Schramberg (him) Seit Anfang der Sommerferien ist das Bernecktal komplett gesperrt. Auch für Fußgänger und Radfahrer. Und das aus gutem Grund: Waldarbeiter beseitigen auf der Ostseite Sturmholz, das beim Orkantief Burglind am 3. Januar angefallen war. Bei diesen Arbeiten im Steilhang können immer wieder größere und kleinere Felsbrocken auf die Straße poltern und Passanten gefährden.

Doris Philipp staunt über den Brocken, der in der Nacht auf ihrem Sitzplatz gelandet war.
Doris Philipp staunt über den Brocken, der in der Nacht auf ihrem Sitzplatz gelandet war. | Bild: Martin Himmelheber

Aber auch der Starkregen am Dienstag hat die Steinschlaggefahr im Tal erhöht. In der Nacht zu Mittwoch hat ein ordentlicher Brocken auf der gegenüberliegenden Talseite den Weg ins Tal gefunden. Ausgerechnet bei Doris Philipp, die mit ihrem Mann im Junghans-Wasserkraftwerk wohnt. "Wir haben heute Morgen einen ordentlichen Schreck bekommen, als wir den Brocken auf unserem Sitzplatz gefunden haben", erzählt sie. Der zentnerschwere Stein hatte eine Bierbank und einen Holztisch umgeworfen und teilweise zerbrochen. "Gestern hat mein Mann noch da gesessen"

Auf der anderen Talseite lässt die Graf-von-Bissingen-Forstverwaltung Sturmholz aus den steilen Hängen holen, das beim Orkantief zum Teil auch in die Sicherungsnetze gestürzt war. Es liege auch "sehr viel loses Geröll im Hang, in den verkeilten Sturmhölzern und in den beschädigten Fangzäunen", so die Forstleute. Wenige hundert Meter von der Absperrung des E-Werks entfernt sind auch große und kleinere Felsbrocken auf der Straße zu erkennen. Die Forstleute haben deshalb unmissverständlich erklärt, es bestehe "Lebensgefahr durch herabstürzende Steine".

Auch aus der Entfernung gut zu erkennen: große und kleine Felsbrocken auf der Landstraße im Bernecktal.
Auch aus der Entfernung gut zu erkennen: große und kleine Felsbrocken auf der Landstraße im Bernecktal. | Bild: Martin Himmelheber

Allerdings werden Absperrungen und Verbotsschilder immer wieder missachtet: Doris Philipp berichtet von Fahrradfahrern, die sich durch die Absperrung durchdrücken. "Am ersten Tag waren es mindestens 30." Aber auch manche Lastwagenfahrer scherten sich nicht um Umleitungshinweise. "Heute Morgen war wieder einer da, sogar mit Anhänger", erzählt sie kopfschüttelnd. "Der musste die ganze Strecke zurück." Mehrere hundert Meter rückwärts, erst am "Kalten Graben" gibt es eine Wendemöglichkeit.

Die Vollsperrung wird voraussichtlich bis Samstag, 25. August, dauern. Die Umleitungsstrecke ist ausgeschildert über das Kirnbachtal, Hardt und die Altenburger Steige nach Tennenbronn.