Die Projektgruppe Heimathaus Tennenbronn hat einen zweiten Vortrag zur Stromversorgung Tennenbronns vor 100 Jahren angeboten. Dieser gab einen hochkarätigen Einblick, wie sich 1920 in Evangelisch und Katholisch Tennenbronn die Versorgung mit Elektrizität durchgesetzt hatte. Der in zwei Teile gesplittete Vortrag von Alfred Moosmann und Maria Fleig brachte unter dem Titel „Es werde Licht!“ somit Licht ins Thema.

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Im ersten Teil des Vortrags berichtete Alfred Moosmann bis in die Zeit der Inflation, der Einführung der Rentenmark und der 1924 eingeführten Reichsmark. Es folgten die goldenen 20er Jahre mit ihrem wirtschaftlichen Aufschwung.

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1928 eröffnete in Schramberg das erste Lichtspielhaus. Firmen nutzten die immer besseren Voraussetzungen für die Herstellung von neuen elektrischen Geräten für die Industrie und Haushalte. An der Werbung dazu beteiligte sich auch das Kraftwerk Laufenburg, mit dem Ziel mehr Strom verkaufen zu können. Es wurden Namen von Landwirten vom Kraftwerk angefordert, damit elektrisch Kartoffeldämpfer zur Schweinemast verkauft werden können.

Hoher Verlust im Netz

1930 kaufte die Gemeinde 68 600 Kilowattstunden ein, verkaufte aber lediglich 48 000 Kilowattstunden weiter, was auf den Stromverlust zurückzuführen war. 1932 übernahm Laufenburg die von der Gemeinde erstellte 5000-Volt-Hochspannungsleitung, ohne eine Entschädigung. Es stellte sich heraus, dass keine Genehmigung von den Grundstücksbesitzern eingeholt worden war und die Masten und weitern Arbeiten einfach ausgeführt wurden.

Eisen statt Kupfer

In den 1930er Jahren begann die Welle der Elektrifizierung der Haushalte. Es wurden Schaukoch-Veranstaltungen durch Laufenburg angeboten, die allerdings mangels Interesse nicht zustande kamen. Im Dritten Reich wurden Kupferleitungen durch Eisenleitungen ausgetauscht. Das Netz war inzwischen auf 50 Kilometer Länge angewachsen.

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Am 11. November 1969 übernahm das Kraftwerk Laufenburg die Stromversorgung schließlich gänzlich. Von Maria Fleig erfuhren die Zuhörer ihre persönlichen Erlebnisse während der Zeit, als der Strom in die Haushalte gekommen ist.