Tennenbronn ist das neue Hollywood. Ok, nicht wirklich. Zur Filmmetropole fehlt dann doch noch einiges. Aber immerhin ein Streifen wurde letztes Jahr ja teilweise auf dem Metalacker gedreht. Am Donnerstag wird der entstandene Film „Ein Dorf rockt ab!“ erstmals im Fernsehen gezeigt, zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr im ZDF.

Der Metalacker dient als Kulisse der Handlung, bei der das Besitzerpaar eines Bauernhofes seine Wiese für ein Heavy-Metall-Open-Air hergibt. Anders als im echten, längst mit dem Metalacker vertrauten Tennenbronn, sorgt die Veranstaltung im erfundenen Handlungsort „Mühlbruch“ für Aufruhr und Ärger. Auch das Bauernpaar streitet untereinander, als der Festivaltrupp einrollt. Dessen Organisator wird von Hannes Jaenicke gespielt. Die Situation gerät sukzessive völlig aus den Fugen, „Fronten formieren sich, es gibt erklärte Befürworter und noch mehr Gegner“ sagt das ZDF in seiner Filmankündigung, die Landwirtin „gerät mehr und mehr unter Druck, ihre Kinder, ihre Ehe, alles läuft aus dem Ruder“.

Ein gewisser Spannungsbogen ist also angelegt im Film. Und manch ein Besucher des letztjährigen Metalackers wird wohl zumindest klein im Bild erscheinen, auch wenn das ZDF vor allem Aufnahmen von Menschenmassen machte. Dafür mussten die Metall-Fans dann auch mal auf Zuruf des Filmteams headbangen. Rund zehn Tennenbronner werden als Statisten im Hintergrund mancher Szene noch deutlicher zu erkennen sein, so war zumindest die Planung während des Drehs.

Während am morgigen Donnerstag in der ARD Eckart von Hirschhausen Quizfragen zum Menschen stellt und Heidi Klum für ProSieben Models sucht, gibt es im Zweiten laut Kritik der Fernsehzeitung „TV Movie“ „warmherzigen Humor und sympathische Darsteller“ bei „Ein Dorf rockt ab!“. Laut der „Hörzu“ ist der Film immerhin „annehmbar“. „Teils charmant, aber zu unglaubwürdig“ urteilt die „TV Spielfilm“ und kritisiert die Dialoge der Rocker, die „ziemlich aufgesetzt“ wirken würden. Regelmäßige Metalacker-Gänger können das morgen dann wahrscheinlich selbst am besten einschätzen. Und alle anderen können zumindest hoffen, ein paar vertraute Plätze oder Gesichter zu entdecken. Wer gar nicht bis Donnerstag abwarten will: Den Film gibt es bereits in der ZDF-Mediathek im Internet zu sehen.

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