Es ist inzwischen eine lange Geschichte: die Suche nach einem Ortsvorsteher für Tennenbronn. Seit dem Ausscheiden des langjährigen Ortschefs Klaus Köser gibt es Schwierigkeiten mit diesem Amt. Mit einer Änderung der Hauptsatzung will die Stadt das Problem nun lösen.

Aus wegen Erkrankung

Mit fast 50-jähriger Erfahrung im öffentlichen Dienst, 40 Jahre davon in Tennenbronn und davon wiederum zehn Jahre als hauptamtlicher Ortsvorsteher, wurde Klaus Köser zum 1. Januar 2017 in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolger im Amt wurde Jürgen Heidemann. Er trat am 1. Oktober 2016 den Dienst an. Bereits während der Einarbeitungszeit durch den scheidenden Ortsvorsteher Köser war Heidemann in seiner Dienstfähigkeit wegen einer Erkrankung eingeschränkt. Diese führte ab dem 1. Januar 2017 dazu, dass Heidemann den Dienst längere Zeit nur sehr eingeschränkt versehen konnte. Eine Besserung seiner Gesundheit war nicht in Sicht und so bat Heidemann schließlich selbst um die Entlassung aus dem Dienst, was zum 31. August 2017 erfolgte.

Wiederwahl verweigert

Alle Hoffnung lag nun auf Lutz Strobel: Er fing am 1. Januar 2018 in Tennenbronn an. Seine Bemühungen um Vereine brachten ihm zunächst Sympathien im Dorf ein. Strobel geriet jedoch wegen eines kritischen Leserbriefs unter Druck. In der Folge verweigerte der Ortschaftsrat Tennenbronn seine Wiederwahl. Am 11. Mai 2019 wurde Strobel letztmals im Tennenbronner Rathaus gesehen. Strobel ist am 24. Februar 2020 verstorben.

Vier Bewerber nicht geeignet

Die Stadtverwaltung Schramberg ist seitdem gemeinsam mit dem Ortschaftsrat Tennenbronn auf der Suche nach einem neuen Ortschef. Es gab vier Bewerber im engeren Kreis, die aber vom Ortschaftsrat für nicht geeignet gehalten wurden. Im Gespräch mit Fachbereichsleiter Uwe Weisser soll nun beraten werden, wie die Hauptsatzung geändert werden kann, um einen ehrenamtlichen Ortsvorsteher in Tennenbronn einzusetzen. Dazu gibt es viele Fragen und Abwägungen, inwieweit sich dieser Schritt verwirklichen lässt. Mit einem ehrenamtlich eingesetzten Ortsvorsteher werden Abläufe in der Ortsverwaltung neu zu bewerten sein, gibt Uwe Weisser Auskunft.