Der Bezirksimkerverein kann auf ein gelungenes Sommerfest zurückblicken. Ein Wetter, das auch den Bienen gefiel, war eine der Voraussetzungen, dass wieder viele Besucher in den Lindengrund wanderten oder fuhren.

Vorbereitet war alles bis ins Letzte, wie Vereinsvorsitzender Helmut Finkbeiner und damit den idealistischen Einsatz des ganzen Mitarbeiterteams hervorhob. Er selbst führte die an der Arbeit der Imker und am Leben der Bienen Interessierten durch den Stand. Seine Informationen waren so umfassend, dass alle mit reichem Wissen über die Bedeutung der Bienen in der Ökologie das Bienenhaus wieder verließen.

Finkbeiner griff in die Geschichte des 1864 gegründeten Vereins, erklärte die bedeutende Aufgabe der Bienen mit dem Bestäuben der Blüten. Den Vergleich, dass in dem Teil des Bienenstocks, in dem die Brutwaben sind, eine höhere Temperatur herrscht, konnten auch die Kinder durch Berühren der Glasscheiben nachfühlen.

Frischen Honig probieren: Das machen alle gerne.
Frischen Honig probieren: Das machen alle gerne. | Bild: Karl Volk

Gerade die Kinder warteten gespannt auf den Moment, in dem Honig aus der Schleuder lief. Mit kleinen Plastiklöffelchen fingen sie das Naturprodukt auf – ein Genuss auch für die Eltern beim Zuschauen. Der Honig aus dieser Wabe hatte das Aroma von Lindenblüten, denn gesammelt wurde er zur Lindenblütezeit.

Auch Neuerungen gab es: Helfer hatten unter der Pergola im Verkaufsstand einen Plattenfußboden gelegt und auf der Speisenkarte stand als neues Angebot Wildfleischburger. Der Imkerverein sieht sich auf diesem Gebiet als Pionier. Das wurde von den Gästen gern angenommen. Zur Mittagsstunde hatte sich die Sängerinnengruppe Souvenir eingefunden, ein Frauenchor aus Villingen-Schwenningen: elf Frauen aus allen Teilen der früheren Sowjetunion, aus der Ukraine, Kasachstan, Sibirien, allesamt Nachkommen von Auswanderern, die vor 300 Jahren Deutschland verließen, um eine bessere Zukunft zu finden.

Hochinteressant, was sie zu erzählen wussten: Ihre Vorfahren hatten ihre Muttersprache beibehalten, in aller Hartnäckigkeit, sodass sich ihre Nachbarn daran gewöhnten und selbst Deutsch lernten. Politisch gewünscht war das nicht, auf der Straße und in der Öffentlichkeit mussten sie die Landessprache benutzen, im Haushalt kam das nicht infrage.

Die Sängerinnengruppe Souvenir, ein Frauenchor aus Villingen-Schwenningen, unterhält die Imkerfestgäste musikalisch.
Die Sängerinnengruppe Souvenir, ein Frauenchor aus Villingen-Schwenningen, unterhält die Imkerfestgäste musikalisch. | Bild: Karl Volk

So brachten sie mit ihren kraftvollen Stimmen russische und deutsche Schlager zu Gehör, etwa von Kristina Bach, in deren Lieb verkündet wird: „Erst ein Cappuccino, dann ein bisschen Vino, und dann sehr viel du.“ Den Eindruck verstärkte ein langes dunkles einheitliches Gewand, selbst gewählt, keine mitgebrachte Tracht oder Imitation aus der Sowjetzeit.

Seit acht Jahren kommen sie zweimal in der Woche zum Singen zusammen und ihre Darbietungen bewegen sich auf einem hohen professionellen Niveau, betonte eine Sängerin. Herzlicher Beifall belohnte ihre schöne, stimmungsvolle Unterhaltungsbeilage.