Nun hat sich auch die Tierrechtsorganisation Peta Deutschland bei der Stadt Triberg in Sachen Greifvogel- und Eulenpark im Zuge des Bebauungsplans Naturerlebnis Triberg gemeldet. In einem Brief bittet sie Bürgermeister Strobel den Bau des „Tiergefängnisses“ zu stoppen. „Ein privater Investor plant einen Greifvogelpark in Triberg nahe der atemberaubenden Triberger Wasserfälle.

Etwa 45 überwiegend heimische Greifvogelarten sollen dort in Volieren und während Schauflügen gezeigt werden. Laut der Stadt Triberg ist die Genehmigung für den Bau bereits erteilt worden“, heißt es in einer Pressemitteilung der Tierrechtsorganisation Peta. Ihrer Ansicht nach ist das Projekt nicht mit dem Tierschutz vereinbar. In einem Brief bittet sie nun Bürgermeister Gallus Strobel, den Bau des Greifvogelparks zu verhindern.

„Den Vögeln, die im Greifvogelpark Triberg zur Schau gestellt werden sollen, steht ein Leben voller Entbehrung und Leid bevor“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei Peta. „Wir hoffen, dass die Verantwortlichen den Bau des Parks noch einmal überdenken und ebenfalls zu dem Schluss kommen, dass die Herrscher der Lüfte ausschließlich in die Freiheit gehören.“

Nach Paragraf 2 Nummer 1 des Tierschutzgesetzes muss laut Peta ein Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden. In Gefangenschaft – ob in einer Voliere oder in der falknerischen Anbindehaltung (Schauflüge) – seien Greifvögel in ihrem natürlichen Flugverhalten dauerhaft eingeschränkt oder es werde ihnen gänzlich verwehrt. Den Tieren werde alles genommen, was ihr Leben in Freiheit ausmache: Fliegen, Jagen, Partnerwahl, Horstbau, Zugverhalten und Jungtieraufzucht.

„Vögel, die eingesperrt in Volieren oder festgebunden an Lederriemen vor sich hin vegetieren, geben auch den Besuchern kein realistisches Bild der Tierwelt wieder“, betont Reithinger. „Heimische Greifvögel lassen sich besser in der freien Natur beobachten.“ Für den Tourismus in Triberg wäre es ihrer Ansicht nach daher sinnvoller, den Besuchern durch vogelkundliche Führungen die atemberaubende Natur der Region und ihre Tierwelt näher zu bringen. Dies würde auch dem Namen Naturerlebnis Triberg gerecht werden.

Den Eingang des Schreibens im Triberger Rathaus bestätigt Hauptamtsleiterin Barabara Duffner auf Nachfrage unserer Zeitung. Man nehme dessen Inhalt zur Kenntnis. Duffner legt in Vertretung von Bürgermeister Strobel, der sich derzeit im Urlaub befindet, allerdings Wert auf die Feststellung, dass in der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause am 27. Juli der Bebauungsplan Naturerlebnis Triberg vom Gemeinderat einstimmig beschlossen und damit die planungsrechtliche Grundlage für den geplanten Greifvogel- und Eulenpark als weitere Touristenattraktion geschaffen wurde.

„Dies verdeutlicht die positive Haltung der Stadt Triberg zum Greifvogelpark“, unterstreicht Duffner und ergänzt: „Alle Träger öffentlicher Belange, auch der Tierschutz, waren im Bebauungsplanverfahren involviert.“ Die sonstigen Bau- und Genehmigungsverfahren laufen laut Tribergs Hauptamtsleiterin derzeit noch.

„Mit dem Wegebau für den Greifvogelpark wurde letzte Woche begonnen“, informiert Duffner weiter und betont: „Dieser war nicht baugenehmigungspflichtig.“
 

Die Organisation

Peta Deutschland e.V. ist mit rund einer Million Unterstützern eigenen Angaben zufolge die größte und effektivste Tierrechtsorganisation in Deutschland, die sich für einen veganen Lebensstil einsetzt. Der eingetragene Verein ist als gemeinnützig anerkannt und finanziert sich aus Spenden. Über 88 Prozent des jährlichen Budgets gehen direkt in die Programme zur Beendigung von Tierelend und Rettung von Leben, informiert der Verein.