Nicht nur Eisenbahnromantiker kommen bei den Schwarzwaldbahn-Tagen in Triberg am Wochenende 24. und 25. September auf ihre Kosten. Für die ganze Familie bietet das umfangreiche Programm etwas. Während zur ersten Auflage der Schwarzwaldbahn-Tage vor zwei Jahren 4000 Besucher zum Festgelände am Triberger Bahnhof strömten, rechnen die Veranstalter dieses Mal mit noch mehr Zuspruch. So geht Karl Bolli, Bezirksleiter der Deutschen Bahn Netz, davon aus, dass die 5000er-Marke erreicht wird. Das scheint angesichts der Vielzahl an Veranstaltungen, nicht nur zum Anschauen, sondern auch zum Mitmachen und Erleben, durchaus möglich.

Alte Dampf-, Elektro- und Diesel-Loks können vor Ort bestaunt werden, von denen die allermeisten auch in früheren Zeiten auf den Gleisen der Schwarzwaldbahn im Einsatz waren. Hinzu kommen moderierte Fahrten im historischen Dampfsonderzug zwischen Triberg und Hausach und in einem antiken Schienenbus zwischen Triberg und St. Georgen.

Der rote Schienenbus verkehrt bei den Schwarzwaldbahn-Tagen zwischen Triberg und St. Georgen. Er ermöglicht Dank der Glasfronten eine besonders gute Sicht.
Der rote Schienenbus verkehrt bei den Schwarzwaldbahn-Tagen zwischen Triberg und St. Georgen. Er ermöglicht Dank der Glasfronten eine besonders gute Sicht. | Bild: Stadtverwaltung

Dank der Glasfronten erlaubt der Schienenbus eine gute Rundumsicht. Für die Fahrten können ab sofort Karten mit Sitzplätzen in den Wagons über die Tourist-Info Triberg reserviert werden, Telefon 07722/86 64 90. Am Veranstaltungswochenende 24. und 25. September können die Karten am Bahnhof Triberg vor Ort erworben werden. Das vielseitige Programm stellte Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold bei einer Pressekonferenz vor. Demnach beginnen die Fahrten mit den Dampfloks an beiden Tagen des Festwochenendes von Triberg Richtung Hausach um 11.45 und 14.45 Uhr und dauern rund eineinhalb Stunden. Der Fahrpreis liegt bei zehn Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder. Der historische rote Schienenbus von Triberg nach St. Georgen und zurück startet jeweils um 11.50, 13.50 und 15.50 Uhr. Die Fahrt dauert 50 Minuten. Für Erwachsene kostet die Fahrkarte acht Euro, für Kinder vier Euro.

Auf Gleis 3 gibt es für alle großen und kleinen Eisenbahn-Fans eine „Lok-Parade“ mit aktuellen und vor allem historischen Lokomotiven, die unter Anleitung von Fachpersonal auch besichtigt werden können. Darüber hinaus erwartet die Besucher eine Gast-Lokomotive aus dem Ausland mit der Baureihe 485 der Bern-Lötschberg-Simplon-Bahn BLS, der größten Privatbahn der Schweiz. Besichtigt werden kann an diesem Tag auch der „Kanzlerwagen“, der erste und einzige Salonwagen der Deutschen Bundesbahn. Im Bahnhof selbst ist im Rahmen einer Schwarzwaldbahn-Ausstellung ein kleines Kino eingerichtet, in dem ohne Unterbrechung unter anderem Führerstandsmitfahrten auf der Schwarzwaldbahn und weitere Bahn-Präsentationen zu sehen sind.

