Der Umzug am Sonntag ist für die Tennenbronner Narrenzünfte der Höhepunkt der Fasnet im Ort. Mit 18 beteiligten Gruppen war der Umzug zwar nicht der große Lindwurm, den es schon zu sehen gab. Doch gäbe es einen Preis zu vergeben für die beste Idee der eigenen Darstellung, so wären die Brotberg Hexen aus Rötenberg Anwärter auf diesen Preis. Denn in ihrem großen Backofengehäuse verschwanden nach und nach immer wieder eingefangene Zuschauer. Und das ging so schnell: Kaum gefasst, lagen die "Opfer" schon auf dem großen Einschießbrett und verschwanden im Ofen.

Verhältnismäßig viele Hexen-Gastzünfte waren in Tennenbronn dabei. Immer wieder sind die Kleider der Hexen schön anzuschauen. Das Publikum am Straßenrand blieb bis auf wenige Ausnahmen vom Schabernack der Hexen verschont. Und dass Musik zu einem Umzug gehört, das demonstrierten der Frohsinn und die Harmonie aus dem Dorf. Dass die Erzknappen Guggenmusik Alcaputti ebenfalls dazu gehören, ist selbsterklärend. Sobald die Musik erklingt, kommen die am Straßenrand stehenden Besucher in seltsame Schwingungen. Es sieht so aus, als ob alles im Takt wippt oder hin und her pendelt. Und das Publikum ist ebenfalls närrisch gekleidet.

Wenn dann Udo Reinke als Moderator des Umzugs lauthals verkündet, dass das bei ihm am Rücken versenkten Konfetti tiefste Körperregionen erreicht hat, freuen sich die Umstehenden mit einem verschmitzten Lächeln. Ein Schelm, wer dabei Böses dabei denkt. Diesen Preis muss jeder, der entlang des fröhlichen Umzugsweges der Narren steht, eben auf sich nehmen. Ja, die Straßenreinigung hat dann auch noch einiges zu erledigen, denn Stroh und Konfetti säumen den Weg.

Die Narren, welche etwas zu verschenken haben, gehen überaus vorsichtig um. Erwachsene und vor allem Kinder werden besonders sorgsam auf das Geschenk vorbereitet. Geht ein Streicheln über den Kopf, legt sich bei den Kindern die Zurückhaltung sogleich. Alle Narren waren danach zum närrischen Treiben in und um die Festhalle eingeladen.


Narrendorf

Alle zwei Jahre wird zur Fasnet in Tennenbronn das Narrendorf aufgebaut. So auch heuer. Das Narrendorf ist ein beliebter Treffpunkt, um kurz etwas Erholung vom Narrentreiben zu finden. Dass es am Sonntag ruhig geblieben ist und keine Auffälligkeiten bekannt wurden, spricht doch für die Narren und deren Begleiter. Es wurden Getränke ausgegeben und selbst für die Hungrigsten war ein internationales Speisenangebot vorhanden. (wm)

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