Die hohe Zeit der Straßenfasnet wurde in Tennenbronn ausgerufen. Die Narrenzünfte waren aus dem Nichts vor dem Rathaus aufgetaucht. Allen voran Gildemeisterin Helga Wölk von der Narrengilde Pfrieme-Stumpe. Als älteste Narrengruppe in Tennenbronn sind die Pfrieme-Stumpe Wortführer, wenn es gilt, die Bediensteten, voran Ortsvorsteher Lutz Strobel und auch Oberbürgermeister Thomas Herzog, aus dem Rathaus zu holen.

Recht früh war sich Helga Wölk sicher, den Rathausschlüssel schnell zu bekommen. Nur rechnete sie nicht damit, dass die ausgesendeten Narren zurück zur Rathaustüre kamen und eingestanden: "Mir wisse net, wie er ussieht." Und schon hatten die Narren etwas zum Lachen. Kaum war gelacht, wurde Oberbürgermeister Thomas Herzog liebevoll aus dem Rathaus getragen. Und irgendwie wurde Lutz Strobel dann doch gefunden.

Herzog und Strobel erwartete nun die geballte Macht der Worte durch Helga Wölk. Längst wurde es im hintersten Winkel bekannt, "höret ihr Narren, Jung und Alt, wir übernehmen ab jetzt die Ortsgewalt." Musikalisch unterstützt wurden die Akteure vor der Rathaustüre durch eine Abordnung der Frohsinn- und Harmonie- Jugendkapellen. Die Musiker spielten das Rathaus sturmreif.

Ortsvorsteher Lutz Strobel hat mit genüsslichem Lächeln Helga Wölks "wir, die Narren treiben jetzt unsere Possen, das Rathaus, das wird jetzt abgeschlossen, und fällt es ihnen auch noch so schwer", vernommen. Mit "Ortsvorsteher, gib dä Schlüssel her", erkannte Strobel die Übermacht der Narren und schon wechselte das begehrte Stück zu Helga Wölk.

Ortsvorsteher Lutz Strobel antwortete in gereimter Form und wunderte sich, dass er nach fünf Wochen im Amt bereits wieder abgesetzt sei, wollte er doch hier das Zepter schwingen. So fühlt sich Strobel "als Schwabe sehr geehrt, dass man mir im Badischen Asyl gewährt." So freut sich der Ortsvorsteher auf eine Arbeitspause und darauf, die Fasnet in Tennenbronn zu erleben, "denn es gibt nichts Schöneres unter der Sonn', als unser wunderbares Tennenbronn." Mit dabei waren noch die Kappel-Geister, Linde-Wieble, Erzknappen, Alcaputti, Ichbe-Hexe, Wurzelhexen und der Teufel aus der Teufelsküche.

An der Grundschule konnten die Schüler die Narren kaum erwarten. Auch im Schulhof spielte die musikalische Abordnung beider Musikvereine. Als dann das Zeichen zum Sturm gegeben wurde, konnten sich weder die Narren noch die Schüler halten. Mit Riesenschritten wurden die Schulräume gestürmt und die Lehrer waren machtlos. Es bot sich ein überaus buntes Bild auf dem Schulhof, bis sich Narren samt Schüler in Richtung Rathaus bewegten. Vornweg die musikalische Abordnung der Jugendmusikkapellen von Frohsinn und Harmonie.

Nachdem das Personal im Rathaus sich ergeben hatte, folgten muntere, närrische Spiele im Pfarrsaal.

Brauchtumsabend

Die Narrengilde lädt heute, Samstagabend, ab 20 Uhr zum Brauchtumsabend in die Festhalle ein. Dabei wird närrisches Brauchtum aufgeführt, Showtanz geboten und Party gefeiert. Die musikalische Unterhaltung bietet DJ Twenty B. Am Sonntag, 11. Februar, bewegt sich der Fasnetsumzug in Richtung Dorfmitte. Im Anschluss wird zum Narrentreiben in die Festhalle eingeladen. (wm)

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