Es war wohl zunächst für viele ein Schock, dass sich der Sportverein Triberg nach einer durchweg guten Bundesligasaison aus dem vermeintlichen Spitzensport verabschiedete. „Wir wurden gefragt, wie ich mich jetzt fühle, nachdem wir uns mit dem Sportverein Triberg und unserer ersten Mannschaft aus der Bundesliga zurückgezogen haben und einen kompletten Neuaufbau in der Verbandsliga vollziehen wollen. Ich habe geantwortet, dass es fast wie im Urlaub sei. Der Druck ist weg“, erklärten der Vorsitzende Mike Pfaff und Geschäftsführerin Barbara Pfaff vom SV Triberg zu Beginn der Hauptversammlung.

Laut Geschäftsführerin Barbara Pfaff stünden auch die Sponsoren hinter diesem sportlichen Rückzug. Es sei eine finanzielle Dimension entstanden, die zumindest im Schwarzwald nicht mehr machbar gewesen sei. Je weiter man in den Finalkämpfen komme, desto teurer werde es. Das Publikum honoriere dies leider nicht. Die Zuschauerzahlen waren weit weg von Rentabilität. Das neue Punktesystem sei in Ordnung, allerdings sei es für die Wasserfallstädter nur bedingt positiv. Viele Verletzungen sorgten dafür, dass aus der zweiten Mannschaft ständig aufgefüllt werden musste – was wiederum für ein schlechtes Image der Oberliga-Mannschaft sorgte, da sie oft mit einem Minimal-Team oder gar nicht antreten konnte.

Doch es gab auch sehr viel Positives: So sei ein Höhepunkt das neunte internationale Wasserfallturnier für Nachwuchsringer gewesen. Auch die deutsche Meisterschaft der Frauen sei bei allen sehr gut angekommen. Kai Rotter, der auch in der Verbandsliga seinem Heimatverein als Trainer treu bleibt, sah aus sportlicher Sicht zwei Gegensätze. Er habe tolle Kämpfe in der Bundesliga gesehen, andererseits sei es im Oberligateam von Anfang an schlecht gelaufen. Dass der Verein von so großen Verletzungssorgen geplagt worden sei, sei eigentlich kaum vorstellbar. Auch er sehe eine gute Chance zum Neuaufbau in der Verbandsliga.

Viele Turniere, dazu eine durchwachsene Saison erlebten die Ringer der Jugendabteilung, so Jugendleiterin Barbara Pfaff. Zehn Nachwuchssportler qualifizierten sich für die deutschen Meisterschaften, bei denen auch zwei Meistertitel heraussprangen. Daneben gab es ein „Sondertraining“ mit dem derzeit erfolgreichsten deutschen Ringer Frank Stäbler, der zum Geburtstag von Jan Rotter nach Triberg gekommen war. Wie in den Vorjahren waren auch die Jugendlichen beim 24-Stunden-Schwimmen und der Stadtputzete dabei.

Mit einem finanziellen Verlust wurde das Abenteuer Bundesliga abgeschlossen, wie Kassiererin Anja Kitiratschky feststellte. Friedhelm Weber, treuer Fan der Ringer, betonte, dass man sich seitens der Stadt stets freue, wenn der SV als Aushängeschild bundesweit erwähnt werde. Auch wenn ein wenig Wehmut mit dem sportlichen Abstieg verbunden sei, verstehe er diesen Weg, weil er die Erleichterung verspüre, die mit dieser Entscheidung verbunden sei.

Bei den Wahlen stellte sich Kai Rotter als Vize-Vorsitzender zur Verfügung, Kassiererin bleibt Anja Kitiratschky, Jugendleiterin ist weiterhin Barbara Pfaff. Neuer Abteilungsleiter Ringen ist Coskun Öztürk. Aktiver Besitzer ist nun Murat Sen. Thomas Hagemann und Dennis Hummel sind Passiv-Beiräte.

Die Geehrten

Beim Sportverein gab es folgende Ehrungen: Ehrenmitgliedern sind Karl Heinz Dold, Wolfgang Kammerer, Klaus Kammerer, Werner Hess, Andreas Winter, Dieter Krebs und Richard Wolber. Seit 50 Jahren ist Rudi Puchein SV-Mitglied. Hardy Haberstroh, Gerhard Heinzmann, Hans Henninger, Theo Hilser, Alexander Kienzler, Edgar Maier, Thomas Schuster, Jörg Spöcker und Hans-Peter Stratz wurden für 40 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Seit zehn Jahren gehören Fabienne, Pascal, Michaela und Markus Dold, Bernd Kessler, Rolf Schilli sowie Mika, Erik, Marvin, Antonia und Peter Ragg dem Verein an.