Die Hochfirstschanze wird wieder Schauplatz einer der härtesten Laufwettkämpfe: Wenn am Samstag, 28. Juli, der Startschuss zu Red Bull 400 in Titisee-Neustadt ertönt, kommen Hobbyläufer und Profisportler gleichermaßen an ihre körperlichen Grenzen. Rund 1300 Teilnehmer stellen sich dem Wettkampf. Auch bei der achten Auflage des spektakulären Kurzstrecke-Rennens, müssen sich alle Teilnehmer den harten Fakten stellen: Es gilt 400 Meter auf 140 Höhenmeter bei bis zu 35 Grad Steigung zu bezwingen. Unter den Teilnehmern ist auch dieses Jahr der Skibergsteiger Anton „Toni“ Palzer. Letztes Jahr musste er sich in Titisee-Neustadt knapp Vorjahressieger Ahmet Arslan geschlagen geben, doch dieses Jahr ist er heiß auf den Titel. Vorbereitung, Erfahrungswerte und Taktik spielen für Anton Palzer dabei eine große Rolle.

Im Winter segelt die Weltelite der Skispringer an der Hochfirstschanze vor malerischer Kulisse bergab. Am 28. Juli geht es steil bergauf – 400 Meter die Schanze hinauf. Darunter auch der 25-jährige Skibergsteiger Anton Palzer. 2017 sprintete er die 400 Meter Laufdistanz in sagenhaften 3.32 Minuten hinauf und doch reichte es nur knapp für den zweiten Platz. Dennoch konnte er wichtige Erfahrungswerte für seinen zweiten Red Bull 400 Wettkampf im August 2017 in Bischofshofen sammeln: „Meinen ersten Red Bull 400 Lauf 2017 bin ich ohne große Taktik angetreten. Ich hatte keine Ahnung, welche Geschwindigkeit ich laufen soll und habe mich bereits beim Qualifikationslauf mit einem Streckenrekord verausgabt und unnötig Energie verschwendet. Das war eine Erkenntnis, die ich für den Lauf in Bischofshofen für mich nutzen konnte. Letztendlich hatte mich diese Taktik dort auch zum Sieg geführt. Dieses Jahr werde ich also mit einem Sicherheitslauf in die Qualifikation gehen, um meine Ressourcen zu schonen. Denn der Sieger wird erst beim Finallauf gekürt“, so Toni Palzer zu seiner Taktik für dieses Jahr.

Die Strecke in Neustadt hat es in sich und fordert von den Teilnehmern maximalen Einsatz und starkes Durchhaltevermögen. Auf einer Distanz der Länge von vier Fußballfeldern und Höhenmetern vergleichbar mit 40 Stockwerken kommt der Körper an seine Belastungsgrenze: Ein Pulsanstieg auf bis zu 200 Schläge pro Minute sind keine Seltenheit. 600 bis 800 Schritte benötigt ein Teilnehmer für die Strecke in der Regel, wobei ab einer Neigung von 30 Grad meist die krabbelnde Fortbewegung auf allen Vieren bevorzugt wird. Alles zur Entlastung der Oberschenkelmuskulatur, denn der Oberschenkel ist der Muskel mit dem größten Sauerstoffverbrauch im Körper.

Oberschenkelmuskeln trainieren

Für den Skibergsteiger passt dieses extreme Sprint-Format perfekt in den Trainingsplan. Doch nicht jedermann kann Berg-Sprints in seinen Alltag integrieren. Auch dafür hat Anton Palzer wertvolle Tipps parat: „Für diesen Wettkampf trainiert man offensichtlich am besten im Steilen. Wer keinen Berg vor der Tür hat, sollte Intervall-Treppenläufe machen und davon viele. Flachläufe sind zwar gut für die nötige Ausdauer, bauen aber die Oberschenkelmuskulatur nicht auf. Eine sehr gute Vorbereitung ist auch Radfahren, hier wird gezielt die Oberschenkelmuskulatur trainiert.“

Anton Palzer hat sich die besten Voraussetzungen geschaffen in Titisee-Neustadt ganz vorne mitzulaufen. „Ich freue mich riesig auf Red Bull 400 in Titisee-Neustadt. Der Kampf Mann gegen Mann auf diese kurze Distanz ist etwas ganz Besonderes. Es ist das pures Leiden. Ich denke, dass ich als amtierender Vizeweltmeister im Skibergsteigen ein Wörtchen mitreden kann. In Sachen Laktatverträglichkeit bin ich erprobt“.