im Wasserfallgebiet anzubieten. Da sei man dran. Als erster Hotspot sei im Bereich des Rathauses im vergangenen Jahr der freie Internet-Zugang eingerichtet worden. Letztlich sei es aber das Naturschauspiel, das die Leute zum Wasserfall ziehe. Deshalb seien dort keine größeren Eingriffe geplant. Das sagten auch Besucher, sie wollten dort „keine großen Verbauungen“.

Mit dem Greifvogel- und Eulenpark sei eine weitere Attraktion benachbart zum Wasserfallgebiet geschaffen worden, freut sich Arnold. Das werde für zusätzliche Besucher in Triberg sorgen: „Es gibt Leute, die das sehr anspricht.“ Ob sich das mittelfristig auch positiv auf die Besucherzahlen des Wasserfalls auswirke, vermag Arnold zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu sagen. Das hänge stark damit zusammen, wie viel Zeit die Leute für ihren Triberg-Besuch mitbrächten und welche Prioritäten sie setzten. Im Falle von Reiseveranstaltern sei das Besuchsprogramm eng getaktet. Arnold erinnert an den Weihnachtszauber, zu dem in seinen Anfängen kein einziger Bus gekommen sei. Mittlerweile habe sich aber der Reiz dieser Veranstaltung herumgesprochen, und es seien bis zu 50 Busse an einem Weihnachtszauber-Tag.

Nicht nur Triberg versuche, die Aufenthaltsdauer des Gastes durch attraktive Angebote auszudehnen. Darum bemühten sich auch alle anderen Tourismusdestinationen im Schwarzwald und der benachbarten Region. Insofern sei das viel Überzeugungsarbeit bei den Reiseveranstaltern und „viel Klinkenputzen“, man müsse Leute begeistern und die Reiseveranstalter einladen: „Schaut Euch das mal an“, um den Blick für die Attraktionen zu öffnen. Wenn dann ein Bus komme und die Resonanz der Gäste positiv sei, spreche sich das herum, und andere Reiseveranstalter würden nachziehen.

Der Vorteil von Triberg sei, dass es hier viele Attraktionen gebe. Arnold erwähnt als Beispiele den Hochseilgarten, den „schönen Bergsee“, die weltgrößte Kuckucksuhr, den weltgrößten Uhrenträger beim Parkhotel Wehrle und das Schwarzwaldmuseum, aber auch die barocke Wallfahrtskirche, den Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad, die tunnelreichste Gebirgsbahn der Welt zwischen Hornberg und St. Georgen, sprudelt es aus Arnold heraus. Es gibt also viele Gründe, Triberg zu besuchen. Hotellerie, Gastronomie und Einzelhandel freut’s.