Für die Imker des Bezirksimkervereins Triberg und für viele Kollegen, darunter auch den einen oder anderen Teilnehmer am Imker-Grundkurs des Vereins, hat nun die arbeitsreichste und dennoch die schönste Zeit im Jahreslauf begonnen – die Honigernte.

Die Ernte des Honigs, den die fleißigen kleinen Insekten in den vergangenen Wochen eingetragen haben, fiel nicht für jeden gleich aus. Wer das Glück hatte und die Zeiten der Raps-, Obst- oder Löwenzahnblüte mitnehmen konnte, hatte zumeist bereits einmal geerntet und damit den Berufskollegen einiges voraus, denn die Witterung sorgte dafür, dass später nicht mehr viel zusammenlief.

Bienen hungern

Im Gegenteil, zum Teil hatten die Bienen sogar Probleme, sich selbst zu versorgen – sie litten Hunger. Das aber konnte von Standort zu Standort sehr unterschiedlich ausfallen. Was sehr viele Imker feststellen mussten – der Wald „honigte“ nur sehr mager, was zwei Hauptgründe hatte: Es war zu heiß und zu trocken für die Fichten- oder die Tannenlaus. Und wenn es mal regnete, war es nicht der gewünschte sanfte Landregen, sondern heftige Güsse, die in wenigen Minuten wahre Wassermassen herunterplatschen ließen. Die Folge: Der begehrte Waldhonig lässt auf sich warten.

Säure gegen Varroa-Milbe

Dennoch sind die Imker gezwungen, die Honigräume zu leeren, denn in den ersten Wochen des zweiten Halbjahres gilt das Augenmerk auch der Gesundheit ihrer Bienenvölker. Was auch bedeutet, dass man intensiv nachschaut, inwieweit die Bienen unter einem ihrer Hauptgegner leiden, der Varroa-Milbe. Dieser Bienenschädling saugt Blut an der Biene selbst, vor allem aber auch in der Brut. Sobald diese dann verdeckelt ist, beginnt der Vermehrungszyklus der Milbe. Doch nicht allein die Milbe selbst ist ein Problem, so die beiden Schulungsleiter Mario Ferdani und Helmut Finkbeiner. Vielmehr übertragen sie auch diverse Viren und Bakterien.

Öltücher zur Diagnose

Eigentlich, so ist sich Finkbeiner sicher, könnte man mit etwas Mut darauf vertrauen, dass die Biene die Milbe überlebt, ohne dass der Imker einwirkt – in der Genetik der Biene sei das verankert. Doch da man sicherheitshalber stets eingreife, bevor etwas geschehe, könne sich das leider nicht auswirken. Um nun feststellen zu können, wie hoch die Varroa-Last in den einzelnen Völkern tatsächlich ist, gibt es Annäherungs-Verfahren. Dabei wird die Schublade im Boden mit in Speiseöl getränkten Papiertüchern bedeckt und nach drei Tagen eine so genannte Gemüll-Diagnose durchgeführt. Die Summe der dann aufgefundenen toten Milben wird durch drei geteilt, sodass man erkennt, wie viele tote Milben am Tag herunterfallen.

Für den Normal-Imker schrillen die Alarmglocken bei mehr als zehn, für Helmut Finkbeiner als Bio-Imker bei 30 der Biester. „Dann ist es höchste Eisenbahn, etwas zu tun“, erklärten die beiden Mentoren. Als sehr wirkungsvoll habe sich dabei die 60-prozentige Ameisensäure erwiesen, die auch in verdeckelte Waben hineinzieht – allerdings leiden auch die Bienen etwas. Ein weiteres wirksames Mittel ist Oxalsäure, die aber normalerweise erst ab Brutende im November zum Tragen kommt.

Im Honig nachweisbar

Finkbeiner schwört neben der Ameisensäure als Bio-Imker auch auf Thymol. Dieses natürliche Mittel werde als Keks auf die Waben aufgelegt und wirke sehr gut, allerdings nicht bis in die verdeckelte Brut hinein. Am besten wäre also eine Behandlung mit Ameisensäure und eine anschließende Thymolbehandlung. „Wir wollen schließlich gesunde Völker einwintern“, so Ferdani. Wichtig: Die Honigräume müssen zuvor abgeräumt sein, da alle Stoffe im Honig und im Wachs nachweisbar sind.

Informationen im Internet:
http://www.imkerverein-triberg.de