Weniger Straftaten als im Vorjahr verzeichnet die Kriminalstatistik 2019 für den Einzugsbereich des Polizeireviers Titisee-Neustadt, die jetzt Clemens Winkler, kommissarischer Revierleiter, und Ingo Hoffmann, Leiter des Ermittlungsdienstes und kommissarischer stellvertretender Revierleiter, vorstellten. Erstmals seit mehr als einem Vierteljahrhundert wird die Bilanz von einem Mordfall überschattet. Auffallend ist auch der im Vergleich zu den Vorjahren sehr deutliche Anstieg von Betrugsfällen, während Drogendelikte vermeintlich abgenommen haben.

Straftaten insgesamt

Die Gesamtzahl der Straftaten im Hochschwarzwald ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 192 – das entspricht 8,4 Prozent – von 2 292 auf 2 100 Fälle gesunken und liegt damit deutlich unter dem Durchschnittswert der letzten fünf Jahre.

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Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote des Polizeireviers Titisee-Neustadt lag 2019 bei 61,4 Prozent. Dieser Wert bewegt sich zwar deutlich unter der Quote aus dem Jahr 2018, als das Polizeirevier Titisee-Neustadt 66,4 Prozent aller Fälle lösen konnte, liegt aber immerhin leicht über dem Landesdurchschnitt, der sich auf 60,8 Prozent beläuft.

Körperverletzung

Bei den Körperverletzungsdelikten verzeichnet die Kriminalstatistik für 2019 im Vergleich zum Vorjahr eine Abnahme der Fallzahlen um 65 auf insgesamt 305 Delikte, was einem Rückgang von knapp 18 Prozent entspricht. Eine positiv korrespondierende Begleiterscheinung dieser Entwicklung ist der ebenfalls signifikante Rückgang der Straßenkriminalität um 39 Fälle auf 274 Delikte. Dass die Gewaltkriminalität mit 59 Fällen 21 weniger als 2018 und den niedrigsten Wert seit 2015 – damals waren es 43 Fälle – aufweist, führen Clemens Winkler und Ingo Hoffmann auf die stärkere Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum zurück.

Bild: Ute Schönlein

Sexuelle Selbstbestimmung

Rückläufig sind auch Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Sie nahmen 2019 im Vergleich zum Vorjahr um knapp 56 Prozent von 54 auf 24 Fälle ab.

Diebstahl

Diebstahl in allen Spielarten sank von 524 Fällen im Jahr 2018 auf 455 Fälle im Jahr 2019. Positiv auffällig ist dabei der Rückgang beim Mopedklau nach einer Serie 2018 mit 22 Fällen auf vier Fälle im Jahr 2019. Der Ladendiebstahl ging von 59 auf 38 Fälle zurück. Der Trickdiebstahl verringerte sich nach einer Serie 2018 mit 24 Fällen, bei denen Gutgläubige beim Geldwechseln bestohlen wurden, auf zwei Fälle. Eine Tatserie, bei der 2019 Gaststätten in Schluchsee und Feldberg heimgesucht wurden, steckt hinter dem Anstieg der Fallzahlen beim erschwerten Diebstahl, der von 17 Fällen im Jahr 2018 auf 24 zulegte. Der Diebstahl aus Fahrzeugen hatte 2017 mit 56 Fällen seinen Höhepunkt erreicht und verzeichnete 2019 noch 21 Fälle. Konstant blieb im Jahr 2019 die Zahl der Einbrüche, sie belief sich, wie im Vorjahr auf 25 Fälle.

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Betrug

Die Betrugs- und Vermögensdelikte weisen für das Jahr 2019 mit 463 Fällen einen Anstieg der Fallzahlen um 117 auf, was einer Steigerung von knapp 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser signifikante Anstieg lässt sich insbesondere auf so genannte Anrufstraftaten – darunter die Betrugsmaschen „Enkeltrick“ und „Falscher Polizeibeamter“ – zurückführen. Diese Delikte haben sich 2019 im Vergleich zum Vorjahr im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald fast verdoppelt.

Rauschgiftkriminalität

Auf den ersten Blick erstaunlich ist der Rückgang der Rauschgiftkriminalität, die 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 133 Fälle – das sind rund 54 Prozent – auf insgesamt 113 Fälle gesunken ist. Dahinter steckt der Umstand, dass es sich bei Rauschgiftdelikten in der Regel um so genannte Holkriminalität handelt: Je mehr ermittelt wird, desto mehr Delikte fallen an. Und die Ermittlungstätigkeit im Drogenbereich fiel 2019 weniger intensiv aus als im Vorjahr, weil das Polizeirevier Titisee-Neustadt verstärkt zur Unterstützung anderer Dienststellen im Einsatz war.

Gewalt gegen Polizisten

16 Fälle von Aggressions- und Widerstandsdelikten gegen Polizeibeamte verzeichnet die Kriminalstatistik des Polizeireviers Titisee-Neustadt für das Jahr 2019, nach 23 Fällen im Vorjahr. Zwei Polizisten wurden bei diesen Taten leicht verletzt.

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Tatverdächtige

Hatte es die Polizei im Vorjahr noch mit 1096 Tatverdächtigen zu tun, sank diese Zahl 2019 auf 900, darunter 678 Männer und 222 Frauen. Das entspricht einem Rückgang von knapp 18 Prozent, den fast durchweg Männer ausmachen. Der Anteil Nichtdeutscher an der Gesamtzahl der Tatverdächtigen belief sich mit 298 Personen auf gut 33 Prozent. Der Anteil der unter 21-Jährigen ging von 312 im Jahr 2018 auf 189 im vergangenen Jahr zurück, sie machen 21 Prozent der Tatverdächtigen aus. 33 der Tatverdächtigen waren 14 Jahre oder jünger.