Erneut Thema im Gemeinderat war der Bebauungsplan Naturerlebnis Triberg, nachdem nach der ersten Offenlage die Träger öffentlicher Belange sowie Bürger ihre Bedenken und Anregungen eingebracht hatten. Wie Bürgermeister Gallus Strobel verdeutlichte, seien die erfolgten Anregungen und Bedenken entweder in die revidierte Planung eingearbeitet oder durch Gutachten widerlegt. Punkt für Punkt ging er mit dem Gemeinderat den dicken, 46-seitigen Katalog durch. Vor allem seien sechs weitere Gutachten in Auftrag gegeben worden, deren Ergebnisse eingeflossen seien. „Wir haben beispielsweise die betroffene Fläche zwischen Wasserfall und Bergsee um mehr als fünf Hektar reduziert“, zeigte Strobel Auswirkungen der Einwendungen auf.

Friedhelm Weber (SPD) wollte Näheres zum Einwand der Stadt Hornberg wissen, die unter Umständen selbst einen ähnlichen Park beim alte Schloss plant. Dazu hatte Strobel eine genau umrissene Darstellung: Als man 2005 die damalige Erlebniswelt Triberg plante, sei die Idee zu einer Falknerei und Greifvogelwarte bereits da gewesen, Hornberg liebäugle seit 2010 damit. „Die ursprüngliche Idee stammt schon von uns“, beruhigte Strobel.

Klaus Wangler, CDU, sprach die einzige Stellungnahme einer Anwohnerfamilie an. Man solle doch mit der Familie nochmals Kontakt aufnehmen, um klar zu machen, dass man deren Bedenken wegen entstehenden Lärms ernst nimmt. „Ich bitte darum, dass man eine friedliche Lösung anstrebt“, betonte er. Strobel versprach, Kontakt aufzunehmen und Kompromissvorschläge zu unterbreiten. Der Bürgermeister ging auf Anfrage Klaus Nagels (Freie Wähler) auch auf einen Leserbrief ein, bei dem es unter anderem um einen Baustopp gegangen war. „Das war ein großes Missverständnis. Einige der betroffenen Behörden wollten eine der Volieren begutachten. Wir dachten, das soll an Ort und Stelle geschehen und haben in der überplanten Fläche begonnen, den Platz zu richten. Nachdem die Behörden klargestellt hatten, dass sie nur eine Voliere sehen wollten, wurde die dann auf dem Gelände des Bauhofs aufgestellt“, räumte Strobel ein.

Zugleich zum Beschluss zu diesem Bebauungsplan gab es zwei Baugesuche, die zwar einstimmig befürwortet wurden, deren Umsetzung aber erst dann möglich sei, wenn der Bebauungsplan wirksam werde: Zum einen soll ein Imbiss in der Wallfahrtstraße entstehen, jedoch innerhalb des Bebauungsplans Naturerlebnis Triberg, zum anderen wird eine Tribüne direkt daneben gebaut. Dazu hatte Susanne Muschal eine eher ironische Anfrage: „Wenn ich den Antrag auf 400 Zuschauerplätze vergleiche mit den Planangaben, bei denen stets von 544 Plätzen die Rede ist, stelle ich die erste Diskrepanz fest – und wenn ich es dann durchrechne, komme ich auf etwa 600. Was ist nun richtig?“ Ganz sicher könne er das auch nicht beatworten, er gehe aber im Moment von 400 aus, da dies dem Antrag entspreche, erklärte Strobel.

Die beiden Baugesuche wurden einstimmig bejaht – unter der Prämisse, dass der Bebauungsplan auch realisiert wird. Der Bebauungsplan Naturerlebnis Triberg mit den eingearbeiteten Änderungen liegt nun auf einstimmigen Beschluss des Gemeinderats vom 23. Mai bis zum 27. Juni erneut aus. Privatpersonen und öffentliche Träger können sich dazu dann wieder äußern.