Die Transkription – also die Übersetzung und Lesbarmachung – eines Hornberger Lagerbuches von 1716 für das Schramberger Stadtarchiv überreichten Robert Hermann und Alfred Kunz von der Tennenbronner Heimathausgruppe jetzt an Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr.

Zentrales Dokument aus vergangenen Jahrhunderten

Ein Lagerbuch war im Mittelalter das zentrale Dokument zur Klärung der Rechtsverhältnisse zwischen Herrschaft und Untertanen und das Verzeichnis der Besitzrechte der Herrschaft sowie der zu erbringenden Leistungen und Steuern derer Untertanen.

Unzählige Arbeitsstunden investiert

In dreijähriger Arbeit und unzähligen Arbeitsstunden hat Alfred Kunz die 300 Jahre alten Aufzeichnungen aus der historischen Schreibschrift ins heute Leserliche übersetzt. Damit ist es problemlos möglich, Geschichtsinteressierten einen Einblick in die historischen Besitzverhältnisse zu ermöglichen.

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Möglichst nah am Original

Neben den Originalschriften, die in einem dicken Band abgebildet sind, sind in einem zweiten Band die jeweiligen lesbaren Übersetzungen zum direkten Vergleich abgebildet. „Ich war bemüht, die Übersetzungen so wörtlich wie möglich zu machen“, sagt Alfred Kunz.

Penible Aufzeichnungen der herzoglichen Beamten

In Württemberg gab es seit dem 15. Jahrhundert solche Lagerbücher, die durch die Verwaltungsbeamten der zum Herzogtum Württemberg gehörenden Ämter angelegt und immer wieder aktualisiert wurden. Wenn sich die Besitzverhältnisse auf den Höfen änderten, wurde der Name des Hofbesitzers einfach durchgestrichen und durch den Nachfolger ergänzt.

Übersetzter Band stammt von 1716

Da die Möglichkeit solcher Korrekturen begrenzt war, musste die Lagerbücher Bücher von Zeit zu Zeit von Grund auf aktualisiert werden. Das jetzt übersetzte und von 1716 stammende Lagerbuch ist demnach Band zwei. Das erste, das rund 150 Jahre früher erstellt wurde, ist noch nicht übersetzt. „Diese Schrift ist um einiges schwerer zu entziffern“, sagt Alfred Kunz.

„Tolle Sache für Tennenbronn„

Manfred Moosmann, der zu dem Zeitpunkt der Übergabe des Buches noch stellvertretender Ortsvorsteher war, nannte die Übersetzung des Lagerbuches „eine tolle Sache für Tennenbronn, zu sehen, wie früher die Gemarkung war.“

Ausleihe oder Kauf möglich

Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr lobte die Arbeit der Heimathausgruppe und freute sich über diese wertvolle historische Aufarbeitung. Ein Exemplar des Lagerbuchs kann im Tennenbronner Heimathaus ausgeliehen oder auch auf Bestellung käuflich erworben werden.