Eine Idee wird Wirklichkeit. Trotz des Verlustes der Selbständigkeit, oder gerade deshalb, verstärkte sich bei der Bevölkerung Tennenbronns der Wunsch, die eigene Vergangenheit besser kennenzulernen um die Identität zu erhalten. Im leerstehenden Kindergarten in der Ortsmitte sollte ein Heimathaus entstehen. Als sich im März 2008 eine von Alois Moosmann zusammengerufene Schar von Bürgern zum ersten Mal traf, fanden etwa zehn Personen den Weg dorthin.

Ziel war ein lebendiges Haus

Nachdem sich Martin Maurer vom Museums- und Geschichtsverein Schramberg für eine Kooperation offen zeigte, war der Weg frei mit konkreten Planungen zu beginnen. Die Vision war ein lebendiges Haus mit dem Ziel zu schaffen die Erforschung und Dokumentation der Tennenbronner Dorfgeschichte erlebbar zu machen. Unterstützt durch Ortsvorsteher Klaus Köser überzeugte das erarbeitete Konzept nicht nur den damaligen Oberbürgermeister Zinell, sondern auch den Ortschaftsrat und den Stadtrat. Ein Vertrag sah vor, dass das Martebeckehaus von der Stadt zur Verfügung gestellt würde, aber die gesamten Umbauten zum Museum mit allen Innenarbeiten, das Beschaffen von Exponaten sowie die äußere Gestaltung des Hauses von der Heimathausgruppe zu tragen sei.

Nach der Gründungsversammlung der Heimathausgruppe Tennenbronn im Mai 2009. Von links Dieter Moosmann, stellvertretender Vorsitzender, Martin Maurer Vorsitzender des Museums- und Geschichtsvereins Schramberg, Vorsitzender Robert Hermann und Ortsvorsteher Klaus Köser.
Nach der Gründungsversammlung der Heimathausgruppe Tennenbronn im Mai 2009. Von links Dieter Moosmann, stellvertretender Vorsitzender, Martin Maurer Vorsitzender des Museums- und Geschichtsvereins Schramberg, Vorsitzender Robert Hermann und Ortsvorsteher Klaus Köser. | Bild: Heimathaus Tennenbronn

Mai 2009 Gründungsversammlung

Unter diesen Vorgaben wurde am 6. Mai 2009 die Bevölkerung zur Gründung einer Heimathausgruppe in das Gasthaus „Löwen“ eingeladen. Sehr viele Bürger folgten der Einladung. Robert Hermann wurde zum ersten Vorsitzenden, Dieter Moosmann zu seinem Stellvertreter gewählt. Noch am gleichen Abend traten über 40 Mitglieder dem neuen Verein bei.

Die Projektgruppe Tennenbronner Heimathaus im Eröffnungsjahr 2010. Vorne (von links) Fritz Wöhrle, Hermann Stockhaus, Maria Fleig und Sabine Grimig-Haga. Hinten Robert Hermann, Martin Grieshaber, Alois Moosmann, Gotthard Haas, Ernst Grießhaber, Dieter Moosmann, Edwin Klausmann, Alfred Kunz und Josef Broghammer. Es fehlen Klaus Köser, Karl-Heinz Moosmann , Gerhard Dein und Günter Buchholz.
Die Projektgruppe Tennenbronner Heimathaus im Eröffnungsjahr 2010. Vorne (von links) Fritz Wöhrle, Hermann Stockhaus, Maria Fleig und Sabine Grimig-Haga. Hinten Robert Hermann, Martin Grieshaber, Alois Moosmann, Gotthard Haas, Ernst Grießhaber, Dieter Moosmann, Edwin Klausmann, Alfred Kunz und Josef Broghammer. Es fehlen Klaus Köser, Karl-Heinz Moosmann , Gerhard Dein und Günter Buchholz. | Bild: Heimathaus Tennenbronn

Während von nun an das geplante Projekt von vielen Bürgern unterstützt wurde, war es nicht zu vermeiden, dass die anstehenden konkreten Arbeiten auf den Schultern einiger weniger Akteure lasteten. Es formierte sich ein Kern von etwa 15 Personen, die sich mit großem Eifer ans Werk machten.

Viel Arbeit wartet auf die Macher

Die Sammlung von Zeitdokumenten und Exponaten, die Kostenkalkulationen, die Entwicklung eines Museumskonzeptes, Gebäudesanierung, Gestaltung der Außenfassade, Entwicklung eines Corporate Identity, Sortierung und Katalogisierung der Archivalien, Gestaltung sowie Einrichtung der Ausstellungsräume und vieles andere mehr musste geplant und umgesetzt werden.

6500 Stunden ehrenamtliches Engagement

Da sich die von der Stadtverwaltung zugesagte Unterstützung des Projekts auf die Übernahme der laufenden Energiekosten beschränkte, gab es keinen anderen Weg, als den Großteil der fälligen Arbeiten in Eigenleistung zu erbringen. In über 6500 Stunden völlig ehrenamtlichem Engagement gelang es den Mitgliedern der Projektgruppe und den zahlreichen Helfern, die vielen Arbeiten umzusetzen und dank vieler Spender die Kosten von knapp. 40.000 Euro zu finanzieren.

Ehrgeiziger Zeitplan wird eingehalten

Der ehrgeizige Zeitplan konnte eingehalten werden. Im Herbst 2010 war das Werk so weit gediehen, dass das Tennenbronner Heimathaus am 23. Oktober 2010 eingeweiht und eröffnet werden konnte. Der Zuspruch aus der Bevölkerung und die Bereitschaft mitzufeiern, waren überwältigend. Das zum ersten Mal geöffnete Heimathaus konnte den Strom der Besucher kaum bewältigen.

Viel Prominenz gab sich zur Einweihung des Tennenbronner Heimathauses im Jahre 2010 die Ehre.
Viel Prominenz gab sich zur Einweihung des Tennenbronner Heimathauses im Jahre 2010 die Ehre. | Bild: Heimathaus Tennenbronn

Festakt mit viel Prominenz

Schon beim offiziellen Festakt mit viel Prominenz im Pfarrsaal und anschließend bei der öffentlichen Einweihungsfeier in der Tennenbronner Festhalle waren alle Plätze voll belegt. Tennenbronn feierte mit einem großen Fest und der gesamten Bevölkerung in einem bunten Programm sein Heimathaus. Dank des großartigen Einsatzes der Projektgruppe, vieler großzügigen Spender und vielen Helfern kann Tennenbronn seither stolz auf ein schmuckes Heimathaus in der Ortsmitte sein.