Laden zu den Schwarzwaldbahn-Tagen am 24. und 25. September ein (von rechts): Bürgermeister Gallus Strobel, Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold, Karl Bolli (Deutsche Bahn Netz), Lisa Moosmann (Tourist-Info) sowie Philipp Saier, Gottfried Philipp und Frank Paßlick, die als Moderatoren und kompetente Ansprechpartner während der Festtage im Einsatz sind. Bild:
Laden zu den Schwarzwaldbahn-Tagen am 24. und 25. September ein (von rechts): Bürgermeister Gallus Strobel, Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold, Karl Bolli (Deutsche Bahn Netz), Lisa Moosmann (Tourist-Info) sowie Philipp Saier, Gottfried Philipp und Frank Paßlick, die als Moderatoren und kompetente Ansprechpartner während der Festtage im Einsatz sind. Bild: | Bild: Markus Reutter/Archiv

Führerstandsmitfahrten sollen nach bisheriger Planung auch real möglich sein. Demnach können Interessierte gegen einen kleinen Obolus im Führerstand einer Lokomotive eine kurze Strecke mit unterwegs sein. Der Erlös dieser Aktion kommt dem Bahn-Sozialwerk zugute. Der Bahnhof Triberg ist auch Ausgangspunkt für den Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad. Bei dieser Tour können die Besucher auf einer Panoramastrecke die spannende Geschichte der Schwarzwaldbahn mit ihren zahlreichen Tunneln und Kehrschleifen erleben. Der Erlebnispfad teilt sich in zwei Touren, die auch miteinander verbunden werden können. Entlang des Weges gibt es 16 Verweilstationen, ausgestattet mit originalem Bahnmaterial, die sich mit dem Bau und der Technik der Schwarzwaldbahn beschäftigen. An beiden Veranstaltungstagen finden geführte Wanderungen mit Wander- und Bahn-Experten statt. Abmarsch ist jeweils um 13 Uhr am Signal auf dem Bahnhofsvorplatz.

Dort startet auch die moderierte Stadtrundfahrt im Minizug „Wasserfall-Express“. Dabei werden die Fahrgäste zu den schönsten Ausflugszielen in der Triberger Innenstadt gefahren, wie den Wasserfällen, dem Schwarzwaldmuseum mit Sonderausstellung „Schwarzwaldbahn“ sowie der barocken Triberger Wallfahrtskirche und dem idyllisch gelegenen Bergsee.

Abfahrt ist immer zur vollen Stunde. Am Sonntag lädt die Stadt- und Kurkapelle Triberg von 11 bis 13 Uhr zu einem Frühschoppenkonzert ein. Als Attraktion für Kinder wird auf dem Bahnhofsvorplatz eine Miniatur-Dampfbahn zum Mitfahren aufgebaut. Darüber hinaus sind entlang der Bahnhofsstraße auch mehrere bemalte LKWs ausgestellt. Als weitere Besonderheit zeigt der deutsche Meister im Kettensägen, Werner Brohammer aus Hornberg, seine Kunst und fertigt mehrere Skulpturen aus Holzstämmen. Die Vorführungen finden statt am Samstag um 14.30 Uhr sowie am Sonntag um 13.30 und 15.30 Uhr. Die Schwarzwaldbahn-Tage dauern am Samstag, 24. September, von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr.

Infos im Internet: www.schwarzwaldbahn-erlebnispfad.de

Tourismus

Mit den Schwarzwaldbahn-Tagen, dem Schwarzwaldbahn-Erlebnispfad und dem reizvollen Streckenabschnitt der Bahn gerade im Bereich Triberg habe sich die Stadt zu einem Zentrum entlang der Schwarzwaldbahn entwickelt, meint Stadtmarketingleiter Nikolaus Arnold.

Dabei würdigen er und Karl Bolli, Bezirksleiter von DB Netz, die gute Zusammenarbeit zwischen Kommune und der Bahn, die sich bei der Austragung der Schwarzwaldbahn-Tage in besonderer Weise zeige. Die tunnelreiche Gebirgsbahn ist ein Publikumsliebling und kann steigende Kundenzahlen vorweisen. Jährlich nehme die Nutzung des Streckenabschnitts zwischen Hausach und Villingen um drei bis fünf Prozent zu, so Bolli. Die Bahn trage dem Rechnung und investiere in den nächsten sechs Jahren rund 55 Millionen Euro in die Schwarzwaldbahn. Voraussichtlich 2020 und 2021 würden dabei die Gleise im Bereich Triberg erneuert. Die Strecke mit ihren vielen Tunneln sei pflegeintensiv. (rtr)