Das Badeparadies Schwarzwald ist das große Vorzeigeprojekt in der Region und ist Garant für einen erfolgreichen Tourismus. Mittlerweile wurde die höchste Palmenoase Deutschlands um das „Palais Vital“ erweitert. Gestern wurde dieser Bereich, für den der im letzten Jahr bei einem Flugzeuabsturz ums Leben gekommene Unternehmer Josef Wund erneut 40 Millionen Euro investiert hat, offiziell eingeweiht.

  • Der Ursprung: Vom ersten Gedanken zur Umsetzung des Bades, das inzwischen über fünf Millionen Badegästen besuchten, war es ein langer Weg. Die ersten Gespräche führte Investor und Bäderkönig Josef Wund bereits 2002. Sein Konzept fand bei den damaligen Bürgermeistern Martin Lindler und Hansjörg Eckert Begeisterung. 2003 stellte er es den übrigen Bürgermeistern vor und lud sie in die Bäder Erding und Bad Wörishofen ein. Im Vorfeld hatte der Landkreis, der den etwas lauen Tourismus im Schwarzwald fördern wollte, 1999 ein Gutachten aufgegeben, in dem einem Erlebnis- und Freizeitpark keinerlei Chancen gegeben wurde. „Was wäre gewesen, wenn Josef Wund keinen Gefallen an einem Erlebnisbad gefunden hätte?“, fragte gestern Landrätin Dorothea Störr-Ritter bei ihrer Rede. Nach mehreren Hürden und Widerständen wurde das Bad schließlich nach eineinhalb Jahren Bauzeit am 11. Dezember 2010 eröffnet. Die Baukosten lagen bei 37 Millionen Euro, wovon eine Million Euro vom Land kamen und der Landkreis steuerte 1,75 Millionen Euro bei. Die inzwischen zu einem Zweckverband beziehunsgweise später zum Tourismusverband Hochschwarzwald Tourismus GmbH zusammengeschlossenen Gemeinden Breitnau, Hinterzarten, Eisenbach, Feldberg, Hinterzarten, Breitnau, Lenzkirch, Schluchsee, St. Märgen und Titisee-Neustadt beteiligten sich mit insgesamt 14 Millionen Euro. „Wund hat gewusst, solide zu investieren macht nur Sinn, wenn alle dahinterstehen“, erinnert die Landrätin. Sein Ziel von 420 000 bis 500 000 Besuchern wurde schon Im November 2011 mit 500 000 Badegästen erreicht.
Gebadet werden kann in verschiedenen Pools mit atemberaubenden Schwarzwaldblick: Bild: Angele Kerdraon
Gebadet werden kann in verschiedenen Pools mit atemberaubenden Schwarzwaldblick: | Bild: Angele Kerdraon
  • Die Erweiterungen: Es blieb aber nicht bei diesem Status. Josef Wund investierte weiter. 2015 kamen Erweiterungen im Ruhebereich des Galaxy und eine Vierfachrutsche hinzu. Das neue eröffnete Palais Vital mit seinem 5000 Quadratmeter großen Spa Bereich, den Wund leider nicht mehr selbst eröffnen konnte, trägt seine Handschrift und seinen Spirit.
In der Alhambra Sauna ist ein Hauch Orient zu erleben. Bild: Badeparadies
In der Alhambra Sauna ist ein Hauch Orient zu erleben. | Bild: Badeparadies
  • Eröffnung: Leise Melancholie schwebte bei der Eröffnungsfeier für den Spa-Tempel „Palais Vital“ durch die neuen und mit viel Luxus ausgestatten Räume, weil zwei wichtige Männer nicht mehr dabei sein können. Die Parallelen ähneln sich. Der Hochschwarzwald hat mit dem Tod von Josef Wund vor einem Jahr und Feldbergs Bürgermeister Stefan Wirbser vor einigen Tagen zwei wichtige Zugpferde und Macher verloren, die sich für den Tourismus eingesetzt haben und die in Erinnerung bleiben werden. Dass Josef Wund in den Hochschwarzwald investierte, war ein großer Glücksfall, durch den sich eine Menge verändert hat. Bei der Eröffnung des „Palais Vital“ wurde deutlich, was für ein Macher, Motivator und vorausblickender Visionär der Friedrichshafener Investor war. Landrätin Störr-Ritter unterstrich, dass sich durch das wetterunabhängige Badeparadies die Übernachtungssituation im Landkreis nach oben entwickelte. Geschäftsführer Jochen Brugger bescheinigte die Landrätin, dass auf ihn jetzt eine große Aufgabe warte und versprach die Unterstützung des Landkreises. „Wir werden noch viele Jahre von der Kreativität Wunds nutzen können“, erinnerte Bürgermeister Armin Hinterseh. Drei schlechte Sommer brauchte es, bis allen klar wurde, das Bad ist vielleicht doch nicht so schlecht und inzwischen wurden mehr als das Doppelte der Anfangsinvestition in das Bad gesteckt. „Wir spielen nicht mehr in der Regionalliga, sondern in der Topliga“, freut sich HTG-Chef Thorsten Rudolph über das Erfolgsmodell „Badeparadies“.
Das Dampfbad Kristall-Nebel gehört zur Venus Sky Lounge. Bild: Badeparadies
Das Dampfbad Kristall-Nebel gehört zur Venus Sky Lounge. | Bild: Badeparadies
  • Palais Vital: Mit dem „Palais Vital“ setzte Wund noch ein Bonbon obendrauf. Auf über 6000 Quadratmetern, die auf drei Ebenen verteilt sind, erwartet die Besucher eine exklusive textilfreie Spa- und Saunawelt. Wohlfühlwelten in Ruhe und Entspannung, Gesundheit und Wellness genießen inmitten von Palmen und mit Ausblick auf den Schwarzwald. „Wir sind die höchste Palmenoase in Deutschland“, meinte Brugger treffend. In sechs Vital Pools, angereichert mit wertvollsten Mineralien, ist Bewegung ein Genuss. In der „Welt der Saunen“, es gibt zwölf davon, ob rustikal, orientalisch angehaucht oder exotisch, können Gäste sich total entspannen. Einzigartig ist die „Venus Sky Lounge“ nur für Damen mit zwei Saunen. Köstlichkeiten für den Gaumen bietet das Restaurant „Top Taste of Paradise“ und an Innen- und Außenpoolbars gibt es Cocktails. „Bereits bald soll es weitere Neuheiten geben“, eröffnete Brugger abschließend.