Lediglich 29 000 Besucher haben in diesem Jahr die Freibadverantwortlichen in Tennenbronn gezählt und dies trotz idealer Wetterbedingungen. Im verregneten Sommer 2017 waren etwa 27 000 Badegäste ins Freibad gekommen. Bäderleiter Joachim Ragg blickt mit einem mulmigen Gefühl in die Zukunft. Die Technik ist veraltet. Beim Tennenbronner Bad sei es "einfach Zeit, dass etwas gemacht" werde, findet Ragg.

In diesem Jahr habe es immer wieder technische Probleme mit der mehr als 40 Jahre alten Bädertechnik gegeben. "Wir mussten sehr viel improvisieren." Er sei inzwischen der einzige, der noch weiß, wie die Anlage funktioniert, so bilanziert Joachim Ragg.

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Seit zwei Wochen sei die alte Heizung dann komplett ausgefallen. Die Herstellerfirma sei schon vor etwa zehn Jahren vom Markt verschwunden. Die Wartungsfirma, die die Tennenbronner Anlage bisher am Laufen gehalten habe, bekomme keine Ersatzteile mehr für die veraltete Technik. "Die sind sogar in Österreich und in der Schweiz auf die Suche gegangen", berichtet Bäderleiter Joachim Ragg.

Für ihn sei es zumindest "fraglich, ob man das Bad im nächsten Jahr überhaupt nochmal öffnen soll". Die Heizung sei "definitiv im Eimer", eine Übergangslösung für ein Jahr würde enorm teuer werden. Er könnte sich jedoch vorstellen, dass die Planer versuchen, schneller voranzukommen und auszuschreiben, damit man dann gleich im nächsten Jahr mit der Badmodernisierung beginnt. Zumal habe das Gesundheitsamt ein scharfes Auge auf die Wasserqualität im Tennenbronner Freibad.

Das vermeintliche Parkplatzproblem sei für manchen Badegast in dieser Saison abschreckend gewesen. Zudem sei das Bernecktal fast den ganzen August durch gesperrt gewesen. "Das haben wir ganz klar gemerkt", berichtet Ragg. Auch gebe es keine richtig gute Busverbindung von Schramberg zum Freibad. "Das macht die Hemmschwelle noch höher", sagt der Schramberger Bäderleiter.

Ragg spricht einen weiteren Punkt an: Ein Geologe wird im Oktober den Baugrund untersuchen. Da unter dem Bad vor der Erbauung sehr viel aufgeschüttet wurde, solle der Geologe feststellen, ob der Baugrund für die Umbauarbeiten stabil genug wäre. Dazu muss er aber auch in den Becken Löcher bohren. "Wir müssen also das Wasser ablassen. Überstehen die Becken und die Folien den Winter ohne Wasser?", fragt sich Ragg.

Am kommenden Donnerstag, 13. September, wird der Gemeinderat zu einer kurzen Sondersitzung zusammenkommen. Dabei geht es – wie berichtet – um einen Zuschussantrag beim Bund. Möglicherweise werden in dieser Sitzung aber auch die jetzt aufgetauchten Probleme mit dem Tennenbronner Bad zur Sprache kommen und im Plenum diskutiert werden.

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